Das sollten ICT-Unternehmen kommunizieren T-Systems: Green IT muss halten, was sie verspricht

Ein Gastbeitrag von Ramona Qualitz*

Der in diesem Jahr vorgestellte EU-Klimaplan „Fit for 55“ will den CO2-Ausstoß auf dem Kontinent bis 2030 um 55 Prozent unter den Wert von 1990 drücken. In einem Papier fordert die Kommission gar: Datacenter sollen bis dahin zu 100 Prozent klimaneutral sein. Nachhaltigkeit ist also ein drängendes Thema und immer mehr Unternehmen verkünden nun, klimaneutral werden zu wollen. Doch Worten sollten auch Taten folgen – und umgekehrt. Dabei geht es darum, authentisch, transparent und faktenbasiert zu kommunizieren.

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Beim Thema Green IT sollten auf Worte auch Taten folgen.
Beim Thema Green IT sollten auf Worte auch Taten folgen.
(Bild: 3D Animation Production Company / Pixabay )

Digitalisierung boomt. Das Internet ist für 3,7 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, Tendenz steigend. Da ist es kein Wunder, dass bei Konsumenten und Nutzern das Bewusstsein für ressourcenschonende Lösungen wächst – und die Rufe nach einem nachhaltigen Agieren auch von IT- und TK-Unternehmen lauter werden. Auch hier spielen Themen wie der CO2-Fußabdruck eine bedeutende Rolle.

Wichtiger denn je ist jedoch, nachhaltiges Handeln zu praktizieren und glaubwürdig zu kommunizieren. Sonst entsteht schnell der Vorwurf des „Greenwashing“. Es gilt, entsprechende Informationen aus Sicht von Unternehmenskommunikation und Marketing sowohl professionell als auch transparent und auf der Grundlage von Fakten zu vermitteln. Das ist leichter geschrieben als getan. Doch wo nachhaltig agiert wird, lässt sich auch nachhaltig erfolgreich kommunizieren.

Grünes Licht für grüne Rechenzentren

Das Streben nach Klimaneutralität fordert auch Rechenzentren. Zahlreiche Initiativen wurden bislang ins Leben gerufen – vom „EU Code of Conduct for Energy Efficiency in Data Centres“ bis hin zum noch jungen „Pakt für klimaneutrale Rechenzentren“.

Doch Selbstverpflichtungen und Zielformulierungen müssen auch Taten folgen. So verfolgt etwa ein Leuchtturmprojekt von T-Systems das Ziel des „Net zero-energy data center“. Denn im Zuge der schnell wachsenden Digitalisierung wächst auch die Datenmenge und die Zahl der Rechenzentren, die diese Daten speichern und verarbeiten. Betreiber von Rechenzentren sind demnach angehalten, mit nachhaltigen Lösungen den Energieverbrauch zu senken und ihren Beitrag zum Einhalten des 1,5-Grad-Klimaziels zu leisten.

Die Möglichkeiten zur Reduktion des Energieverbrauchs sind vielfältig. Auch T-Systems hat sich mit dem „Net zero-energy data center“ ein besonders ambitioniertes Ziel gesetzt: Damit ist ein Rechenzentrum gemeint, das unter optimalen Bedingungen keine Energie mehr aus dem öffentlichen Stromnetz bezieht und sich alleinig durch CO2-neutrale Energie versorgt.

Dafür hat T-Systems mit dem Fraunhofer IFF in Magdeburg ein Forschungsprojekt im Rechenzentrum Biere in Sachsen-Anhalt an den Start gebracht. Als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Telekom ist das Projekt ein wichtiger Baustein, um das Unternehmensziel zu erreichen, bis spätestens 2040 klimaneutral zu arbeiten.

Bereits seit den 1990er Jahren setzt sich die Telekom aktiv für den Klimaschutz ein. Seit Anfang 2021 bezieht das Unternehmen seinen Strom für den weltweiten Netzbetrieb ausschließlich aus erneuerbaren Energien.

Nachhaltig erfolgreich kommunizieren

Wie sieht nun eine zielführende, glaubwürdige und letztlich erfolgreiche Kommunikation für nachhaltige Themen aus? Die Basis für nachhaltiges Handeln ist zunächst, das Thema auf die Agenda des Top-Managements zu setzen und als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu verankern. Denn es geht um ein langfristiges Engagement mit einer eigenen Agenda, die fortlaufend bedient und erfüllt werden will.

Eine faktenbasierte Kommunikation ist für das Schaffen von Vertrauen elementar: Statt Worthülsen sollten konkrete Zahlen und Daten weitergegeben werden. Auf diese Weise und mit einer klaren, unkomplizierten Sprache und Beispielen lassen sich komplexe Sachverhalte erfolgreich vermitteln.

Um alle Anspruchsgruppen zu informieren, sind im Vorfeld deren Interessen und Erwartungen an das Unternehmen zu analysieren – dazu zählen insbesondere auch die Mitarbeiter:innen. Die Kommunikation mit den Stakeholdern findet im Dialog statt, auch Kritiker finden Beachtung. Statt abzuwarten, sollten nachhaltige Themen schließlich aktiv und auf allen Kanälen kommuniziert werden. All diese Punkte lassen sich – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – wie folgt zusammenfassen:

Strategisch verankert – als fester Bestandteil der Unternehmensstrategie

Faktenbasiert – konkrete Zahlen, Daten und Fakten statt Worthülsen

Anschaulich und verständlich – mit klarer (Bild-)Sprache und Beispielen

Offen und transparent – nur kommunizieren, was eingehalten werden kann

Stakeholder-orientiert – alle Zielgruppen informieren, darunter Mitarbeiter:innen

Multimedial – nachhaltige Themen aktiv und auf allen Kanälen kommunizieren

Im Dialog – Kontakt mit Anspruchsgruppen suchen, auch Kritiker einbeziehen

Ramona Qualitz: „Es gibt ausreichend Themen, über die die Branche sprechen kann. Es gilt nun, darüber zu informieren, die Kunden auf die „grüne Reise“ mitzunehmen – und Botschaften so nachhaltig zu verankern.“
Ramona Qualitz: „Es gibt ausreichend Themen, über die die Branche sprechen kann. Es gilt nun, darüber zu informieren, die Kunden auf die „grüne Reise“ mitzunehmen – und Botschaften so nachhaltig zu verankern.“
(Bild: USMB Dr. W. Rindermann)

Allen voran IT-/TK-Unternehmen wie auch Anbieter und Dienstleister im Bereich Datacenter sind mit ihren Entwicklungen in der Digitalisierung an der Speerspitze der Wirtschaft zu nachhaltigerem Management. Aus dem Alltag sind nachhaltige Errungenschaften, die die Digitalisierung und damit auch die entsprechenden Unternehmen erst möglich machen, nicht mehr wegzudenken. Dazu zählen etwa Videokonferenzen, Carsharing, Telemedizin und vieles mehr.

* Ramona Qualitz ist Senior Manager Digital Marketing & Communication bei T-Systems.

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