Offen für Infrastruktur- und Cloud-Experimente

Uni in Schweden schafft sich ein Forschungs-Datacenter an

| Redakteur: Ulrike Ostler

Schwedens Ministerin für höhere Ausbildung und Forschung, Helene Hellmark Knutsson, und Niklas Nordström, Stadtrat in Luleå, haben das an der Technischen Universität Luleå gegründete Rechenzentrum SICS ICE in Nordschweden eingeweiht.
Schwedens Ministerin für höhere Ausbildung und Forschung, Helene Hellmark Knutsson, und Niklas Nordström, Stadtrat in Luleå, haben das an der Technischen Universität Luleå gegründete Rechenzentrum SICS ICE in Nordschweden eingeweiht. (Bild: SICS ICE)

Jetzt ist er eingeweiht – der erste Bauabschnitt des offenen Rechenzentrums für experimentelle Forschung und Innovation, „SICS ICE“. Hinter der Initiative stehen SICS North Swedish ICT und die Technische Universität Luleå, dort, wo das Facebook-Rechenzentrum steht.

SICS ICE betreibt ein ganz neues Rechenzentrum für experimentelle Infrastruktur- und Cloud-Forschung im nordschwedischen Luleå. Es ist weltweit das erste Forschungs-Rechenzentrum für Open Data, das sowohl der Industrie als auch der Wissenschaft eine einzigartige Testumgebung für Experimente, Tests und Demonstration in diesem Bereich bietet. Die Anlage kann für kürzere oder längere Zeiten auch gemietet werden.

Johan Sterte, Rektor der Technischen Universität Luleå, sagt, was damit bezweckt werden soll: „Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Universität und SICS erhoffen wir uns Fortschritte sowohl in der Forschungsfinanzierung als auch in der Forschung selbst.“

Das Zentrum soll die Cloud- und Big-Data-Forschung unterstützen. Es soll die zukünftige Datenexplosion bewältigen können – das heißt, Informationen aus extrem großen Datenmengen zu filtern und zu analysieren. Da die Digitalisierung auch einen großen Energie-Einsatz mit sich bringen wird, steht auch die Forschung in Sachen Energie- und Bautechnik auf der Agenda.

Die Forschungsumgebung

Professor Tor Björn Minde ist CEO bei SICS North Swedish ICT, das die Anlage errichtet hat. Er sagt: „Die Datenexplosion der Zukunft bedarf heute schon neuer Lösungsansätze. Mit diesem Rechenzentrum für experimentelle Forschung, das allen interessierten Beteiligten zur Verfügung steht, wird die Rechenzentrumsforschung Fahrt aufnehmen und der Kompetenzzuwachs in Schweden bekommt einen starken Motor.“

Wenn die Anlage im Jahr 2018 ganz fertig ist, wird sie einem Rechenzentrum von mindestens 2 Megawatt entsprechen und mindestens 5.000 Server beinhalten. „Das erste Modul, das wir jetzt einweihen, besteht aus 152 Servern mit insgesamt 84 Kilowatt Leistung“, erläutert Jonas Gustafsson, RZ-Leiter bei SICS North Swedish ICT.

Er fährt fort: „Das Interesse ist schon groß, sowohl von unterschiedlichen Universitäten als auch aus der Industrie. Mit dieser Pilotanlage können wir zeigen, dass das Konzept für die praktische Arbeit einsetzbar ist. Es wird schon geforscht in der Anlage, und weitere Forschung ist in Planung“.

Möglichkeiten für die Industrie und Wissenschaft

Die Technische Universität Luleå hat den gesamten Bauprozess des Rechenzentrums aktiv begleitet. Die Universität garantiert zudem eine gewisse Auslastung, und es besteht begründete Hoffnung, dass in naher Zukunft die neue Forschungsumgebung für zahlreiche weitere Forschungsthemen genutzt wird.

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