IT-Anbieter erkennen „zunehmenden Handlungsbedarf“ an

Verein für „Zero Outage“ gegründet

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Diese Ausfälle erledigen sich wenigstens von alleine
Diese Ausfälle erledigen sich wenigstens von alleine (Bild: Erich Bals / Pixelio.de)

Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der IT-Branche wollen gemeinsam Maßstäbe setzen, um mit Design-Prinzipien für Null-Fehler-Produkte die Zuverlässigkeit von IT-Infrastruktur zu verbessern.

Anscheinend ist die Erkenntnis gereift, dass der gern beschworene Trend der Digitalisierung seine Grenzen haben dürfte, wenn die IT im bisher gewohnten Maßen immer mal wieder ausfällt. Hoch-sichere Lösungen wirken mit exorbitanten Preisen für ihre fünf Neunen auch nicht wirklich trendfördernd. Das haben zumindest Teile der IT-Industrie erkannt und sich zusammengetan.

Nun soll ein Standard her, aber...

Es bestehe „ein zunehmender Handlungsdruck“ gestehen neun Anbieter aus verschiedenen Segmenten der IT-Industrie ein. Sie haben sich zu einem Verein „Zero Outage Industry Standard“ zusammengetan – mit Sitz in London, trotz des Ausfalls Großbritanniens in der EU. Die Gründungsmitglieder Brocade, Cisco, Dell EMC, Hitachi Data Systems, Juniper, NetApp, SAP, Suse und T-Systems.

Dem Namen nach ist es also das Ziel, industrieweite Standards für ausfallsichere Produkte zu entwickeln. Konkrete Standardisierungsvorhaben führt die Pressemitteilung zur Gründung des Vereins noch nicht an. Darin ist weniger präzise von „einem Zero Outage-Branchenstandard zur Sicherung der Qualität und Zuverlässigkeit von IT-Infrastrukturen“ die Rede.

...alle Ankündigungen sind noch sehr unpräzise

Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, „definierte herstellerübergreifende Ende-zu-Ende Lösungszeiten im Störungsfall zu minimieren, Qualifizierungsniveaus für Mitarbeiter sowie Sicherheits- und Plattformanforderungen festzulegen“. Das soll Fehler reduzieren, die Verfügbarkeit und Sicherheit verbessern sowie die Kosteneffizienz sichern.

Die Pressemitteilung illustriert, wie weit die Realität anscheinend vom guten Willen entfernt ist. Denn unter den genannten Maßnahmen wollen die Unternehmen „die branchenweite Diskussion in die Wege leiten und ein gemeinsames Qualitätsverständnis erarbeiten“. Ferner ist die Absicht genannt, einen „Best Practice-Ansatz zu entwickeln“. Vielleicht gibt es demnächst mehr ja zu sehen unter www.zero-outage.com. Die Website war auch Tage nach der Start der Initiative noch leblos.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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