In der Behörden-IT und anderswo

Verändert DevOps wirklich die Servicebereitstellung?

| Autor / Redakteur: Kong Yang* / Ulrike Ostler

(Bild: TimArbaev/ iStock)

Die Innovationsgeschwindigkeit kann beängstigend sein. Ebenso beängstigend ist die Tatsache, dass Innovation auf jeden Fall stattfindet – wir müssen damit Schritt halten, ansonsten geraten wir ins Hintertreffen.

Bei Behörden gelten heutzutage die Cyber-Sicherheit, das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und die allgegenwärtige Datenverarbeitung als Innovationsmotor. Seit 2011 sind beispielsweise US-Behörden durch die Federal Cloud First Policy angehalten, bei IT-Investitionen immer auch Cloud-Lösungen zu berücksichtigen.

Die Akzeptanz der Cloud-Technologie steht seither verstärkt im Mittelpunkt des Interesses. Und obwohl sich diese Richtlinie aufgrund der Finanzierung, der Cyber-Sicherheit und gesetzlicher Auflagen nicht so schnell wie erwartet durchsetzen konnte, treibt sie die Innovation dort nun in noch stärkerem Maß voran.

Was bedeutet diese Innovation, die schneller als die Lichtgeschwindigkeit ist? Sie bedeutet, dass jetzt unbedingt Services bereitgestellt werden müssen. Sie bedeutet, dass wir auf ein System mit kontinuierlicher Integration und Bereitstellung umstellen müssen, um mit den Anforderungen der Endbenutzer Schritt zu halten. Sie bedeutet, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um eine DevOps-Methode einzuführen, damit wir mit dem Wandel Schritt halten können, der in der Behörden-IT stattfindet.

DevOps - eine Definition

Bei DevOps handelt es sich um eine auf die Organisation fokussierte Methode für die Software-Entwicklung. Die Trennung zwischen den Entwicklungs- und Operationsteams wird damit aufgehoben und gemeinsame Prozesse und gemeinsame Verantwortlichkeit werden gefördert. DevOps ist ein Ansatz, mit dem die Flexibilität und Skalierbarkeit von Organisationen gefördert wird.

Beim traditionelleren Software-Entwicklungsmodell schreibt ein Team den Code, ein anderes Team testet ihn und ein weiteres Team stellt die Software bereit oder führt sie aus. Diese Methode ist unglaublich zeitaufwändig und das Problem mit Schuldzuweisungen wird verschärft, falls etwas schiefgeht. Mithilfe dieser Methode erhalten die Kunden demnach nicht die gewünschte Servicequalität (Quality of Service, QoS).

Mit der neuen DevOps-Kultur und -Mentalität tragen die Entwickler gemeinsam die Verantwortung für das Testen und den Betrieb. Jeder ist für die Performance verantwortlich, und jeder nutzt dieselben Tools und verfolgt dieselben Ziele. Zusammengefasst kann man sagen, dass DevOps behördliche IT-Profis auf jeden Fall dabei unterstützt, die Anforderungen an die Servicebereitstellung einer anspruchsvollen Benutzerbasis im Hinblick auf Verantwortlichkeit und Transparenz zu erfüllen.

Die ersten drei Schritte

Trotz dieser Vorteile erfolgt die Umstellung auf eine DevOps-Kultur nicht über Nacht. Es kann nicht genug betont werden, dass es sich um einen Wandel handelt, der die Zustimmung und Koordination in der gesamten Organisation erfordert. Vor diesem Hintergrund sollten IT-Verantwortliche unbedingt folgende erste Schritte für die Einführung von DevOps ergreifen:

Schritt eins: Überwachung

Für einen DevOps-Prozess muss alles überwacht werden. Die Überwachung liefert Informationen zur Transparenz und Sensibilisierung und sorgt dafür, dass alle Teammitglieder auf demselben Stand sind. Mithilfe der Überwachungs-Tools verschaffen sich Entwickler und Operations-Manager einen Überblick über das Leistungsverhalten von Code und das Verhalten von Systemen.

Dies ermöglicht die schnelle und problemlose Erkennung und Behebung von Problemen. Insbesondere die Leistungsüberwachung ist ein kritischer Messwert für das gesamte Team. Mangelhafte Leistung betrifft jeden, von Entwicklern bis hin zu IT-Operations und Endbenutzern. Die Leistungsmessung zu jedem Zeitpunkt und überall ist ein wichtiger Schritt bei der Implementierung einer DevOps-Methode.

Schritt zwei: Transparenz

Wozu dient die Überwachung, wenn niemand die Ergebnisse sieht? Transparenz für alle überwachten Bereiche – für den gesamten Anwendungsstapel und alle für die Leistung ausschlaggebenden Faktoren – ist ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit, die das Markenzeichen einer erfolgreichen DevOps-Methode darstellt. Ein umfassender Überblick über die Ergebnisse und die Auswirkungen jeder Änderung sollte in der gesamten Organisation verfügbar sein. Ideal für die Transparenz ist eine zentrale, schnell verfügbare Übersicht.

Schritt drei: Automatisierung

Die Automatisierung ist eine der Schlüsselkomponenten der kontinuierlichen Integration und Bereitstellung und damit wiederum von DevOps. Der Grund? Geschwindigkeit. Wenn Codebereitstellungen, Tests, Überwachungen, Warnungen und viele mehr automatisiert werden, werden alle Vorgänge deutlich beschleunigt. Automatisierungstools ermöglichen schnelle Veröffentlichungen und Skalierungsaufgaben sowie die automatische Behebung bekannter Probleme.

Die notwendigen Softwarewerkzeuge

Neben diesen drei Schritten sollten weitere Lösungen zur Unterstützung einer DevOps-Umgebung eingeführt werden, nämlich Konfigurations-Management, ein Code-Repository und Protokollierungs-Tools. Protokollierungstools liefern die erforderlichen Informationen zu den Ereignissen in der DevOps-Umgebung, die für die Fehlerbehebung eine wichtige Rolle spielen.

Die Einführung einer DevOps-Methode ist, wie bereits erwähnt, weder schnell noch einfach. Angesichts dieser Tatsache ist dies ein extrem wichtiger Aspekt bei der Änderung der Servicebereitstellung für Behörden. Durch die Einführung von DevOps können behördliche IT-Profis ein schnelllebriges Umfeld, dessen Tempo sich in absehbarer Zeit weiter steigern wird, bewältigen und erfolgreich sein.

* Kong Yang ist Head Geek, Virtualization & Cloud Practice, bei Solarwinds, einem Anbieter von IT-Management-Software mit Sitz in Austin, Texas.

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Kommentar aus Facebook von Jannis Walter: Würg... Devs haben keine oder deutlich weniger Ahnung...  lesen
posted am 11.10.2016 um 10:39 von Unregistriert


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