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„Virtuelle Desktops eröffnen bislang verborgene Möglichkeiten“

Autor / Redakteur: Michael Hase / Michael Hase

Bei der Client-Virtualisierung stehen Unternehmen mehrere Konzepte zur Auswahl. Jörg Tewes, Solution Manager bei Computacenter, erläutert die wesentlichen Unterschiede zwischen Terminal-Services und virtuellen Desktops. Außerdem beschreibt der Experte die Vor- und Nachteile der neuen Thin-Client-Generation.

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In virtuellen Desktop-Umgebungen bieten Thin Clients eine Reihe von Vorteilen.
In virtuellen Desktop-Umgebungen bieten Thin Clients eine Reihe von Vorteilen.
(Igel Technology)

Virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) stoßen inzwischen bei Unternehmen auf größere Akzeptanz. Wann lohnt sich eine Investition in das Konzept?

Jörg Tewes: Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten. Ob eine Investition in virtuelle Desktops sinnvoll ist, entscheidet der individuelle Anwendungsfall. Solange die Lizenzpolitik der Hersteller so bleibt, wie sie aktuell ist, werden virtuelle Desktops in der Regel nicht günstiger als eine Fat-Client-Lösung sein. Dafür erschließen virtuelle Desktops aber ganz neue Anwendungsmöglichkeiten.

Woran denken Sie konkret?

Jörg Tewes: Die abgesicherte Freigabe von sensiblen Firmendaten für externe Dienstleister ist eine wichtige Anwendungsmöglichkeit. Der Zugriff erfolgt über ihre eigenen Desktops auf die virtuellen Desktops des Auftraggebers, ohne dass Daten herausgegeben werden müssen. Kunden nutzen die Technologie auch gern, um Beschäftigten die Arbeit im Home-Office zu ermöglichen.

Jörg Tewes, Solution Manager bei Computacenter
Jörg Tewes, Solution Manager bei Computacenter
(Computacenter)
Der virtuelle Client und alle Daten verbleiben im Rechenzentrum des Unternehmens. Neben dem Sicherheitsaspekt gewinnt man durch diesen Ansatz auch Performance, da der Client weiterhin mit Gigabit-Geschwindigkeit an die Backend-Services angebunden bleibt. Weiterhin sind Szenarien im Bereich von Migrationen denkbar: Applikationsverantwortlichen muss zur Freigabe neu paketierter Anwendungen kein physischer Desktop mit Windows 7 oder Windows 8 zur Verfügung gestellt werden. Dazu kann ein virtueller Desktop im Rechenzentrum dienen.

Die Szenarien, die Sie schildern, lassen sich doch teilweise auch mit Terminal-Services, dem klassischen Server Based Computing, realisieren?

Jörg Tewes: Ja, oft ist das sogar die kostengünstigere Alternative. Aber längst nicht alle Anwendungen eignen sich dafür. Beim Server Based Computing wird der Desktop eines Terminal-Servers für mehrere Benutzer freigegeben. Sie teilen sich also den Server, sodass allen das gleiche Angebot an Anwendungen zur Verfügung steht.

Vorteil dieser Methode ist, dass Desktops vergleichsweise günstig bereitgestellt werden können. Das liegt zum einen an den benötigten Lizenzen, zum anderen an dem gemeinsam genutzten Betriebssystem. Nicht alle Anwendungen sind jedoch Terminal-Server-fähig. Dazu gehören beispielsweise solche, die sich nicht mehrfach starten lassen oder die Administrationsrechte benötigen. Auch die Lizenzbestimmungen mancher Hersteller lassen den Einsatz nicht zu.

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