Erweitertes Angebot mit neuen Cloud-Chancen Univention macht offenes Cloud Computing möglich

Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Florian Karlstetter

Univention, eins der gewichtigsten deutschen Open-Source-Unternehmen, zeigt seinen Kunden, Software- und Service-Providern einen Weg in die Cloud. Schrittweise, offen und frei von Herstellerbindungen sowie reversible.

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"Take what you want": Das Software-Angebot im Univention App Center wird zunehmend zum Selbstbedienungsladen für Anwender - Eindrücke vom Univention Summit 2015 in Bremen.
"Take what you want": Das Software-Angebot im Univention App Center wird zunehmend zum Selbstbedienungsladen für Anwender - Eindrücke vom Univention Summit 2015 in Bremen.
(Bild: Univention)

„IT in der Ära von Cloud Computing ist hybrid und basiert auf Open-Source-Software. Denn sie muss skalierbar und kombinierbar sein.“ Mit dieser Aussage fasste der Firmengründer und -chef Peter Ganten auf dem diesjährigen „Univention Summit“ die Rahmenbedingungen zusammen, innerhalb derer sich das Bremer Unternehmen neu positioniert. „Die IT wird in Cloud-Zeiten für Softwarehäuser, Service-Provider und Kunden von Nutzen sein – wenn sie offen ist.“

Mehr als 250 Partner und Anwender von Univention fanden kaum genug Platz in einem Studio des Bremer Rundfunks. Rund zwei Monate vor der Veranstaltung hatte Univention das Interesse des Publikums mit zwei Neuigkeiten verstärkt:

Das Major-Release 4.0 von „Univention Corporate Server“ (UCS) bietet deutlich erweiterte Möglichkeiten, insbesondere Richtung Cloud. Und UCS 4 wird samt dem „App Center“ von Univention zum technischen Kern der Open Cloud Alliance (OCA). Die will es ermöglichen, Anwendungen im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Provider zu betreiben sowie jederzeit zwischen verschiedenen Szenarien und Applikationen zu wechseln.

„Die Cloud ist in den Köpfen angekommen“, ist Ganten überzeugt. „Ab sofort geht es nicht mehr um das Ob, sondern ausschließlich um das Wie. Wir glauben jedoch, dass die Herausforderung nun darin besteht, Cloud Computing in die vorhandene Infrastruktur zu integrieren – nicht Systeme komplett zu ersetzen.“

Der Univention-Chef bezog sich dabei auf eine IDC-Studie über Cloud-Pläne deutscher Anwender. Demnach haben bereits zwei Drittel eine Private Cloud in der ein oder anderen Form eingerichtet. 54 beziehungsweise 39 Prozent wollen in den nächsten ein bis zwei Jahren Hybride Clouds beziehungsweise Hosted Private Cloud nutzen.

Open Source steht bei Anwenderunternehmen hoch im Kurs

Gleichzeitig steht Open Source in den Plänen der Anwender ganz hoch in Kurs, wie eine Befragung der Linux Foundation ergeben hat. Die häufigst genannten Argumente für die Linux-Orientierung sind funktionale Breite, Total Costs of Ownership, Sicherheit, Vermeidung von Vendor Lock-in und zunehmende Erfahrung.

2014 ist erstmals die Zahl der Lizenzen für proprietäre Datenbanken gesunken, während die Open-Source-Lizenzen auf einen Anteil von 42 Prozent gestiegen sind. Die Marktentwicklung hat selbst Microsoft zu einer Öffnung seiner Technologiepolitik bewegt.

Weitere Eindrücke vom Univention Summit 2015 in Wort und Bild finden Sie in unserer Bildergalerie:

Univention Summit 2015
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Snowden-Enthüllungen bestätigen die Skepsis in Deutschland

Die Snowden-Veröffentlichungen haben die oft als übertrieben Cloud-skeptisch gescholtenen deutschen Anwender bestätigt. Sie wollen, so Ganten, Datenschutz und Sicherheit, sie wollen wissen wo ihre Daten sind, eine ihnen bekannte Rechtsumgebung, Wahlfreiheit und Wettbewerb, Integration der bestehenden Infrastruktur, einfache Lösungen, ihnen bekannte und greifbare Softwarehäuser und Service-Provider.

"No Software" ist auch keine Lösung

Ganten hatte leichtes Spiel, die „No Software“-Werbung von Salesforce zu verreißen. Denn sie beraubt die Anwender ihrer Rechte, ihre Umgebung selbst zu kontrollieren, on premise zu betreiben, zu migrieren, Software zu besitzen, Wahlfreiheit zu haben, selbst innovativ zu sein. Genau das Gegenteil wollen die Open Cloud Alliance und Univention mit UCS und dem App Center möglich machen. Einige Cloud Service-Provider stellten in Bremen erste Testimplementierungen vor.

Univention Summit 2015
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Auch für Partner lukrativ

Das Angebot von OCA und Univention ist für die Partner offensichtlich attraktiv. Die diversen kleineren und Branchen- oder regional orientierten Service-Provider (ASP, Managed Hosting etc.) können ihren Kunden mehr Services und mehr Auswahl anbieten, ohne die Bestandskundschaft zu verlieren. Die Softwareanbieter kommen dadurch mit ihrem Lösungsangebot näher an potenzielle Anwender heran und gewinnen einen neuen Kanal für das schwierige Neukundengeschäft.

Das hat sich offenbar herumgesprochen. Allein im Jahr 2014 hat Univention die Zahl seiner Partner um mehr als ein Drittel auf nun 280 erhöht. Inzwischen ist das Unternehmen in den USA direkt vertreten und auf allen Kontinenten durch Partner.

Starkes Wachstum auch im (Neu)-Kundengeschäft

Gleichzeitig wächst die Kundschaft rasant. 2012 verzeichnete Univention noch einen Zuwachs der Anwenderorganisationen um rund acht Prozent, 2013 war es schon ein Plus von 48 Prozent. Und 2014 gab es einen Sprung um 68 Prozent. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl derer, die UCS als Open-Source lizenzfrei heruntergeladen haben rund verdreifacht. Aber gleich um den Faktor Fünf ist die Zahl der Downloads von Lizenzträgern gestiegen. Ein wichtiges Signal für die Partner ist, dass Univention-Anwender offenbar treue Kunden sind. So ist 2014 die „Renewal Rate“ noch einmal auf jetzt 90 Prozent gestiegen.

Im Höhenflug ist auch das Univention App Center. Vor einem Jahr führte es 38 Anwendungen auf, 2013 waren 12.500 Downloads zu verzeichnen. Ende 2014 fanden sich 59 Applikationen im App Center, und Univention hat im Jahresverlauf 17.800 Downloads registriert. Noch sind etliche dieser Angebote nicht Cloud-geeignet, denn es fehlt ihnen die Mehrmandanten-Fähigkeit. Aber viele Softwarepartner von Univention haben bereits Erweiterungen in dieser Richtung angekündigt.

Das erst vor zwei Jahren eingeführte Univention App Center hat sich erfolgreich als Plattform für Vertrieb und Installation von Open-Source-Software am Markt positioniert. Jetzt erweitert Version 4.0 von UCS die Nutzbarkeit des Debian-Linux-basierenden Betriebssystems auf Szenarien mit bis zu 30 Millionen Anwendern, während bei UCS 3.2 die Obergrenze noch bei 5.000 Usern lag.

Werner Hehenwarter, Geschäftsführer des ERP-Anbieters Helium V, kommentierte: „UCS und das App Center von Univention sehen wir als zukunftsweisende Plattform für einen modernen IT-Betrieb.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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