Potenziale von Erbsenzählern, Skeptikern und Kontrolleuren erschließen

Tipps für den Umgang mit schwierigen Mitarbeitern

| Autor: Sarah Gandorfer

Nicht jeder Kollege aus dem Büro ist beliebt.
Nicht jeder Kollege aus dem Büro ist beliebt. (Bild: Pixabay / CC0)

Manche Mitarbeiter bringen Unruhe ins Team. Sie mögen zwar fachlich kompetent sein, werden aber von den Kollegen als Erbsenzähler oder gar aggressiv empfunden. HR-Spezialist Sumtotal gibt Tipps, wie mit schwierigen Charakteren am besten umzugehen ist und gleichzeitig ihr Potenzial bestmöglich zu Tage gefördert werden kann.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels möchten Unternehmen kompetente Mitarbeiter behalten, auch wenn sich der Umgang mit diesen schwierig gestaltet oder sie gar Unruhe ins Team bringen. Die Fähigkeit, den eigenen Führungsstil auf die jeweiligen Persönlichkeitstyp von Mitarbeitern abzustimmen, ist eine wichtige Schlüsselqualifikation für jeden Personalverantwortlichen.

Vorgesetzte müssen hier den Spagat schaffen, solche problematischen Charaktere produktiv einzusetzen. Der Anbieter von HR-Software, SumTotal, hat vier solche Mitarbeiter-Profile analysiert und Tipps für den Umgang mit solchen Menschen zusammengestellt.

Der dominant-kontrollsüchtige Typ

Dominant-Kontrollsüchtige werden oft als die Rüpel am Arbeitsplatz angesehen. Sie tendieren zu Ungeduld und Machtgier. Am besten soll alles nach ihrem Kopf gehen. Entsprechend können sie großartig sein, wenn eine schwierige Entscheidung getroffen werden muss, aber ihre Engstirnigkeit kann Konflikte für das gesamte Team verursachen und macht es oft schwierig, mit ihnen zu arbeiten.

Hier empfiehlt der HR-Spezialist: Der meist harsche Umgangston dieses Typs führt dazu, dass der tägliche Dialog mit ihm für viele Kollegen und Vorgesetzte schwierig – manchmal gar beängstigend, sein kann. Entsprechend versuchen so manche Kollegen diesen aus dem Weg zu gehen.

Der Trick, um mit ihnen zurechtzukommen, besteht darin, sich die Vorteile ihrer Arbeitsweise zu Nutzen zu machen. Diese Persönlichkeit kommt gerne auf den Punkt, ignoriert Smalltalk und mag keine vagen Aussagen. Sie respektiert diejenigen, die sich behaupten können. Wer das alles bei der Interaktion mit einem Dominanz-Kontrollsüchtigen berücksichtigt und ihn für Projekte einsetzt, bei denen sein Charakter vorteilhaft genutzt werden kann, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Beste in ihm zum Vorschein bringen.

Der analytisch-obsessive Typ

Die analytisch-obsessive Typus gilt oftmals als Erbsenzähler. Da sie methodisch und logisch vorgehen, sind sie wertvoll für das Unternehmen. Sie setzen sie hohe Standards. Für neue Ideen kann ihre sorgfältige und pragmatische Vorgehensweise allerdings zum Hindernis werden.

Der Rat der Experten lautet diesbezüglich: Da analytisch-obsessive Persönlichkeiten vorsichtig gegenüber Neuem eingestellt sind, sollten Führungskräfte sie im Falle von organisatorischen Veränderungen entlasten sowie entsprechend frühzeitig vorwarnen. Eine offene Kommunikation zu neuen Tools, Initiativen und Prozessen lindert die Angst vor dem Unbekannten, für die analytisch-obsessive Personen besonders anfällig sind.

Der expressiv-impulsive Typ

Der expressiv-impulsive Kollege ist an einem guten Tag optimistisch, voller guter Ideen und ein wahre Booster für die Team-Moral. An schlechten Tagen hingegen ist er nervös, unberechenbar und unzuverlässig. Er wünscht sich Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen. Problematisch ist, dass er kaum an die Konsequenzen seines Verhaltens denkt und sich weigert, Verantwortung zu übernehmen, wenn etwas schief läuft. Er konzentrieren sich lieber auf seine eigene Wahrnehmung und das große Ganze, ignoriert dabei aber unbequeme Details.

Die Vorschläge zu einer guten Zusammenarbeit lauten hier: Trotz der Energie und Kreativität, die expressiv-impulsive Typen mitbringen, kann die impulsive Natur dieses Charakters die Zusammenarbeit sehr schwierig machen. Sie sind nicht die besten Zuhörer, machen oft Fehler und können sich Autoritäten nicht immer gut anpassen.

Solch einem Mitarbeiter sollte man wissen lassen, dass seine Energie und Ideen geschätzt werden. Damit er fokussiert an Aufgaben herangehen kann, sollten Vorgesetzte verlangen, dass er organisiert und strukturiert vorgeht. Die Herausforderung, solche Aufgaben richtig zu planen, hilft den Kollegen ihr Ziel im Auge zu behalten.

Der skeptisch-negative Typ

Im Laufe des Berufslebens trifft man immer wieder auf Pessimisten. Da Negativität ansteckend ist – ein Problem, das auch die Analysten von Kienbaum bei Vorgesetzten bemängeln – kann das zu einer schlechten Moral am Arbeitsplatz führen. Der skeptisch-negative Typ kritisiert gerne die Entscheidungen anderer und findet in fast allem Fehler.

Folgende Tipps gibt es für die Zusammenarbeit: Bloß nicht von diesem Persönlichkeitstyp vereinnahmen oder herunterziehen lassen. Führungskrätfe sollten skeptisch-negative Mitarbeiter unterstützen, indem sie ihnen zuhören, sich jedoch darauf konzentrieren, lösungsorientiert zu arbeiten.

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