Wählen per Blockchain-Technik

Uni Luzern realisiert erstes e-Voting-System

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Das neue e-Voting-Verfahren hat sich bestens bewährt und soll zukünftig neben Aktionärsversammlungen auch für politische Wahlen bzw. Meinungsumfragen herangezogen werden.
Das neue e-Voting-Verfahren hat sich bestens bewährt und soll zukünftig neben Aktionärsversammlungen auch für politische Wahlen bzw. Meinungsumfragen herangezogen werden. (Bild: Th. Reinhardt Pixelio)

Anfang Dezember 2017 kam erstmals bei einer studentischen Wahl an der Universität Luzern ein e-Voting-Verfahren auf Basis der Blockchain-Technologie zum Einsatz. Das Verfahren soll frei sein von Möglichkeiten der Manipulation und garantiere zusätzlich das Stimmgeheimnis.

Die Abstimmung der 623 Studierenden erfolgte auf der Plattform „univote.ch“, die von der Berner Fachhochschule (BFH) seit Längerem betrieben wird. Realisiert wurde das Projekt, das mehr als ein Jahr dauerte, unter der Leitung von Eric Dubuis des Departement Technik und Information der BFH. Wobei die Entwicklung des Blockchain-e-Voting-Verfahrens und der Software in der kalifornischen Voting Corp. entstand. Laut Dubuis verlief alles reibungslos.

Funktion der Blockchain-Technologie

Die Abgabe der Wahlstimmen erfolgte als End-to-End-Verschlüsselung. Zur Wahrung des Stimmgeheimnisses, mussten die Stimmen jedoch von den Wählern getrennt werden. Das heißt: Jede einzelne Stimme, die an sich unverändert bleibt, wurde mithilfe eines kryptografischen Verfahrens (Mix-Net) von der Identität des Wählers entkoppelt.

Damit garantiert das e-Voting-Verfahren den Wählern nicht nur ein absolutes Abstimmgeheimnis, sondern ermöglicht es ihnen zudem, während der Wahlphase zu überprüfen, ob ihre Stimme unverändert berücksichtigt wurde. Auf diese Weise können etwaige Versuche von Wahlmanipulationen sofort erkannt und in der Folge unterbunden werden.

Zukünftige Einsatzmöglichkeiten

Die Blockchain-Basistechnik eignet sich für vielseitige Anwendungen. So könnte das neue e-Voting-Verfahren nicht nur für studentische Wahlen an anderen Hochschulen, sondern ebenso für politische Wahlen allgemein, die verschiedensten Meinungsumfragen als auch für Aktionärsversammlungen zur Verfügung gestellt werden.

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