Rackspace-Studie

Umsatzverlust durch fehlende Cloud-Expertise

| Autor: Sarah Böttcher

Durch fehlende oder mangelnde Cloud-Expertise in Unternehmen drohen Umsatzverluste.
Durch fehlende oder mangelnde Cloud-Expertise in Unternehmen drohen Umsatzverluste. (Bild: Pixabay)

Durch fehlende oder mangelnde Cloud-Fachkenntnisse verlieren Unternehmen weltweit jährlich mehr als 250 Millionen Dollar. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Rackspace gekommen.

Unternehmen in Deutschland drohen aufgrund von Wissenslücken beim Thema Cloud Umsatzeinbußen. Weltweit verlieren große Unternehmen jährlich mehr als 250 Millionen Dollar. Dies zeigt die Studie „The Cost of Cloud Expertise“, die von Rackspace in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der London School of Economics and Political Science (LSE) durchgeführt wurde.

Die Studie ergab auch, dass diese fehlende Expertise die Kreativität behindert. So sagen 47 Prozent der IT-Profis, sie könnten mit dem richtigen Cloud-Wissen größere Innovationen in ihr Unternehmen einführen. 39 Prozent der IT-Entscheider glauben, dass ihr Unternehmen aufgrund fehlender Fähigkeiten bei der Installation von Cloud-Plattformen hinterherhinkt. Zudem gaben 79 Prozent an, sie müssen stärker in ihre Arbeitskräfte investieren, um die sich weiterentwickelnden Anforderungen von Cloud Computing zu erfüllen.

Frustration

IT-Entscheider erkennen den Studienergebnissen zufolge die Vorteile durch die gesamte oder teilweise Migration ihrer gesamten IT in die Cloud. Tatsächlich sagen 44 Prozent der Befragten, ihr Unternehmen hat bereits einen positiven Return on Investment (ROI) durch die Cloud-Nutzung. Weitere 46 Prozent erwarten, dass die Cloud in Zukunft einen positiven ROI bringen wird.

Trotz der Vorteile sind IT-Profis und IT-Entscheider frustriert, da sie nicht das vollständige Potenzial der Cloud ausschöpfen können, so Rackspace. So verbringen 44 Prozent der IT-Profis mehr Zeit als erwartet mit dem Management der täglichen Cloud-Prozesse. Weitere Ergebnisse sind, dass 52 Prozent der IT-Entscheider erkennen, dass fehlende Expertise ihr Geschäft behindert und 81 Prozent der IT-Profis sagen, dass ihnen detailliertes Cloud-Wissen innerhalb ihrer Organisation bei der Erhöhung der ROI der Cloud helfen würde.

Fachkräfte mit Cloud-Wissen

Für die Hälfte der IT-Entscheider ist das Einstellen der richtigen Fachkräfte, die ihnen beim Management der Cloud helfen könnten, schwierig. Native Cloud-App-Entwicklung ist die gemäß den IT-Entscheidern am schwierigsten zu findende Fähigkeit (43 Prozent), gefolgt von Projekt-Management für Migrationen und Cloud-Security (jeweils 40 Prozent). Rackspace sieht folgende Hürden bei der Personaleinstellung:

  • Unternehmen können nicht genügend Training oder Karrieremöglichkeiten (jeweils 28 Prozent) bieten
  • Positionen sind nicht attraktiv genug, da sie auf Wartung fokussiert sind (24 Prozent)
  • Branchenweiter Wettbewerb um Fachkräfte (22 Prozent)

Mariano Mamertino, EMEA Economist bei der weltweiten Jobbörse Indeed, kommentiert: „Das Finden, Einstellen und Halten von Technologie-Fachkräften ist für Unternehmen erfolgsentscheidend, doch wird es immer schwieriger, die benötigten Talente zu finden, da die entsprechende Nachfrage steigt.“

Was IT-Profis von ihrer neuen Position erwarten, kann für Unternehmen einige Hinweise für den Wettbewerb um neue Mitarbeiter bieten. Während Gehalt und Zusatzleistungen am wichtigsten sind (62 Prozent), stehen auch die Karrieremöglichkeiten in der Firma (41 Prozent) sowie die Chance zur Mitarbeit an interessanten Projekten (37 Prozent) hoch im Kurs. Dies zeigt, dass Unternehmen nicht nur auf attraktive Gehälter blicken sollten, um Fachkräfte zu bekommen und zu halten.

Jedoch wollen 56 Prozent der IT-Entscheider in den nächsten fünf Jahren die Cloud-Nutzung ihres Unternehmens steigern und 39 Prozent haben Bedenken in Bezug auf die Bindung von Fachkräften. So dürften die Herausforderungen bei der Personalentwicklung noch zunehmen. Dies wird dadurch verschlimmert, dass die Weiterbildung neuer Mitarbeiter „einige Wochen oder länger“ dauert, so die Mehrheit der IT-Entscheider (84 Prozent). 22 Prozent benötigen „Monate“ für das Training und die Eingliederung neuer Kollegen, so die Umfrageergebnisse.

Tipps

Zusätzlich zu den Studienergebnissen bieten Rackspace und die LSE einige Tipps, wie Unternehmen Wissenslücken beim Thema Cloud beheben können:

  • Aufteilung der IT-Funktionen in einzelne Streams: Das Konzept der Aufteilung von IT-Funktionen in zwei Bereiche ermöglicht Unternehmen die Konzentration auf die Prioritäten der geschäfts- und prozessorientierten digitalen Innovationen. Beide sind wichtig, damit Unternehmen in einem technologiegeführten Markt erfolgreich sind.
  • Entwicklung einer Strategie für Cloud-Skills: Jede IT-Führungskraft sollte eine Strategie einführen, die aktuelle Fähigkeiten im Unternehmen mit künftigen Innovationstrends und Veränderungen abgleicht (sowohl im Business als auch in der Cloud). Dies sollten sie mit realistischen Marktanalysen der verfügbaren Fachkräfte vergleichen.
  • Vollständige Bewertung des Cloud-Systems: Unternehmen sollten einen umfassenden Ansatz für die Bereitstellung grundlegender Cloud-Services (zum Beispiel Bündelung des Risikos durch Provider) entwickeln. Die geschäfts- und prozessorientierten Herausforderungen lassen sich durch konstante Verbesserungen und signifikante Innovationen deutlich leichter bewältigen, wenn sich das Unternehmen auf einen ausgewogenen Pool an Fähigkeiten und Kompetenzen innerhalb und außerhalb der eigenen Grenzen verlässt.

Zur Studie

Die Studie wurde von Rackspace in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern von LSE Consulting durchgeführt und von Intel gesponsert. Mit der Unterstützung des Forschungsinstituts Vanson Bourne wurden von April bis Mai 2017 1900 Interviews mit Teilnehmern aus Deutschland, Schweiz, Benelux, Großbritannien, den USA, Mexiko, Singapur, Australien und Hong Kong geführt. Zu den Befragten gehörten 950 IT-Entscheider und 950 IT-Profis in Unternehmen, welche die Cloud nutzen. Diese haben jeweils mehr als 1.000 Mitarbeiter und sind im öffentlichen oder privaten Sektor tätig.

Sarah Böttcher
Über den Autor

Sarah Böttcher

Redakteurin

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44925925 / Services)