Stratus-Studie: Die meisten Anwender verschätzen sich gewaltig

Ungeplanter Ausfall by Default

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

(Bild: Ralf Scheer / pixelio.de)

Gegen ungeplante Systemausfälle sind 75 Prozent aller IT-Anwendungen nicht gewappnet. Stratus meint, mit fehlertoleranten Lösungen könnten IT-Entscheider millionenschwere Downtime-Verluste vermeiden.

Stratus Technologies Inc. hat Ergebnisse seiner Studie „Highly-Available and Fault-Tolerant Infrastructure Considerations Survey“ veröffentlicht. Im Auftrag des Unternehmen hatte das Marktforschungsunternehmen Enterprise Strategy Group (ESG) im Sommer 2016 mehr als 250 IT-Entscheider in Nordamerika und Westeuropa nach ihrer Meinung zu Anwendungsausfall, Wiederherstellungszeiten und Virtualisierungsnutzung sowie hochverfügbaren und fehlertoleranten Verfügbarkeitslösungen befragt.

Durchschnittliche Ausfalldauer 87 Minuten

Nach den Ergebnissen dieser Umfrage ist die große Mehrzahl der Produktionsserver und -services nicht dafür ausgelegt, die durchschnittliche Ausfalldauer von 87 Minuten unbeschadet zu überstehen. 72 Prozent der Anwendungen tolerieren von Haus aus nur eine Downtime von unter 60 Minuten und damit deutlich weniger als die Durchschnittsdauer. Die Programme sind also per se überhaupt nicht für den Normalausfall gewappnet.

Für Unternehmen mit kritischen Geschäftsanwendungen kann jede Ausfallminute schwerwiegende Folgen haben, von entgangenem Umsatz über die Nichteinhaltung von Dienstgütevereinbarungen (SLAs) bis hin zu empfindlichen Reputationsverlusten. Zugleich tolerieren 53 Prozent der Anwendungen maximal 15 Minuten Downtime – viel zu wenig angesichts der Tatsache, dass 80 Prozent aller Ausfallereignisse deutlich länger dauern.

Auch virtualisierte Umgebungen sind problematisch

Die Sicherstellung der Anwendungsverfügbarkeit in virtualisierten Umgebungen ist weiterhin problematisch. 84 Prozent der IT-Entscheider geben zu, bei der Sicherstellung der Anwendungsverfügbarkeit in einer virtualisierten Serverlandschaft vor erheblichen Problemen zu stehen. Rund 50 Prozent wollen die Anzahl der virtuellen Maschinen, die durch Verfügbarkeitstechnologien abgesichert sind, in den kommenden zwei Jahren nicht erhöhen.

IT-Entscheider haben keine präzise Vorstellung von den Kosten eines Ausfalls und sind daher nicht darauf vorbereitet. 71 Prozent der Studienteilnehmer verzichten auf die Erfassung relevanter Kennzahlen, die ihnen einen realistischen Eindruck von den drohenden Ausfallkosten vermitteln könnten. Die Mehrheit der Unternehmen weiß also erst, wenn der Ernstfall eingetreten und es für vorbeugende Maßnahmen zu spät ist, welchen finanziellen Schaden Ausfälle verursachen.

Mittel gegen das Kostenrisiko

Weil CIOs und COOs diese Risikoexposition mit Sorge betrachten, planen mehr und mehr IT-Verantwortliche den Umstieg auf fehlertolerante oder Hochverfügbarkeitslösungen. 47 Prozent der befragten Manager bezeichnen die geschäftlichen Auswirkungen eines Ausfalls als wichtigsten finanziellen Grund für die Einführung einer fehlertoleranten oder hochverfügbaren Lösung. Immerhin haben 38 Prozent vor, die Anzahl ihrer durch eine Always-On-Infrastruktur geschützten Produktionsplattformen in den kommenden 24 Monaten spürbar aufzustocken.

"Die Achillesferse der IT"

„Ungeplante Ausfälle sind auch heute noch die Achillesferse von IT-Systemen“, kommentiert Jason Andersen, Vice President Business Line Management bei Stratus Technologies, die Situation. „Umso alarmierender ist, dass sich weit über die Hälfte der Unternehmen nicht die Mühe macht, die Kosten für einen Systemausfall verlässlich zu quantifizieren. Diese Unternehmen haben keine Ahnung, wie sich ein solches Ereignis auf ihr Geschäft auswirkt, und können sich deshalb nicht darauf vorbereiten“.

Andersen wirbt: „Hochverfügbare und fehlertolerante Infrastrukturen haben sich als schlagkräftige Waffe gegen Ausfallrisiken erwiesen. Das ist umso wichtiger, als mit zunehmender Nutzung von Edge-Systemen, z. B. in Form von IoT-Geräten, auch die Downtime-Kosten und -Risiken weiter steigen werden.“

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