Speicherkapazität voll ausschöpfen und günstig erweitern

Thin Provisioning setzt geringer Speicherauslastung ein Ende

23.07.2007 | Autor / Redakteur: Michael Speck / Nico Litzel

Michael Speck, Country Manager Germany bei 3PAR
Michael Speck, Country Manager Germany bei 3PAR

Immer mehr Unternehmen verwenden Software-Tools, um die wachsenden Datenmengen in den Griff zu bekommen. Das bestätigt auch Marktforscher IDC, der im ersten Quartal 2007 ein starkes Wachstum im Bereich Storage-Management-Lösungen verzeichnet. Ein zu großes Datenwachstum und zugleich eine zu geringe Speicherauslastung sind Herausforderungen, denen momentan viele IT-Verantwortliche gegenüberstehen. Abhilfe können Lösungsansätze wie die Speichervirtualisierung schaffen.

Das Konzept des Thin Provisioning basiert auf der Technologie des „dedicate-on-write“ (beim Schreiben reservieren), das sich grundsätzlich von dem Konzept des „dedicate-on-allocation“ (bei der Zuweisung reservieren) unterscheidet. Bei der herkömmlichen Methode weist der Administrator während der initialen Speicherbereitstellung einer bestimmten Anwendung genau so viel Speicher zu, wie diese voraussichtlich über ihre gesamte Lebensdauer maximal benötigt.

Beim Thin Provisioning wird der Anwendung, wie bei herkömmlichen Technologien, Speicher logisch zugewiesen. Physischer Speicher wird allerdings erst dann zugeteilt, wenn die Anwendung auch tatsächlich Daten schreibt. Das System kann jederzeit zusätzliche Speicherkapazität für das benötigte Volumen aus einem gemeinsamen freien Pool zur Verfügung stellen. So wird erreicht, dass physikalische Kapazität nur im Zusammenhang mit wirklich vorhandenen Daten gekauft und installiert werden muss.

Die Entnahme aus dem gemeinsamen Speicher-Pool erfolgt auf einer „as-needed“-Basis und ist vollständig automatisiert. Das ist, bei nahezu täglich fallenden Festplattenpreisen, ein bemerkenswerter Vorteil, denn je später nachgekauft wird, desto günstiger kann Speicherkapazität erworben werden.

Drastische Reduzierung der Speicherkapazität

Die Thin-Provisioning-Methode führt zu enormen Storage-Einsparungen. Sie ermöglicht, abhängig von den verwendeten RAID-Systemen, Einsparungen in Höhe von bis zu 84 Prozent. Diese drastische Reduktion wirkt sich auch auf den administrativen Aufwand entscheidend aus, etwa auf die Wartung der Storage-Systeme, und spart hier beträchtliche Kosten ein. Denn die administrativen Aufgaben bei der Zuteilung und Bereitstellung von Kapazität sowie bei der Optimierung von Sevice-Levels und dem Management unterschiedlicher Storage- und Sub-Systeme, entfallen.

Stark vereinfachter Provisioning-Workflow

Die laufenden Applikationen verbrauchen die physikalische Speicherkapazität zunächst innerhalb des Systems. Selbstverständlich muss der Administrator wissen, wann die Grenze der Gesamtkapazität erreicht ist, um einen drohenden Engpass rechtzeitig erkennen und die notwendige Kapazitätserweiterung vornehmen zu können. Damit sich die Zugriffszeiten auf die benötigten Daten auch in diesem Falle nicht verzögern, erhält der Administrator automatisch eine Nachricht und kann sofort zusätzliche Speicherkapazität hinzufügen.

Dieser Prozess wird innerhalb von Minuten vom Utility-Storage-System erledigt – ohne Unterbrechung der Anwendungen. Die zeitaufwendigen manuellen Prozesse herkömmlicher Methoden gehören der Vergangenheit an.

Komplexität wird durch Volumen kompensiert

Verglichen mit Thin Provisioning erfordern herkömmliche Speicherlösungen ein intensives Festplattenmanagement. Viele der heute verfügbaren Arrays benötigen eine Vielzahl an Arbeitsschritten bei der Zuteilung von Speicher. Außerdem sind sie mit großen Einschränkungen und zahlreichen Richtlinien verbunden, welche eine genaue Kapazitätsplanung und Service-Level-Charakteristiken sicherstellen sollen.

Das größte Manko herkömmlicher Lösungen aber ist, dass die Speicherkapazität vergeben ist, sobald diese einer Anwendung zugewiesen wurde. Somit steht diese nicht mehr für andere Applikationen zur Verfügung.

Provisioning von Speicherkapazität ist bei konventionellen Arrays ein arbeitsaufwendiger Prozess, der zudem das Risiko einer Anwendungsunterbrechung mit sich bringt. Deshalb teilen viele Administratoren eine verschwenderisch hohe Speicherkapazität zu; bei normalen Arrays ist die durchschnittliche Auslastungsrate von Speicherumgebungen gerade mal 25 Prozent.

Diese verschenkte Kapazität ist nicht nur unwirtschaftlich hinsichtlich der Verschwendung von Speicher, sondern zieht gleichzeitig überflüssigen IT-Aufwand nach sich. Das bindet IT-Ressourcen und verhindert eine schnelle und flexible Reaktion auf neue Anforderungen, die einen wertvollen ROI für das Unternehmen schaffen könnten. Hinzu kommen die gesamte Infrastruktur und entsprechende Wartungskosten, die durch unnötig komplexe Netzwerke mit hohem administrativem Aufwand verursacht werden, wie etwa Kosten für Unterbringung, Stromversorgung und Kühlung sowie die damit einhergehende, unnötig hohe Belastung der Umwelt.

Mit Thin Provisioning dagegen, lassen sich Energie und die damit verbundenen Kosten einsparen, da weniger Plattenlaufwerke benötigt werden. Das kommt auch der Umwelt zu Gute.

Automatisch Speicher sparen mit Thin Provisioning

Damit Daten effektiver genutzt werden können, sind Unternehmen daran interessiert, ihre physischen und logischen Speicher zu konsolidieren. Da die Konsolidierung aber wegen des eben beschriebenen hohen Administrationsaufwands nicht darin bestehen kann, den vorhandenen Speicherarchitekturen zusätzliche, separate Hard- und Software-Ebenen hinzuzufügen, ist eine wirtschaftliche Lösung, wie das Thin Provisioning, gefragt.

Mit Utility Storage und Thin Provisioning können Unternehmen bessere Dienstgüten erreichen und gleichzeitig die Total Cost of Ownership für ihre Daten reduzieren. Dank ihnen lassen sich im Vergleich zu Enterprise-Storage-Lösungen, die auf herkömmlichen Speicher-Arrays basieren, mehr als 50 Prozent an Investitionsaufwand sowie 90 Prozent Einsparungen bei personalbedingten Betriebsausgaben erzielen.

Der Umstieg auf die Technologien von Utility Storage und Thin Provisioning kann schrittweise vollzogen werden. Der gewählte Anbieter sollte eine kostengünstige Lösung, die den aktuellen Anforderungen des Projekts entspricht, offerieren sowie die Flexibilität, diese Lösung auch in der Zukunft zu skalieren.

Eine echte Utility-Storage-Lösung erlaubt es Unternehmen, klein anzufangen, vorausschauend zu denken und ermöglicht ein fortschreitendes Wachstum. Sie muss Flexibilität und Skalierbarkeit ohne Unterbrechung des Betriebs bieten, damit Unternehmen wachsen und weiterhin schnell auf neue Anforderungen reagieren können.

Mehr zum Thema Thin Provisioning erfahren Sie in der kommenden Ausgabe unserer Fachzeitschrift STORAGE, die am 7. August erscheint. Registrieren Sie sich jetzt auf Storage-Insider.de (Link siehe unten), und Sie bekommen STORAGE regelmäßig kostenlos nach Hause geliefert.

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