Für Netze in Rechenzentren: URM statt MPO

Stecker mit Keramikferrulen für 40GBit-Infrastruktur

| Autor / Redakteur: Kai Wirkus / Ulrike Ostler

Die stabile Alternative zu MPO

Wer mit 40 GBit/s Ethernet arbeiten will, ist heute jedoch nicht mehr gezwungen, zum MPO-Stecker zu greifen. Eine mögliche Alternative ist das URM-Verkabelungssystem von Euromicron (URM = yoU aRe Modular). Es weist eine niedrige optische Dämpfung von weniger als 0,2 dB auf; die Dämpfungswirkung ist damit nicht einmal halb so groß wie bei einem herkömmlichen MPO-Steckverbinder.

Die Kopplung von URM-Kabeln
Die Kopplung von URM-Kabeln (Bild: Euromicron)

Bezogen auf das Dämpfungsbudget von 1,5 dB sind so letztlich bis zu fünf oder sechs Patchungen möglich – ein enormer Zugewinn, bedenkt man, dass bei MPO-abhängigen Verbindungen schon drei Patchungen ein unkalkulierbares Risiko bedeuten. Mit Hilfe von URM-Steckern lassen sich also deutlich stabilere Glasfaserstrecken realisieren als auf der Basis von MPO-Steckverbindungen .

Ihre niedrige optische Dämpfung verdanken die URM-Stecker ihrer Bauart: Während die Glasfasern bei MPO-Steckern in einer Kunststoffferule zusammengefasst sind, wird bei URM-Steckern jede der acht Fasern einzeln in eine eigene Keramikferrule eingefügt (siehe Abbildung).

Die Politur

Dieser Umstand ermöglicht die gleichmäßig konvexe Politur einer jeden Faser und damit die Herstellung einer optimalen, weil maximal dämpfungsreduzierenden Stirnflächengeometrie. Bei der für MPO-Stecker charakteristischen Zusammenfassung der Fasern in einer einzigen Ferrule lässt sich solch eine Politur hingegen so gut wie nicht verwirklichen.

Selbst der Versuch, sie zumindest näherungsweise zu realisieren, gelingt nur auf der Basis weit überdurchschnittlicher Polierkenntnisse. URM-Stecker sind MPO-Verbindern insofern bauartbedingt überlegen, ihre günstigen Dämpfungswerte lassen sich mit keinem herkömmlichen MPO-Stecker erreichen. Darüber hinaus punkten die URM-Stecker mit präziser Faserführung, hoher Steckzyklenzahl sowie nicht zuletzt der unkomplizierten Adaptierbarkeit auf normale Duplexkabel.

Indem URM-Stecker die Vorteile von Keramiksteckern auch für den Bereich des 40 GBit/s Ethernet zugänglich machen, ermöglichen sie somit die Realisierung einer zuverlässigen und flexiblen, für zukünftige Herausforderungen bestens gerüsteten Kabelinfrastruktur. Wer sich für dieses Steckersystem entscheidet, ist zudem auch bereits auf ein 100 GBit/s Ethernet vorbereitet: Ab 2015 ist bei dieser noch höheren Bandbreite eine Übertragung über nur noch acht Multimode-Fasern (derzeit 10 oder 20 Fasern) vorgesehen – das URM-Verkabelungssystem bietet auch hierfür die passende Lösung.

Der Autor:

Kai Wirkus arbeitet für die Euromicron Gruppe.

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