Gerangel um die Dominanz der Hypervisoren und schon steht neue Hardware parat

Verdrängt der Open-Source-Hypervisor KVM nun Xen?

09.02.2011 | Autor / Redakteur: Wolfgang Sommergut / Ulrike Ostler

Gefragter Zwischenspeicher

Diese dient dazu, temporäre Daten des Desktops (inklusive Auslagerungsdatei) auf lokalen Server-Platten zwischenzuspeichern anstatt teuren SAN-Speicher zu belegen. Nebenbei verbessert die Nutzung von lokalem Storage die Performance, weil der Client wesentlich mehr Schreib- als Lesezugriffe produziert und deshalb hunderte oder tausende aktive virtuelle Desktops ein SAN ausbremsen können.

Xen dient darüber hinaus als Technikfundus überall dort, wo Virtualisierung neue Nutzungsmodelle erschließen kann. Am deutlichsten wird dies sichtbar beim Client-Hypervisor „XenClient“, der ein wesentliches Manko virtueller Desktops beseitigt, indem er sie auch offline verfügbar macht.

Auch sonst kommt Citrix überall dort Xen-Technik gelegen, um den Cloud-Initiativen von VMware eigene Konzepte entgegenzusetzen. Das gilt beispielsweise für OpenStack, an dem Citrix neben Rackspace und der NASA federführend beteiligt ist und das eine Alternative zum „vCloud Director“ hervorbringen soll.

Keine großen Innovationen mehr beim Hypervisor

Citrix reklamierte im April 2010 für XenServer einen Marktanteil von 11 Prozent. Angesichts von zunehmend heterogenen Hypervisor-Umgebungen und der Schwierigkeit, die Nutzung eines kostenlosen Tools zu messen, sind solche Zahlen mit Vorsicht zu genießen.

Aber XenServer profitiert davon, dass KVM im produktiven Einsatz noch kaum anzutreffen ist. Dies liegt weniger an der Reife des Hypervisors, sondern am Mangel an guten Management-Tools. Red Hat als treibende Kraft hinter KVM ist beispielsweise immer noch damit beschäftigt, seinen Virtualization Manager von Windows auf Java zu portieren.

Bei der Abwägung zwischen Kosten und Nutzen einer Weiterentwicklung von Xen kommt Citrix entgegen, dass die wichtigsten Fortschritte nicht mehr auf der Ebene des Hypervisors stattfinden, sondern bei der Management-Software für virtualisierte Systeme.

Während sich VMware als Pionier der x86-Virtualisierung noch mit den Hürden einer virtualisierungs-untauglichen Architektur herumschlagen musste, übernimmt zunehmend die Hardware ehemals zentrale Funktionen des Hypervisors. Dieser wird nicht nur zunehmend schlanker, sondern verliert auch an Bedeutung.

weiter mit: Die Musik spielt bei den Management-Tools

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