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Wechsel auf Windows 7: Gut geplant ist halb migriert Tipps für den unternehmensweiten Umstieg auf Windows 7

| Autor / Redakteur: Sascha Häckel* / Florian Karlstetter

Unternehmen, die der Windows-Plattform treu bleiben, werden an Windows 7 nicht vorbeikommen. Mit der richtigen Strategie lässt sich die Umstellung auf das neue Betriebssystem so reibungslos wie möglich gestalten.

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Clientmanagement-Systeme unterstützen beim automatisierten Rollout von Betriebssystemen und Programmen.
Clientmanagement-Systeme unterstützen beim automatisierten Rollout von Betriebssystemen und Programmen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Viele Unternehmen haben Windows Vista gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Um an dem vor allem in seiner Prä-SP1-Phase nervenden und ressourcenfressenden Betriebssystem vorbeizukommen, setzten sie so lange wie möglich auf dessen Vorgänger XP. Diese Verweigerungstaktik ging auch lange Zeit gut. Doch inzwischen hat Windows XP acht Jahre und drei Service-Packs auf dem Buckel. Und mit dem Alter sind auch die Probleme mit dem einst bewährten Betriebssystem gewachsen: Für neue Hardware gibt es teilweise keine Treiber mehr, Hauptspeicher wird nur bis 3,5 GByte unterstützt und mit 64-Bit-Prozessoren ist XP nie wirklich warm geworden.

Um ihre Arbeitsplätze mittelfristig auf Windows 7 zu migrieren und so das Potential aktueller PC-Technologien nutzen zu können, gibt es für Unternehmen zwei Strategien: die Umstellung bestehender Rechner auf das neue System oder die Einführung von Windows 7 gemeinsam mit neuer Hardware. In der Praxis werden Unternehmen meist eine Mischform vollziehen, um möglichst schnell wieder eine homogene Client-Landschaft zu erhalten.

Bestandsaufnahme

Um bestehende Arbeitsplätze auf Windows 7 zu migrieren muss der Administrator zunächst wissen, ob die dort vorhandene Hardware mit dem neuen Betriebssystem überhaupt zusammenarbeitet. Microsoft nennt beispielsweise als Mindestvoraussetzung für Windows 7 ein GByte RAM für 32-Bit-Systeme und zwei GByte für 64-Bit-Prozessoren. Zudem ist eine DirectX-9-Grafikkarte mit mindestens einem WDDM-1.0-Treiber erforderlich.

Vor dem Rollout sollte daher zunächst eine Bestandsaufnahme stattfinden. Hier leisten Clientmanagement-Suiten gute Dienste, die über ein integriertes Inventarisierungswerkzeug verfügen. Manche Hersteller stellen für diesen Zweck auch kostenlose Tools bereit. In einem detaillierten Report sehen Administratoren so auf einen Blick, welche ihrer Hardware Windows-7-tauglich ist, welche Aufrüstungen erfordert und welche ausgetauscht werden muss.

In der Praxis ist es dabei immer besser, mit aktuellen Inventarisierungsdaten als mit alten Bestandslisten zu arbeiten. Denn im hektischen Arbeitsalltag werden Hardware-Upgrades oft nicht oder nur schlecht dokumentiert und auch manches Gigabyte RAM hat schon den Weg vom Arbeitsplatz in den Privat-PC eines Mitarbeiters gefunden.

Parallel sollten Unternehmen prüfen, ob die von ihnen eingesetzte Software auch mit Windows 7 problemlos zusammenarbeitet. Auch hier helfen Inventarisierungs-Tools dabei, einen Überblick über die im Unternehmen installierten Programme zu erhalten.

Da Microsoft keinen direkten Migrationspfad von XP auf Windows 7 anbietet, muss auch auf bestehenden PCs das Betriebssystem sowie alle Anwendungen neu installiert werden. Dieser drastisch anmutende Weg hat im Gegensatz zu dem umständlichen Umweg über eine Vista-Zwischeninstallation jedoch den Charme, dass Altlasten so auf der Strecke bleiben.

Rollout neuer Rechner

Ab diesem Punkt unterscheidet sich die Migration bestehender PCs von XP auf Windows 7 nicht mehr von dem Rollout neuer Rechner, auf denen ebenfalls Betriebssystem und Anwendungen installiert werden müssen. Um diesen Prozess so zeit- und ressourcenschonend wie möglich zu gestalten und Handarbeit zu vermeiden, haben sich in den letzten Jahren zwei Verfahren etabliert: Imaging und Unattended Setups.

Letztere sind dabei deutlich flexibler, sobald es abweichende Hard- und Software-Konfigurationen in einem Unternehmen gibt. Denn da ein Image letztlich nur ein Abbild der Festplatte eines Rechners ist, frisst bei unterschiedlicher Ausstattung die Pflege von Images schnell die eingesparte Zeit wieder auf.

Ein Unattended Setup hingegen installiert zunächst das Betriebssystem samt allen benötigten Treibern und Konfigurationsanpassungen und bringt im Anschluss die dem Rechner zugewiesene Software aus. Je nach Hard- und Softwareausstattung dauert dieser Vorgang zwischen 60 und 120 Minuten, ohne dass dabei ein manueller Eingriff nötig ist.

Die Praxis hat dabei gezeigt, dass bereits ab rund 20 PCs die Migration eines Betriebssystems mit Hilfe von einem Clientmanagementsystem nicht nur eine gute Basis für die zukünftige Administration darstellt, sondern schon in dem Projekt selbst Ressourcen und damit Kosten sparen kann.

*Sascha Häckel ist Geschäftsführer der Aagon Consulting GmbH

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