Suchen

So kommen die Programme zum Anwender, Teil 2

Virtuelle Desktops vereinfachen die IT-Verwaltung

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Die Umsetzung

Die Umsetzung der Desktopvirtualisierung kann verschiedenartig vorgenommen werden. Unterschieden wird meist nach einem „Individuellen Desktop“, einen „Automated Desktop Pool“, einen „Manual Desktop Pool“ und dem Microsoft „Terminal Services Desktop Pool“. Die vier Modelle unterscheiden sich in der „Ausführumgebung“. Hierbei handelt es sich um die Umgebung, in der der virtuelle Desktop letztendlich läuft. Dies kann beispielsweise ein lokaler PC, eine Blade-Einschub im Rechenzentrum oder ein Desktop-Image in einem Server sein. Bei dem virtuellen Desktop handelt es sich aber immer um ein vollständiges System-Image aus Betriebssystem und Anwendung.

Mit Hilfe der zugehörigen Verwaltungstools erfolgt das Einrichten und Verteilen der virtuellen Desktops zentralisiert aus dem Datacenter. Damit richtet der IT-Verwalter die virtuellen Strukturen ein und passt sie an die eigenen Anforderungen im Unternehmen an. Zu diesen Aufgaben gehören die Verwaltung der virtuellen Desktop-Umgebung und das Einrichten der Desktops für die Benutzer.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Statt der Installation von Software auf den Benutzergeräten kommen in der Regel Templates oder Pools zum Einsatz. Aus diesen Templates oder Desktop-Pools werden dann die individuellen Arbeitsplätze der Anwender abgeleitet. Daher müssen für virtuelle Desktops lediglich diese Templates eingerichtet werden. Der Benutzer erhält dann einen dieser virtuellen Arbeitsplätze zugewiesen. Dies passiert über ein Zugangsportal. Über dieses erhalten die Benutzer eine Auswahl der verfügbaren virtuellen Desktops und deren Anwendungen.

Ein Connection Server übernimmt die Rolle des Brokers. Der Benutzer verbindet sich dann mit seinem Endgerät mit den Diensten im Rechenzentrum. Dort werden die Benutzeranfragen entgegengenommen und an die nachgeschaltet virtuellen Desktops weitergeleitet. Hierzu dient ein Connection Server. Er kümmert sich auch um die Authentifizierung der Benutzer. Anschließend wird dem Benutzer mit seinem zugewiesenen Desktop verknüpft.

RDP, ICA und PCoIP

Virtuelle Desktops werden in der Regel auf einem Server im Rechenzentrum ausgeführt. Das Gerät am Benutzerarbeitsplatz dient dann nur als Anzeigeeinheit. Daher benötigt ein virtueller Desktop eine stärkere und enge Netzwerkanbindung an die zentralen IT-Dienste.

Dazu haben die Hersteller die Kommunikationsprotokolle zwischen zentralen Dienst und Benutzergerät optimiert. Dies findet sich beispielsweise bei RDP (Remote Desktop Protocol) von Microsoft, ICA (Independent Computing Architecture) von Citrix oder PCoIP (PC over IP) von VMware. All diese Protokolle sorgen für eine bessere und schnellere Abbildung der virtuellen Desktops auf den Benutzergeräten.

PCoIP beispielsweise ist auf den Einsatz in virtuellen Desktop-Umgebungen optimiert. Es hilft um ein vollständiges Desktop-Abbild im zentralen Data Center aufzubauen und diese Images an ein PCoIP-fähiges Endpunktgerät zu übermitteln. Vor der Übertragung des Desktop erfolgt die Verschlüsselung und Komprimierung der Inhalte. Durch PCoIP erhalten die Benutzer ihre Desktop-Oberfläche just so, wie es bei einem lokalen Desktop der Fall ist. PcoIP unterstützt sowohl Thin Clients als auch Zero Clients. Die Ausführung des Desktops erfolgt allerdings zentral. Ein Manko der remote Ausführung ist meist die benötigte Netzwerkbandbreite und Latenz. Auch hierzu hat PcoIP diverse Optimierungen, um den Benutzer das Gefühl eines lokalen Desktop zu vermitteln.

Ausblick auf den letzten Teil der Reihe

Der dritte und letzte Teil der Reihe beschäftigt sich mit neuen Applikationsportalen als zentrale Zugangsknoten.

(ID:31279960)