Cloud-native Anwendungen im Unternehmen

VMware führt vSphere Integrated Container und Photon Platform ein

| Redakteur: Ulrike Ostler

VMware vSphere Integrated Container und VMware Photon Platform sollen die Einführung Cloud-nativer Applikationen im Unternehmen beflügeln.
VMware vSphere Integrated Container und VMware Photon Platform sollen die Einführung Cloud-nativer Applikationen im Unternehmen beflügeln. (Bild: VMware)

VMware hat auf seiner heute zu Ende gehende Hausmesse VMworld US 2015 Vorabversionen von „VMware vSphere Integrated Container“ und „VMware Photon Platform“ vorgestellt. Beide Techniken sollen auf unterschiedliche Weise dazu beitragen, Cloud-native Applikationen und Container in Unternehmen zu verwenden.

Container-Technologien liegen im Trend, da sie vor allem das Deployment von portablen Anwendungen in der Cloud vereinfachen und beschleunigen. Daher will auch VMware mit zwei neuen Projekten diesen Trend bald schon deutlich besser und offensiver bedienen.

Allerdings haben sich Techniken wie „Docker“, „CoreOS Tectonic“, „Kubernetes“, „Mesosphere Data Center Operating System“ oder Pivotal mit „Cloud Foundry“ als längst etabliert, so dass Virtualisierungsanbieter wie VMware offenbar dadurch Boden gut machen wollen, die neuen Technologien nahtlos in die eigenen Produkte zu integrieren. Das dürfte angesichts der Verbreitung von auf vSphere basierenden Lösungen kein aussichtsloses Unterfangen sein. Cloud-und Container-Infrastrukturen mit dem gewohnten vSphere-Instrumentarium verwalten und nutzen zu können hat durchaus seinen Reiz.

vSphere Integrated Container

Mit VMware vSphere Integrated Container lässt sich laut VMware jede Art von Anwendung, einschließlich in Containern verpackter Apps auf Basis einer VMware-Infrastruktur mit Ihren bekannten Management-Instrumenten verwalten und unter Einbeziehung des kompletten Feature-Sets wie HA und „vMotion“ nutzen.

Technisch betrachtet basiert vSphere Integrated Container auf ESXi-Servern, der neuen mit vSphere 6 eingeführten Instant-Clone-Technologie, sowie auf den Projekten „Bonneville“ und „Photon OS“, wobei letztere bereits seit Frühjahr dieses Jahres als Open-Source verfügbar ist. Bonneville ist quasi ein Docker-Daemon mit VMware-spezifischen Treibern (graph, execution, network drivers), der volle API-Kompatibilität zum „Vanilla-Docker“-Client bereitstellt.

Insgesamt soll vSphere Integrated Container folgenden Unternehmensanforderungen in Bezug auf Container-Technologie erfüllen:

  • Sicherheit und Isolierung - Das Project Bonneville sorgt für Integrität und Authentizität von Containern, sowie der diesen zugrunde liegenden Infrastruktur, indem es Container isoliert und mithilfe des Instant Clone-Features von VMware vSphere in einer VM packt.
  • Speicher und Datenbeständigkeit - Während viele heute verfügbare Container-Services zustandsunabhängig sind, ermöglicht VMware vSphere Integrated Container das Bereitstellen persistenter Datenmengen für Container in VMware vSphere-Umgebungen. IT-Abteilungen und Entwickler können so beispielsweise die Geschwindigkeit und Portabilität von Container-Apps in Verbindung mit hoch belastbarem VMware vSphere-Storage nutzen, einschließlich VMware Virtual SAN und VVOLs-fähigen externem Storage.
  • Netzwerke - Auch VMware NSX unterstützt das Verwenden von Containertechnologie in produktiven Umgebungen. VMware NSX erlaubt IT-Verantwortlichen, abgestimmte Netzwerk-Mikrosegmentierung und richtlinienbasierte Sicherheit für Cloud-native Anwendungen zu verwenden. Mit NSX lassen sich Container problemlos mit dem restlichen Rechenzentrum integrieren und beispielsweise an Quarantäne-, Forensik- und/oder Monitoring-Netzwerke anschließen, etwa zur zusätzlichen Überwachung und Fehlerbehebung.
  • SLAs - Ferner können IT-Teams mit VMware vSphere Distributed Ressource Scheduler Service-Level-Agreements für Container-Workloads sicherstellen und damit geplante oder unvorhergesehene Ausfallzeiten mit VMware vSphere High Availability und VMware vSphere vMotion vermindern.
  • Management - Administratoren können außerdem „vCenter“ benutzen, um ihre Container mit Projekt Bonneville zu verwalten, ohne das dazu neue Tools oder zusätzliche Schulungen erforderlich sind, da Container nahtlos in VMware vSphere integriert sind.

Die VMworld US 2015 schließt heute.
Die VMworld US 2015 schließt heute. (Bild: VMware)

VMware Photon Platform

Ferner hat VMware in San Franzisko seine neue Photon Platform vorgestellt. DevOps oder SaaS-Anbieter, benötigen zum Betrieb skalierbarer Cloud-nativer Anwendungen eine für Container optimierte Plattform, die für hohe Workloads und Fluktuation optimiert ist.

Die Plattform wurde laut VMware nach dem API-First-Modell speziell entwickelt, um Funktionen für skalierbare Cloud-native Anwendungen anzubieten. Mit Photon Platform können DevOps-Teams etwa Open Container-Orchestrierungs-Frameworks, wie Docker Swarm, Kubernetes, Mesos oder Cloud Foundry verwenden.

Die neue VMware-Technik, von der einige Komponenten quelloffen sein werden, soll auch dynamische, durchgängige Integrationsumgebungen, den Einsatz von PaaS oder SaaS, sowie Datenanalyse-Cluster, die mit Hadoop oder Spark betrieben werden, unterstützen. Ferner will VMware seine Photon Platform in naher Zukunft mit „NSX“, „Virtual SAN“ und seine „vRealize Suite“ verheiraten.

VMware Photon Plattform besteht aus folgenden Komponenten bestehen:

  • Photon Controller - Der Photon Controller ist eine mandantenfähige, API-gesteuerte Kontrollebene, die für Skalierbarkeit, Wechselhäufigkeit und Hochverfügbarkeit optimiert wurde. So können DevOps-Teams zum Beispiel das Erstellen tausender neuer Container pro Minute beschleunigen, wobei die Photon-Plattform Hunderttausende gleichzeitiger Workloads unterstützt. Die Technik bindet auch das Project „Lightwave“ ein, das eine Vertrauens-Ebene für Container bereitstellen soll. VMware will seinen Photon Controller zudem als Open Source freigeben
  • VMware Photon Machine - Eine Photon Maschine kombiniert VMwares neuen leichtgewichtigen ESX Microvisor mit einer Linux Photon VM. In Kombination mit einem Photon Controller Network lassen sich Cloud-Applikationen damit ultraschnell bereitstellen; VMware spricht von weniger als 500 Millisekunden.

Preise und Verfügbarkeit

Project Lightwave und Project Photon OS sind bereits als Open Source Projekte auf GitHub verfügbar, während VMware Photon Controller voraussichtlich im 4. Quartal 2015 als private Beta-Version erhältlich sein soll.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43579824 / Middleware)