Dank VMware-Hypervisor: Das Handy im Handy Telefónica and VMware bringen Berufs-Handy-App auf Android-Handys

Redakteur: Ulrike Ostler

Auf der Dell-World in der vergangenen Woche hatte der VMware-Chef Paul Maritz „Horizon mobile“ schon angekündigt. Seit gestern ist klar: Telefónica wird der europäische Partner von VMware sein, der diese Innovation zur Client-Virtualisierung auf Android-Handys als erstes ausprobieren wird: Der Anwender bekommt eine App, die seinem Diensttelefon, beziehungsweise seinem geschäftlichen Smartphone entspricht – einem Hypervisor sei Dank.

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Telefónica wird die Berufs-Telefon-App zunächst auf dem Smasung Galaxy SII unter Android anbieten. Bild: Samsung
Telefónica wird die Berufs-Telefon-App zunächst auf dem Smasung Galaxy SII unter Android anbieten. Bild: Samsung
( Archiv: Vogel Business Media )

„Bring your own device“ ist eine Devise, die sicherheitsbewusste Systemadministratoren bislang eher das Gruseln lehrte. Denn die Mitarbeiter in den Unternehmen mögen auch im Berufsalltag kaum von ihren schicken Smartphones und Tablets lassen.

„Horizon mobile“ virtualisiert nun das berufliche Smartphone. Der Anwender erhält, wenn das Unternehmen eine Lizenz kauft, die Funktion eines kompletten Smartphone gleichermaßen als App auf sein Device. Er verfügt damit über zwei Telefonnummern, zwei E-Mail-Accounts, zwei Kontaktspeicher und die jeweiligen Anwendungen für den privaten und den beruflichen Gebrauch. Ein Wechsel zwischen den Anwendungen ist einfach möglich, indem ein Button auf der grafischen Oberfläche des Handys aktiviert wird.

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Zunächst, so der Produktverantwortliche bei VMware, Srinivas Krishnamurti, gibt es diese Möglichkeit des virtualisierten Unternehmens-Smartphone lediglich für Android-Telefone von LG und Samsung. Doch schon alleine damit ständen den Anwendern 250.000 Applikationen für die Android-Handys zur Verfügung, wenngleich Telefónica die Anwendung fürPilotkunden erst einmal für das „Samsung Galaxy SII“ anbieten wird. Für dieses Smartphone hat der Provider Horizon mobile getestet.

Ein Device, zwei Smartphones

Der Anwender merkt im Normalfall nicht, dass seinem Berufs-Handy, das nun als Software zur Verfügung steht ein Hypervisor zugrunde liegt. Diesen spielen die Device-Hersteller bereits im Werk auf.

Sicher macht diese Anwendung ein Virtual Private Network, das im Unternehmen etwa durch Cisco- oder Juniper-Equipment bereitgestellt wird. Allerdings will Telefónica die Verwaltung der Verschlüsselung und den Passwortschutz als Managed Service anbieten.

Darüber hinaus lasse sich das Management der Anwender- und Zugangsprofile auch in den VMware-Cloud-Dienst „vCloud“ einbinden, überlegt Krishnamurti. Auch mit den verschiedenen Herstellern von Smartphone-Chips wie Qualcomm oder AIM sei VMware im Gespräch. Die könnten eventuell die VPN-Schlüssel auf den „trusted“-Bereichen ihrer Chips unterbringen, was es noch einfacher machte, die Hypervisor-gestützte Berufs-Handy-App in Betrieb zu nehmen, beziehungsweise die dafür notwendige VPN-Struktur.

Das Berufs-Handy ist eine Software-Appliance

Die Anwendung geht jetzt in ein zweites Versuchsstadium. Laut Krishnamurti haben sich bereits für die erste Phase 1200 Unternehmen gemeldet, aus denen nur fünf ausgewählt worden waren. Insgesamt haben dann 50 Verizon-Anwender in den USA an den Tests, vor allem Performance-Tests, teilgenommen.

Im November startet die zweite Phase, in der fünf weitere Anwenderunternehmen in die Tests einbezogen werden. Vermutlich werden auch, so Krishnamurti ein paar europäische Unternehmen dazukommen.

Aufgrund der noch frühen Einführungsphase sind noch keine Preise für den Handy-Dienst bekannt. Doch wie der VMware-Manager sagt, werde im Mobilfunk üblicherweise nach Anwender und Monat abgerechnet. Ein solches Gebührenmodell werde auch für die Unternehmens-Handy-Anwendung überlegt.

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