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Rechenzentren sind schlecht gerüstet für Virtualisierung und Cloud Veraltete Infrastruktur bremst Datacenter ein

| Redakteur: Wilfried Platten

Eine weltweite Datacenter-Studie von Brocade postuliert: Fast zwei Drittel der Befragten haben kein Vertrauen in Rechenzentrums-Netzwerke.

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In Reih und Glied? So klar scheinen die Cloud-Rechenzentren leider nicht aufgestellt zu sein.
In Reih und Glied? So klar scheinen die Cloud-Rechenzentren leider nicht aufgestellt zu sein.
(Bild: Scanrail - Fotolia.com)

Traue keiner Studie, die Du nicht selbst in Auftrag gegeben und bezahlt hast! Das gilt in der Pharmaindustrie, im Politikbetrieb und auch in der IT-Welt. Und dann werden häufig mit den nackten Zahlen ja auch noch die Wertungen mitgeliefert. Oder die Fakten ganz weggelassen und gleich die passenden Interpretationen angedíent. Deshalb sind sie immer mit einer gewissen Vorsicht und kritischen Distanz zu genießen. Mit dieser gesunden Skepsis und der ketzerischen Frage „Cui bono?“ (Wem nützt es?) im Hinterkopf können Studien aber auch erhellende Fakten liefern.

Düsteres Bild

So überrascht das Resümee einer aktuellen Untersuchung kaum, dass viele Unternehmen noch mit einer veralteten Rechenzentrums-Infrastruktur arbeiten und damit Produktivität und Anwenderfreundlichkeit einbüßen.

Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Vanson Bourne durchgeführt. 1.750 IT-Entscheidungsträger und Angestellte in Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Nordamerika wurden im Frühsommer 2013 befragt.

Interessanter ist da schon die konkrete Zahl, dass drei Viertel der Unternehmen ihre IT-Umgebungen in den letzten drei Jahren aktualisiert haben und trotzdem 91 Prozent der IT-Entscheider substantielle Nachbesserungen für nötig halten, um den aus Virtualisierung und Cloud Computing resultierenden Anforderungen gerecht zu werden. Und auch das Eingeständnis von einem Drittel der Befragten, dass mehrere Netzwerk-Ausfälle pro Woche bei ihnen der Normalfall sei, killt die ein oder andere euphemistische Hochverfügbarkeits-Illusion.

Teure Ausfälle

61 Prozent der Befragten gaben zu, dass ihre Netzwerke für anspruchsvolle Anforderungen wie Videokonferenzen oder Datenbankzugriffe von mobilen Geräten nicht geeignet sind. Fast die Hälfte (41 Prozent) räumte ein, dass Ausfallzeiten ihrem Unternehmen bereits finanziell geschadet hätten, entweder durch entgangene Einnahmen, verletzte SLAs oder durch einen Vertrauensverlust bei den Kunden.

„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die meisten Unternehmen trotz der Investitionen in den vergangenen Jahren für die aktuellen Anforderungen schlecht aufgestellt sind. Viele der heutigen Rechenzentren basieren auf über 20 Jahre alten Technologien, und es ist Fakt, dass diese mit der gestiegenen Nachfrage nicht mehr mithalten können“, so Jason Nolet, Vice President Data Center Switching und Routing bei Brocade zu der Untersuchung. „Virtualisierung und Cloud-Modelle erfordern größere Netzwerkflexibilität und -leistung sowie geringere Betriebskosten und weniger Komplexität.“

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