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Teamarbeit ist bloße Illusion Top 10 des unkollegialen Verhaltens

Autor: Katrin Hofmann

Chefs, die ein unangemessenes Verhalten vieler gegen einen dulden. Mitarbeiter, die auf ihren Vorteil bedacht mitschwimmen. Zugegeben ist das ein Horrorszenario und für Betroffene ein Dilemma. Aber echte Teamarbeit ist jedenfalls einer Studie zufolge nur ein „geplatzter Traum“.

Kollegen in trauter Eintracht? Mitnichten!
Kollegen in trauter Eintracht? Mitnichten!
(Bild: Sharp Business Systems)

Im deutschen Arbeitsalltag gilt vor allem Eines: „Jeder ist sich selbst der Nächste“. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die Sharp Business Systems beim Marktforschungsinstitut Censuswide in Auftrag gegeben hat. Demnach ist schon eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in vielen Unternehmen nicht erfüllt.

Nämlich, dass jeder einzelne Mitarbeiter die Informationen für seinen Arbeitsalltag erhält, die er für eine erfolgreiche Erfüllung seiner Aufgaben benötigt. 46 Prozent der Büroangestellten haben die Erfahrung gemacht, dass es hier Mängel gibt.

Egal ob es an Kollegen liegt, die ihre Mitstreiter auch mal ins offene Messer laufen lassen, eigenes Knowhow schützen oder unachtsam handeln, an Techniken und Plattformen, auf und in denen Informationen zur Nadel im Heuhaufen werden oder verschwinden, an Chefs, die wichtige Order ihrer Vorgesetzten nicht im notwendigen Umfang weitergeben. Ineffiziente Arbeitsabläufe und Druck auf die Unternehmensbilanzen sind den Studienautoren zufolge die Konsequenzen.

Aufhorchen lässt ein weiteres Ergebnis: Knapp 38 Prozent der Angestellten machen vor allem die technische Ausstattung dafür verantwortlich, die das Teilen von Informationen mit Kollegen erschwert. Die Studienautoren gehen sogar so weit zu behaupten, dass „mit zunehmender Vernetzung die Zusammenarbeit unter Kollegen immer schwieriger“ wird.

„Kollegenschweine“

Von „Kollegenschweinen“ ist darüber hinaus die Rede. Denn ich-bezogene Verhaltensweisen, die dem Teamgedanken entgegen wirken, seien weit verbreitet. Diese reichen von lediglich nervig bis hin zu folgenschwer. Aber auch nur nervige Angewohnheiten können auf Dauer zu Missstimmung bei allen führen. Und so könnte ein Drehen schon an wenigen dieser kleinen Stellschrauben durchaus den Zusammenhalt stärken helfen. Vielleicht reicht ja auch ein Hinweis an die Mitarbeiter, falls die folgenden Büro-Unsitten doch lediglich auf Unachtsamkeit basieren sollten.

Die Top 10 der Büro-Unsitten

  • Vergessen ausgedruckter Seiten in der Druckerablage (84 Prozent)
  • Papier im Drucker nicht nachfüllen (73 Prozent)
  • laut Studienautoren „heimliches“ Umstellen der Temperatur von Heizung oder Klima-Anlage (79 Prozent)
  • Dokumente verschieben oder Ordnerstrukturen eigenmächtig verändern (70 Prozent)
  • Verschludern von Passwörtern und Zugangsdaten (64 Prozent)
  • in Meetings an eigenen To Dos weiterarbeiten (61 Prozent)
  • Anderen ins Wort fallen (58 Prozent)
  • Ignorieren technischer Probleme bei gemeinschaftlich genutzten Geräten (54 Prozent)
  • Vorlagen ändern beziehungsweise sich nicht an Vorgaben halten (49 Prozent)
  • wichtige Informationen werden nicht geteilt (46 Prozent)

Und, fühlen Sie sich ertappt? Dann sollte wohl auch in ihrem Unternehmen eine Qualitätsoffensive für eine bessere Teamarbeit starten. Ob gemeinsam der Klettergarten geentert wird, ein Biergartenbesuch erfolgt oder aber – vielleicht zielführender – ein Machtwort fällt, um Mobber und Denunzianten in die richtige Spur zu lenken und neue gemeinsame Projekte mit der richtigen Besetzung angekurbelt werden: In der Pflicht ist der direkte Vorgesetzte. Denn der Fisch stinkt vom Kopf her, sagt der Volksmund. Chefs können außerdem vorbeugend tätig werden.

In einem Whitepaper gibt Sharp einige Tipps, wie mehr Teamwork im Unternehmen erschlossen werden könnte.

Die richtige Mischung

  • In Projekten sollten verschiedene Persönlichkeitstypen, extrovertierte und introvertierte, auf grobe Konzepte fokussierte und Detailverliebte zusammenarbeiten.
  • Vertrauen ist wesentlich. Dafür muss ein persönliches Zusammentreffen erfolgen.
  • Für Meetings sollte es eine Agenda geben, in der Dauer und Ziel stehen. Nötige Dokumente sind im Vorfeld auszuhändigen. Viele Punkte sind manchmal besser in mehreren Meetings zu klären. Nur Personen laden, die wichtig sind und direkt aufeinanderfolgende Meetings vermeiden.
  • Face-to-Face-Meeting: Stellen Sie sicher, dass das Meeting geleitet wird.
  • Videokonferenzen: Wenn persönliche Treffen nicht möglich sind, sind Videokonferenzen hilfreich. Denn auch die nonverbale Körpersprache ist wichtig zur Vertrauensbildung, was im Telefongespräch entfällt.
  • Telefonkonferenzen funktionieren laut Studienautoren dann, wenn sich die Teilnehmer kennen. Es sollten möglichst wenige Personen beteiligt sein.
  • In der alltäglichen Kommunikation sind persönliche Gespräche besser geeignet als E-Mails, um einzelne Handlungspunkte nachzuverfolgen beziehungsweise zu besprechen. E-Mails eignen sich gut zum Teilen von Informationen mit vielen Angestellten.

Noch mehr Tipps erhalten Sie im Whitepaper von Sharp.

(ID:44522111)

Über den Autor

 Katrin Hofmann

Katrin Hofmann

Editor, IT-BUSINESS