Das Support-Ende von Windows XP naht – Image-Management hilft VMware und die XP-Migrations-Deadline - hilfreiche Tipps

Autor / Redakteur: Wolfram Weber / Ulrike Ostler

Die Deadline ist längst bekannt: Am 8. April 2014 wird Microsoft seinen Support für „Windows XP“ beenden. Windows XP-Geräte erhalten nach diesem Stichtag keinen Support und kein technisches Update mehr von Microsoft. Was hilft - und vor allem schnell?

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Es soll Firmen geben, die den Abschied von Windows XP bedauern, das erste stabile Betriebssystem aus dem Hause Microsoft.
Es soll Firmen geben, die den Abschied von Windows XP bedauern, das erste stabile Betriebssystem aus dem Hause Microsoft.
(Bild: Jeger / pixelio.de/ Microsoft)

Zwar haben einige Antivirushersteller angekündigt, XP über dieses Datum hinaus mit Updates zu versorgen, dies ersetzt jedoch nicht das dann nicht mehr vorhandene Patchen weiterer Sicherheitslücken, die im System gefunden werden.

Die Anwender, die bis dahin nicht auf „Vista“, „Windows 7“ oder 8 gewechselt haben, sind Hacker- und Virus-Angriffen schutzlos ausgeliefert. Auch wenn inzwischen die meisten Unternehmen mit der Migration begonnen haben, nimmt dieses IT-Projekt oft mehr Zeit in Anspruch und ist arbeitsaufwendiger als viele erwarten.

Aus einer aktuellen Umfrage von VMware in Großbritannien geht hervor, dass sich ein Drittel der dort ansässigen Unternehmen sicher sind, die Migration vor der Deadline zu schaffen. Was sie übersehen: Bei den Unternehmen, die ihr Betriebssystem inzwischen schon migriert haben – was in den UK bei mageren 6 Prozent der Befragten der Fall ist – hat das bis zu eineinhalb Jahren gedauert.

Was hält Unternehmen von der Migration ab?

Es gibt keinen herausstechenden Grund, warum Unternehmen die Migration hinauszögern. Viele fürchten die bevorstehende Betriebsstörung und deren Einfluss auf das Tagesgeschäft. Andere wiederum schreckt der Kostenfaktor ab. Aber: Wer nach der besagten Deadline Kunden-Support von Microsoft für Windows XP braucht oder internen Support bereitstellt, muss mit erheblichen Mehrkosten rechnen.

Microsoft wird pro Desktop, der mit Windows XP läuft, im ersten Jahr nach offiziellem Support-Ende 200 Dollar und ab dem zweiten Jahr doppelt so viel für zusätzlichen Support verlangen. Auch die Auslagerung des Supports für Windows XP an ein IT-Service-Unternehmen bietet keine gute Alternative. Denn der Service-Anbieter zahlt dieselben Gebühren und berechnet das an den Auftraggeber weiter. Eine sinnvolle Option, die Windows XP Migration zu umgehen, gibt es also nicht – sie ist nicht zu vermeiden.

Komplexität beseitigen!

Die Migration des Betriebssystems ist komplex und umfangreich. Bevor die Migration gestartet werden kann, müssen zahlreiche Tests durchgeführt werden. In erster Linie muss geprüft werden, ob alle Anwendungen mit dem neuen Betriebssystem kompatibel sind. Viele Unternehmen sind im Moment noch damit beschäftigt, die Kompatibilität mit Windows 7 oder Windows 8 zu evaluieren. Andere, die diese Prüfung abgeschlossen haben, arbeiten noch an der Bereitstellung des Systems.

Nicht vergessen! Was? Im Kasten stehen hilfrieche Tipps.
Nicht vergessen! Was? Im Kasten stehen hilfrieche Tipps.
(Bild: birgitH / pixelio.de)

Zudem müssen Daten gesichert, das neue Betriebssystem installiert, Anwendungen neu installiert und dann alle Nutzerdaten und -einstellungen wiederhergestellt werden. Wird das alles manuell gemacht, benötigt man durchschnittlich circa vier Stunden pro PC. Das bedeutet nicht nur einen halben Tag IT-Aufwand, sondern auch, dass der Mitarbeiter einen halben Tag nicht an diesem Rechner arbeiten kann – hochgerechnet auf die durchschnittliche Mitarbeiterzahl eines mittelständischen Unternehmens ist das ein erheblicher Kostenfaktor.

Wie der virtuelle Ansatz helfen kann

Roy Illsley, Principal Analyst bei der Technologie-Beratung Ovum, kennt die Probleme der IT-Abteilungen: „Die Migration aller Anwendungen von Windows XP ist oft entweder zu kompliziert oder hat keine hohe Priorität – deswegen haben viele Unternehmen immer noch nicht damit angefangen. Für diese Unternehmen ist die Desktop-Virtualisierung die beste Lösung, die Migration noch rechtzeitig abschließen zu können.

Auch wenn alte Anwendungen ausgetauscht werden müssen, sollten Unternehmen das Risiko nicht eingehen, mit einem Betriebssystem ohne Support zu arbeiten.“ Diejenigen, die bis jetzt noch nicht migriert haben, und das noch vor der Support-Deadline oder so bald wie möglich danach angehen wollen, haben keine andere Wahl: Sie müssen sich für einen zentralisierten und vollautomatischen Ansatz entscheiden.

Eine zentrale Image-Management-Lösung wie „VMware Horizon Mirage“ gewährleistet, dass Windows 7 oder ein alternatives Betriebssystem über virtuelle und physische Desktops ohne zusätzliche Infrastrukturkosten angepasst werden kann. Das stellt sicher, dass Anwendungen und persönliche Daten ohne Downtime gesichert werden. Die manuellen Arbeitsschritte und Ausfallzeiten werden minimiert, das Migrationsprojekt beschleunigt und IT-Kosten reduziert.

Auch unternehmenskritische Anwendungen sind betroffen

Eine weitere Hürde stellt die Verwaltung der unternehmenskritischen Applikationen dar, die bei vielen Unternehmen nur auf Windows XP laufen. Die Umfrage von VMware in Großbritannien zeigt, dass Unternehmen immer noch durchschnittlich 24 unternehmenskritische Anwendungen haben, inklusive Finanzapplikationen (58 Prozent), ERP (39 Prozent) und CRM (26 Prozent).

Viele dieser Applikationen wurden intern entwickelt oder mindestens angepasst. Das macht sie noch sensibler und den Umstieg schwieriger. Häufig ist ein schneller Ersatz oder Umstieg auf neue Versionen nicht trivial, kostenintensiv oder gar nicht mehr möglich. Dann müssen neue Lösungen gefunden werden, damit der Geschäftsbetrieb, das Rechnungswesen oder andere Bereiche nicht gefährdet werden.

Die meisten Unternehmensanwendungen, die auf Windows XP laufen, sind auf neueren Windows Betriebssystemen kompatibel oder in einer neueren Version verfügbar – Unternehmen müssten diese also nur updaten. Die geschäftskritischen Anwendungen, die nicht auf neuen Betriebssystemversionen laufen oder in-house entwickelt wurden, können meist virtualisiert werden. Das bedeutet, dass diese auf Windows 7 oder höher übertragen werden können.

Nicht vergesssen: Disaster Recovery und BOYD!

Eine zentralisierte Strategie in Form von Modulen ist nicht nur für die Migration an sich von Vorteil. Auch die künftige Verwaltung wird vereinfacht: PC-Images können jederzeit zur Verfügung gestellt, bestehende Management-Ansätze verbessert und ein automatisierter Disaster-Recovery-Prozess über verschiedene Geräte angeboten werden. Zudem nehmen BYOD-Strategien zu – es wird mehr und mehr flexibel und mit mobilen Geräten gearbeitet.

Wolfram Weber: "Automatisieren und zentralisieren Sie den Migrationsprozess!"
Wolfram Weber: "Automatisieren und zentralisieren Sie den Migrationsprozess!"
(Bild: VMware)
Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern immer mehr smarte, mobile Arbeitslösungen zur Verfügung stellen, bei denen es insbesondere um die Benutzerfreundlichkeit geht. Mit einem zentralisierten Ansatz des PC Image Managements können Unternehmen sich darauf fokussieren, den Anwendern eine sichere, einfache und konsistente virtuelle Arbeitsumgebung anzubieten, unabhängig davon, welchen Rechner sie nutzen. Damit eröffnet man sich auch Flexibilität beim sukzessiven Umstieg der Anwendungen auf neue Betriebssystemversionen oder gar andere Endgeräte mit anderen Eingabeformen als Keyboard und Mouse, wie Tablets.

Der Autor:

Wolfram Weber ist Lead Solution Architect bei VMware.

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