Die Politisierung des „grünen“ Rechenzentrums

Stromfresser im Rechenzentrum identifizieren und beseitigen

05.05.2010 | Autor / Redakteur: Wolfgang Goretzki* / Ulrich Roderer

Green-IT: Für das Rechenzentrum lohnt es sich, Stromfresser zu eliminieren.
Green-IT: Für das Rechenzentrum lohnt es sich, Stromfresser zu eliminieren.

Hot Spots vermeiden

Einer der wichtigsten Faktoren für eine bessere Energieeffizienz im Rechenzentrum ist ein gleichmäßiger Stromverbrauch beziehungsweise die Vermeidung von Hot Spots. Eine Analyse der AFCOM (Association for Data Center Professionals) hat ergeben, dass Rechenzentren im Schnitt um den Faktor 2,6 zu stark gekühlt sind. Der Grund: Die Kühlung – mit 40 bis 60 Prozent einer der größten Stromfresser – orientiert sich immer an der heißesten Stelle.

Schon ein einziger Server, der ständig auf Hochtouren läuft, kann also zu einem horrenden Energieverbrauch durch die Klimatisierung führen. Durch die Vermeidung von Hot Spots ergibt sich ein Einsparpotenzial des Stromverbrauchs von 20 bis 35 Prozent. Durch die Ermittlung von Spitzenzeiten, in denen es zu einer erhöhten Systemaktivität und damit zu einem erhöhten Stromverbrauch kommt, kann die IT-Abteilung Geräte und Aktivitäten gezielt verlagern, um einen gleichmäßigeren Stromverbrauch sowie Wärmeabgabe und damit Kühlungsbedarf zu erzielen.

Ein intelligentes Strom-Management mithilfe von PDUs (Power Distribution Units) ist auch eine wichtige Voraussetzung für eine kontinuierliche Stromversorgung aller IT-Geräte und die Überwachung und Eindämmung des Stromverbrauchs. Ein zu hoher Anstieg des Strombedarfs kann über die Sensoren frühzeitig erkannt werden, so dass beim Erreichen bestimmter Grenzwerte Maßnahmen zur Entlastung des Systems ergriffen oder es im Notfall vom Netz genommen werden kann.

Grüne Rechenzentren ohne Regulierung?

Sind solche Tools erst einmal implementiert, können Änderungen im Stromverbrauch leicht nachvollzogen oder korrigiert werden. Eine Softwarelösung wie die DSView 3 Managementsoftware mit Power Manager von Avocent liefert den IT-Administratoren, der Gebäudeverwaltung und der Unternehmensleitung die notwendigen Daten, um den Energieverbrauch der IT-Geräte im Rechenzentrum zu analysieren und Maßnahmen zur Einsparung von Energie und Stromkosten zu ergreifen.

Softwarewerkzeuge zur Planung, Dokumentaton und Visualisierung des Rechenzentrums, wie der Avocent MergePoint Infrastructure Explorer, ermöglichen nicht nur eine optimale Nutzung der verfügbaren Kapazitäten, sondern verschaffen auch den notwendigen Überblick über das Rechenzentrum bis hin zur Bewertung von Energieeinsparpotentialen. Anstatt auf Vorschriften des Gesetzgebers zu warten, sollten Unternehmen bereits jetzt den Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß ihrer Rechenzentren reduzieren – und von den wirtschaftlichen Vorteilen profitieren. Und wer weiß: Vielleicht könnte dadurch eine Regulierung von staatlicher Seite sogar abgewendet werden.

* Der Autor Wolfgang Goretzki ist Product Marketing Manager EMEA bei Avocent. Avocent bietet Hardware- und Softwarelösungen für das energieeffiziente Rechenzentrumsmanagement und ist Teil von Emerson Network Power. Das Unternehmen ist seit 2007 Mitglied in „The Green Grid“, einem Konsortium zur Förderung der Energieeffizienz in Rechenzentren. Ein aktuelles Video von Avocent zum Thema finden Sie hier.

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