Die Politisierung des „grünen“ Rechenzentrums

Stromfresser im Rechenzentrum identifizieren und beseitigen

05.05.2010 | Autor / Redakteur: Wolfgang Goretzki* / Ulrich Roderer

Green-IT: Für das Rechenzentrum lohnt es sich, Stromfresser zu eliminieren.
Green-IT: Für das Rechenzentrum lohnt es sich, Stromfresser zu eliminieren.

Einsparpotenziale erkennen

Soviel zur derzeitigen Gesetzeslage. Fest steht, dass Rechenzentrumsbetreiber, die sich bereits jetzt mit der Messung und Optimierung des Energieverbrauchs befassen Stromkosten sparen – und für künftige Regelungen sowie Anreize wie Steuererleichterungen oder Abschreibungen gerüstet sind. Doch wie findet man heraus, wo sich die größten Stromfresser im Rechenzentrum verstecken und wie die vorhandenen Ressourcen optimal eingesetzt werden können? Grundsätzlich bietet die IT-Industrie unterschiedliche Kennzahlen, die Auskunft über die Energieeffizienz geben.

Der Ansatz von „The Green Grid“ beispielsweise nennt die „Power Usage Effectiveness“ (PUE) und die „Datacenter Infrastructure Efficiency“ (DCiE). Der PUE-Wert ist der Quotient aus dem Gesamtenergieverbrauch des Rechenzentrums und dem der IT-Geräte. Je näher der Wert der Zahl 1,0 kommt, desto effizienter arbeitet das Rechenzentrum. Der DCiE-Wert ist der Kehrwert des PUE und bewertet den Wirkungsgrad der im Rechenzentrum eingesetzten Energie.

Energieeffiziente Rechenzentren planen, messen und kontrollieren

Auf den Alltag in Rechenzentren heruntergebrochen heißt das: Spezielle Hardware- und Softwaretools können den tatsächlichen Stromverbrauch der IT-Geräte in Echtzeit messen und den idealen Installationsstandort modellieren, um eine optimale und ausgewogene Energienutzung im gesamten Netzwerk sicherzustellen. So kann schon bei der Planung eines neuen Rechenzentrums beispielsweise eine teure und unnötige Überdimensionierung von USV- oder Kühlanlagen vermieden werden.

Während des Betriebs erfassen Sensoren den Energiekonsum bis hin zu den einzelnen Infrastrukturkomponenten, zum Beispiel der Server, oder die verursachte Wärmeabgabe. Denn neben dem Zustand der Geräte im Netzwerk und deren Stromverbrauch sind auch Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit zentrale Daten im Rechenzentrum, die den Energieverbrauch beeinflussen. Gerade vor dem Hintergrund künftiger Regelungen ist es sinnvoll, die Sensoren in das zentrale Systemmanagement zu integrieren. Dadurch können die Daten in Reportings einzeln oder zu Gruppen zusammengefasst historisch dargestellt werden. So ergibt sich schließlich ein umfassendes Bild von der Ist-Situation des Energieeinsatzes – sowie den damit verbundenen Kosten.

Weiter mit Hot Spots vermeiden

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