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Talent, Mut und Pioniergeist Unternehmensführung in der Post-Corona-Ökonomie

| Autor / Redakteur: Gerold Wolfarth* / Ulrike Ostler

Wie wird die globale Krise unser Leben und Wirtschaften verändern? Erstarren wir in Zukunftsangst oder wagen wir den Aufbruch in eine neue Ökonomie? Wie können wir jetzt die Weichen für eine produktive wirtschaftliche Zukunft stellen, während viele Gewissheiten ins Wanken geraten?

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Früher waren es unbekannte gewässer und Länder, die es zu entdecken galt. Heute fordert Unternehmer und Senator der Wirtschaft Europa Gerold Wolfarth Pioniergeist in der Unternehmensführung.
Früher waren es unbekannte gewässer und Länder, die es zu entdecken galt. Heute fordert Unternehmer und Senator der Wirtschaft Europa Gerold Wolfarth Pioniergeist in der Unternehmensführung.
(Bild: CC BY / CC BY NaN)

Ein Mikro-Organismus hat unsere überhitzte Welt in die Knie gezwungen. Dieses traumatische Erlebnis von Verwundbarkeit hat Spuren im Gedächtnis unserer hypermobilen und fortschrittsgetriebenen Weltgesellschaft hinterlassen. Eine neue Realität entsteht und zeigt uns die Grenzen auf.

Der Shutdown hat mit Tempo neue Fakten gesetzt, viele Gewissheiten, Werte und Normen ins Wanken gebracht und Entwicklungen angestoßen, die den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft weiter beschleunigen. Wir werden lernen müssen, unsere Sicht auf die Dinge und wie wir über sie denken, grundlegend zu ändern.

Wagnis Erneuerung: Charaktertest für Talent, Mut und Pioniergeist

Denn die globale Herausforderung führt uns vor Augen, wie brüchig unsere gesellschaftlichen Systeme und Handlungskonzepte sind und wie fatal es sein kann, sich auf etablierte Routinen und Prozesse zu verlassen. Fordernde Zeiten eröffnen aber zugleich auch Möglichkeitsräume und sind ein fruchtbarer Boden für frische Ideen, Perspektivwechsel und Aufbruch.

Entscheidend ist, dass wir Krisen als Handlungsimpulse für Innovation und Erneuerung verstehen, um jetzt den Grundstein zu legen und die Weichen zu stellen für morgen. Darin steckt die wahre Arbeit und Verantwortung für mutige Unternehmer und Führungskräfte in diesen Tagen.

Wir können nicht wissen, wie die Zukunft nach Corona aussieht und welches Erbe sie uns hinterlassen wird. Doch schon nach den ersten Krisenwochen wurde deutlich: Der Geist der Veränderung wirft seine Schatten voraus, es entsteht etwas ganz Neues. In jedem Fall wird es auf die Wandlungskompetenz der Führungskräfte ankommen, um für den Neustart nach Corona gerüstet zu sein.

Wenn wir die Lernerfahrung dieser Krise nutzen, können wir auch gestärkt aus ihr hervorgehen. Was wir dafür in der Zeit nach Corona brauchen, ist vor allem unternehmerisches Talent, Mut und Pioniergeist.

Die Solidargemeinschaft formiert sich neu

Die Corona-Erfahrung hat die Menschen in einem beispiellosen Akt der Solidarität einander näher gebracht. Wir sind feinfühliger geworden und richten unsere Aufmerksamkeit mehr auf die Frage, was wir füreinander sind und wie wir miteinander umgehen. Das verändert unser Selbstbild und die Erwartungen.

Unternehmen bleiben davon nicht ausgespart. Denn gerade auf sie wird es ankommen, sobald der Wirtschaftsturbo wieder anspringt. Von ihnen wird Innovation und Dynamik verlangt, aber auch Solidarität und Rücksicht.

Dient die Marktwirtschaft noch dem Allgemeinwohl? Über diese Frage gab es schon vor Corona die heftigsten Debatten. Jetzt, wo empathisches Krisen-Management und Führung gefordert sind, ist das alte Steigerungsspiel nicht mehr hinnehmbar. Wir müssen zu einem neuen Konsens sozialer, ökonomischer und ökologischer Vernunft finden. Es gilt, praktische Alternativen zu entwickeln, die als echte lebenswerte Zukunftsmodelle dienen können und uns aus dieser Sackgasse herausführen.

Wandlungskompetenz und Beziehungsgestaltung statt Effizienz

Es ist Zeit für Führungspersönlichkeiten, die sich als Architekten und Vorbilder einer neuen Leitkultur verstehen. Die nach Balance suchen, zwischen unternehmerischen Profitstreben und sozialer Verantwortung. Der Weg führt über eine neue Qualität in der Zusammenarbeit und einen Wandel der Beziehungskultur. Dafür braucht es Führungskräfte, die sich von ihrer Rolle als Rendite getriebene Leistungskontrolleure verabschieden und sich zum Mentor und Coach für ihre Teams entwickeln.

Jede ganzheitliche Vorstellung von Welt und Wirtschaft bietet jetzt die besten Voraussetzungen, gehört zu werden. Viele gute Entwürfe haben sich schon vor Corona gezeigt, wo kreative Unternehmen ihre Ideen einer anderen möglichen Welt bereits umgesetzt haben. Unternehmen, die sich am Wohl der Vielen ausrichten, werden als Impulsgeber für andere an Bedeutung zulegen.

Denn auch das zeigte die Krise: Nicht die Organisationsstrukturen sind der entscheidende Faktor, sondern eine Kultur, die auf Menschlichkeit, Respekt und Vertrauen basiert. Jetzt geht es um die Gestaltung einer zuversichtlichen Denk- und Handlungsweise im Umgang mit Unsicherheit und Risiko. Diese Kooperationsformen haben sich bereits formiert und sind sehr erfolgreich. Sie geben Orientierung, motivieren und halten zusammen. Sie sind agiler, wandlungsfähiger und kommen so auch besser durch die Krise. Nach Corona wird diese Lehre noch wichtiger werden.

Arbeit an der Führungskultur als Bewährungsprobe für Zukunftssicherheit

Unternehmen, die sich wieder glaubhaft mit den Menschen, der Natur und den Märkten der Zukunft verbinden möchten, sind gut darin beraten, Ballast abzuwerfen und den Sprung in den Neustart zu wagen, wo sie sich neu erfinden. Befreien Sie sich von alten Denk- und Handlungsmodellen. Sie haben den Zukunftstest nicht bestanden. Denn es geht um nichts weniger, als um die Gestaltung der Ökonomie von morgen. Das erfordert eine neue Qualität visionärer Unternehmensführung, vor allem Risikobereitschaft, Neues zu denken und Innovationen zu erproben.

Wer in existenzkritischen Zeiten und im Prozess der Erneuerung führen und motivieren will, Leistungswillen und Produktivität einfordern sowie Identifikation und Loyalität erreichen will, der braucht Rückgrat, Beziehungsfähigkeit, emotionale Intelligenz und Selbstbewusstsein, aber auch Empathie und einen achtsamen Blick für sein Team. Arbeit an der Führungskultur ist kein Schönwetterprogramm für das Management, sondern die elementare Bewährungsprobe für Zukunftssicherheit und Überlebensfähigkeit. Sie erfordert Neugier und auch Entschlossenheit, sich eigenen Themen zu stellen - der Schlüssel für Veränderungen und nachhaltigen Erfolg.

Gerold Wolfarth: „Die Unternehmen der Zukunft stellen nicht Gewinn, Hierarchie und Karriere in den Mittelpunkt, sondern den Menschen.“
Gerold Wolfarth: „Die Unternehmen der Zukunft stellen nicht Gewinn, Hierarchie und Karriere in den Mittelpunkt, sondern den Menschen.“
(Bild: BK Group)

Als Unternehmer möchte ich auch Sie als Betreiber von Datacentern hiermit ermutigen, die Signale einer heraufziehenden neuen Zeit als Chance für einen Sprung in die Erneuerung zu nutzen, sich neu zu erfinden und Innovationen zu erproben. Sie werden erkennen, Ihrem Unternehmen geht es dann gut, wenn es auch der großen Gruppe gut geht: Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern und Mitarbeitern.

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