Diskrepanz zwischen Relevanz und Umsetzung

Techconsult attestiert der Fertigung Prozessdefizite

| Autor / Redakteur: Henrik Groß* / Ulrike Ostler

Das Bild ist zwar für die unterschiedlichen Branchen, selbt innerhalb der diskreten Fertigung, kein homogenes, dennoch benötigen alle Subbranchen durch die Bank bessere IT-Unterstützung.
Das Bild ist zwar für die unterschiedlichen Branchen, selbt innerhalb der diskreten Fertigung, kein homogenes, dennoch benötigen alle Subbranchen durch die Bank bessere IT-Unterstützung. (Bild: Techconsult)

Das Analystenhaus Techconsult legt Fachbereichsstudie zum Business Performance Index (BPI) Mittelstand zum Thema Produktentwicklung in der Fertigung vor. Und: Es steht nicht alles zum Besten.

Sehr deutlich wird durch die Techconsult-Studie (siehe: Kasten), wo die Fertigungsunternehmen in der Produktentwicklung ihre Probleme haben. Dabei können zum einen Umsetzungsdefizite festgestellt werden, das heißt, dass die bisherige Umsetzung noch nicht das als wünschenswert erachtete Niveau erreicht hat, zum anderen wird auch sichtbar, bei welchen Teilprozessen am häufigsten Unzufriedenheit mit der Umsetzung besteht.

Auch im Bereich Produktentwicklung mussten die Fertigungsunternehmen, analog zu sämtlichen anderen Bereichen der Fertigung, einen Performance-Rückgang hinnehmen. Dabei ist der Verlust bei der diskreten Fertigung höher ausgefallen als bei der Prozessfertigung.

Betrachtet man die Ergebnisse der einzelnen Subbranchen, konnten einzig der Fahrzeugbau und der Maschinen- und Anlagenbau auf Seiten der diskreten Fertigung mit leichten Performance-Gewinnen überzeugen. Die Prozessfertigung weist keine einzige Subbranche mit Performance-Gewinnen auf.

Die einzelnen Subbranchen der Fertigung verloren teilweise massiv an Performance-Punkten. Insbesondere die Subbranchen Metall (-8,3), Holz/Möbel (-7,5), Gummi/Kunststoff (-7,6) und Nahrungsmittel (-7,7) fielen dieses Jahr aufgrund ihrer hohen Performance-Rückgänge weit zurück.

Aus der Handlungsfeldanalyse –BPI Fertigung Mittelstand 2015 D/A/CH von Techconsult in der Metallerzeugung und –verarbeitung.
Aus der Handlungsfeldanalyse –BPI Fertigung Mittelstand 2015 D/A/CH von Techconsult in der Metallerzeugung und –verarbeitung. (Bild: Techconsult)

Ergänzendes zum Thema
 
Über die Techconsult-Studie

Beispiel 1: Elektrotechnik-und High-Tech-Industrie

So sehen mehr als zwei Drittel der Metallerzeuger und -verarbeiter Probleme in der Umsetzung des Import-Managements, also des effizienten internationalen Beschaffungsprozesses im Rahmen rechtlicher Anforderungen. Dieser Bereich sollte optimiert werden, um die Risiken von Verstößen gegen internationale Richtlinien zu minimieren.

Auch bei der Lagerverwaltung geben zwei Drittel der Unternehmen an, nicht zufrieden mit der Umsetzung zu sein. Hier ist auch vor allem die IT-Unterstützung noch ausbaufähig, um einen besseren Überblick über die vorhandenen Lageraktivitäten zu bekommen. Auch ansonsten kann für die Teilprozesse festgestellt werden, dass der IT-Unterstützungsgrad noch ausbaufähig ist.

In einigen Teilprozessen ist die IT-Unterstützung bereits sehr gut einzuschätzen. Bereiche wie die Wareneingangskontrolle oder das Beschaffungs-Management haben jedoch einiges Potenzial zur Verbesserung.
In einigen Teilprozessen ist die IT-Unterstützung bereits sehr gut einzuschätzen. Bereiche wie die Wareneingangskontrolle oder das Beschaffungs-Management haben jedoch einiges Potenzial zur Verbesserung. (Bild: Techconsult)

Beispiel 2: Kosmetikbranche

In der Kosmetikbranche kann ein Handlungsfeld im Bereich Wareneingangskontrolle identifiziert werden. Der Bereich der Wareneingangskontrolle sollte optimiert werden, um korrekte Lieferungen gewährleisten zu können, welche alle definierten Anforderungen erfüllen.

Hier können die Unternehmen Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Tools ergreifen, die als Hilfe bei der Durchführung der Wareneingangskontrolle dienen. Des Weiteren sind 71 Prozent der Unternehmen mit dem Lieferanten-und Kontrakt-Management unzufrieden, was somit ebenfalls dringend verbessert werden sollte.

Unzufriedenheit mit der Standardisierung

Insgesamt sehen mehr als 70 Prozent der Unternehmen aus der Fertigungsindustrie bei der Standardisierung des Entwicklungsprozesses einen Teilprozess, dessen Umsetzung in den Unternehmen nicht zufriedenstellend ist. Das ist insbesondere im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ein alarmierendes Signal, da durch Standardisierung Produktentwicklungsprozesse beschleunigt werden können und mehr Produkte mit der nötigen Qualität auf den Markt gebracht werden können, was auch zur erhöhten Absatzgenerierung beiträgt.

Lesehinweis: Die zurückliegenden Studien und auch die Workshops zum BPI haben gezeigt, dass eins ehr gut ausgeführte rProzessbereich oder eine Teilaufgabe in einem Bereich ab 80 Punkten liegt.
Lesehinweis: Die zurückliegenden Studien und auch die Workshops zum BPI haben gezeigt, dass eins ehr gut ausgeführte rProzessbereich oder eine Teilaufgabe in einem Bereich ab 80 Punkten liegt. (Bild: techconsult)

Auch lässt sich durch die Standardisierung des Entwicklungsprozesses die Flexibilität am Markt verbessern, weil eine schnellere Anpassung an Veränderungen am Markt möglich wird. Im Teilprozessvergleich erreicht die Standardisierung einen Wert, der zu den schwächsten Werten aller Teilprozesse gehört.

Insbesondere die Prozessfertiger weisen hier äußerst schwache BPI-Werte auf. Einzig die Erzeuger von Pharmazeutika können hier eine vergleichsweise gute Performance erzielen. Erschwerend kommt hinzu, dass mehr als zwei Drittel der Unternehmen Unzufriedenheit mit der Entwicklung neuer Produkte und mit der abteilungsübergreifenden Kommunikation angeben. Diese Problembereiche wirken sich negativ auf die Quantität und die Qualität neuer Produkte aus, weshalb dringend Optimierungsmaßnahmen ergriffen werden sollten, um sich am Markt behaupten zu können.

* Henrik Groß ist Analyst bei Techconsult.

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