Fujitsu konzentriert sich auf die Cloud Storage-Server und Storage-Services auf der Visit 2010

Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

Auch der japanische Storage-Anbieter Fujitsu hat das Cloud Computing in den Mittelpunkt seiner Entwicklung gesetzt, was während der zweitägigen Fujitsu Visit in München unübersehbar war. Einige Absichtserklärungen aus dem vergangenen Jahr sind so Makulatur geworden.

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Der Primergy Cloud Extension Server CX1000 ist die Plattform für Fujitsus Cloud Computing.
Der Primergy Cloud Extension Server CX1000 ist die Plattform für Fujitsus Cloud Computing.
( Archiv: Vogel Business Media )

So flexibel kann Fujitsu sein: Entweder Cloud Computing für den Anwender, der seine komplette Storage-Infrastruktur in einem der 90 Rechenzentren weltweit, drei davon in Deutschland, unterbringen will.

Oder für die anderen, die noch nicht vollständig vom Cloud-Ansatz überzeugt sind, - in dem Fujitsu die Zukunft der Unternehmens-IT sieht -, vorkonfigurierte und schlüsselfertige Storage-Systeme aus Hardware-Bundles und Managed Services zum lokalen Betrieb.

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Und für die Überflieger gibt es gleich eine erste Form der Hybrid-Cloud, die das private Rechenzentrum über eine Verbindung mit einem der Fujitsu-Rechenzentren zusammen schließt. Dann kann der RZ-Anwender seine überlasteten Ressourcen auf einfache Art und Weise um individuell konfigurierte Server-, Storage- und Backup-Ressourcen erweitern.

Nun wandelt auch Fujitsu auf dem Cloud-Pfad

Die neue Cloud-Strategie wurde von Rolf Schwirz präsentiert, zuvor bei Oracle, SAP und Siemens tätig, und seit dem 1. Oktober dieses Jahres der neue CEO von Fujitsu Technology Solutions.

Als Nachfolger von Kai Flore, der im Sommer überraschend ausgeschieden war, konnte Schwirz wohl nicht wissen, dass sein Unternehmen noch vor einem Jahr auf der gleichnamigen Veranstaltung ganz andere Versprechungen abgegeben hatte.

Zur Erinnerung: Im April 2009 übernahm Fujitsu von Siemens die 50-prozentige Beteiligung an dem Joint Venture FSC (Fujitsu Siemens Computers). Während der Fujitsu Visit 2009 wurde noch die Verlagerung der weltweiten F&E-Kapazitäten und der Produktion von Intel-basierenden IA-Servern und Storage-Lösungen von Japan ins Innovation-Center in Augsburg angekündigt.

Vom Forschungs- zum Testzentrum

Innerhalb des Fujitsu-Konzerns ist aus dem geplanten F&E-Hauptquartier in Augsburg nur noch ein stark geschrumpftes Zugeständnis, ein Test-Rechenzentrum, übrig geblieben. Die Entwicklung wird nach wie vor dezentral organisiert.

Im vergangenen Jahr versprach man auch die neue Ausrichtung bei Fujitsu vom Produkt- zum Infrastruktur-Anbieter. 2010 wiederum gelobte CEO Rolf Schwirz, dass die Bereitstellung von reiner Infrastruktur nicht mehr ausreiche und Dienstleistungen bei Fujitsu noch mehr im Mittelpunkt stehen müssten.

Trotzdem lässt sich Hardware einfach einfacher verkaufen, wie die nachfolgenden Produktankündigungen zeigen.

Neue Hardware für die Cloud

Ab Dezember erhältlich ist das Blade-System Primergy BX400 als „Grünes Rechenzentrum“ mit besonders niedrigem Energieverbrauch. Der Server eignet sich vor allem für die Anforderungen mittelständischer Kunden mit begrenztem Budget und mangelndem IT-Fachwissen.

Innerhalb des Kompakt-Chassis finden bis zu acht Server oder Storage Blades Platz. Der Primergy Blade Server eignet sich als einfacher Web- oder Terminal-Server, aber auch für anspruchsvollere Datenbank- oder Anwendungs-Server mit Windows und Linux sowie den gängigen Hypervisoren wie Microsoft HyperV, VMware oder Citrix Xen.

weiter mit: Redundanz wird verzichtbar

Die Primergy Server Blades sind mit Intel Xeon 5600 Prozessoren ausgestattet und hosten Anwendungen in physikalischen und virtualisierten Umgebungen. Der BX400 lässt sich mit den gleichen Server, Storage und Management Blades wie der Primergy BX900 bestücken, zudem eignet er sich auch als Virtual Storage Appliance mit Data ONTAP-v von NetApp.

Wie die übrigen Primergy-Server wird auch der BX400 mit mehreren Software-Produkten von Fujitsu ausgeliefert, darunter ServerView zur Verwaltung und Überwachung des Systems sowie der ServerView Resource Coordinator VE und der Virtual-IO-Manager zur durchgängigen Steuerung physikalischer und virtueller Server-Pools.

Management-Tools werden wichtiger

Der BX400 ist als Rack-Ausführung für Standard-19-Zoll Datenschränke oder als Bodengerät mit einem Geräuschpegel von 45 Dezibel erhältlich. Laut Hersteller reduziert das Lifecycle Management die täglichen Betriebskosten um bis zu 60 Prozent.

Ebenfalls ab Dezember erhältlich ist der Primergy MX130 S1 als Mikroserver für kleine Unternehmen und Bürogemeinschaften. Der Server ist RAID-fähig und ermöglicht die Datenduplizierung über verschiedene Festplatten hinweg. Die AMD-Plattform für File-, Web- und Print-Services ist eine Alternative zu fehleranfälligen Patchwork-Peer-to-Peer-Netzwerken, dem Datenaustausch per E-Mail oder USB-Sticks, die häufig entwendet oder verloren werden.

Als Einstiegs-Server arbeitet das Gerät im Ruhezustand mit 19 Dezibel. Er wird wahlweise auch mit Microsoft Windows Server 2008 R2 Foundation ausgeliefert. Ein 16 GByteECC-Speicher (Error Checking and Correction) verarbeitet auch laufende und gemeinsam genutzte Office-Serveranwendungen.

Redundanz wird verzichtbar mit virtuellen Maschinen

Der ebenfalls neue Primergy CX122 S1 ist ein Cloud-Server-Knoten mit zwei Sockeln für den Primergy CX1000 Cloud eXtension Server. Seit März dieses Jahres erhältlich, bildet der CX1000 die Plattform für Cloud Computing, High Performance Computing (HPC) und große Server-Farmen.

Dass der Primergy CX1000 nicht mehr über vollständige Redundanz oder Hotplug-Komponenten zum Austausch im laufenden Betrieb verfügt, ist durch das Betriebskonzept der Cloud-Rechenzentren begründet.

Da man innerhalb großer Scale-Out-Anwendungen und vollständig virtualisierter Umgebungen die Anwendungen auf ausgefallenen Server-Knoten per Software auf einem anderen Server-Knoten neu starten kann, ist der Anwender auf komplexe Redundanzen nicht mehr angewiesen.

Trotz der übergreifenden Benutzung des Begriffs Cloud bei Produkten wie bei den Services, fehlt es gegenwärtig an einem besonders: an Anwenderberichten, in denen die praktische Umsetzung der zahlreichen Cloud-Angebote einmal vorgestellt wird.

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