Uptime Institute startet das „TIER-Ready“-Programm

Standards für Edge Computing und IoT

| Autor: Ludger Schmitz

Das Uptime Institute will das Netz aus zentraler und dezentraler IT stärken
Das Uptime Institute will das Netz aus zentraler und dezentraler IT stärken (Bild: Pexels, Pixabay / CC0)

Das Rechenzentrum ist nicht das einzige, was in der künftigen IT unbedingt funktionieren muss. Mit dem Internet of Things und Edge Computing werden kleine Dependancen ebenso wichtig. Das Uptime Institute will hier Normen setzen

Es gibt eine Menge Normen für Rechenzentren; manche sind schon für die Bau- und Betriebserlaubnis unverzichtbar, andere sind als Standards Orientierungshilfen für Sicherheits- und Effizienz-bewusste Betreiber und manche sind nicht zuletzt für die Höhe der Versicherungsbeiträge wichtig. Dazu geben verschiedene Institutionen quasi die Eckpunkte vor. Eine davon ist das Uptime Institute.

Das Uptime Institute besteht schon seit mehr als 20 Jahren. Bekannt ist es für seinen „Tier Standard“. Der umfasst Normen, welche die vor allem die Ausfallsicherheit von Rechenzentren sicherstellen sollen. Die haben sich als Ansprüche von IT-Komponenten etabliert, welche deren Hersteller als eine Art Minimalrichtlinie nehmen. Auf der anderen Seite können IT-Anwender anhand dieser Normen nachweisen, dass ihre Rechenzentren solchen Anforderungen genügen. Bisher sind weltweit nach Angaben der Organisation weit mehr als 1000 Rechenzentren zertifiziert.

Ein Ableger von Tier-Standard

Den Tier-Standard hat das Uptime Institute jetzt um eine zweite Richtlinie ergänzt: das „TIER-Ready“-Programm. Dies setzt nicht Standards für Rechenzentren, sondern für dessen kleine Ableger. Es betrifft also Geräte für Edge Computing und zwischengeschaltete Rechner im Internet of Things.

Die Standardisierungsorganisation reagiert damit auf den sich abzeichnenden Trend zur Dezentralisierung von Rechenzentren. Ein Teil der Rechenoperationen soll möglichst nah an den Orten erledigt werden, wo die Daten anfallen, bevor die wichtigsten oder die vorgefilterten Informationen an das eigentliche Rechenzentrum fließen. Ohne diesen Zwischenschritt ist Internet of Things kaum realisierbar. Das Programm soll bei den kleinen, externen Anlagen die gleiche Zuverlässigkeit bringen wie bei Rechenzentren.

Hersteller sind gefordert, Anwender gewinnen

Der Institution geht es nach eigener Verlautbarung vor allem um eins: „Das TIER-Ready-Programm setzt Hersteller in die Lage, mit dem Uptime Institute zusammen zu arbeiten, um die spezifischen Designs ihrer vorgefertigten Lösungen zu validieren.“ Angesprochen sind also zunächst IT-Hersteller. Entsprechend meldet die Organisation, dass Schneider Electric, Compass Data Centers und Huawei bereits Lösungen mit dem TIER-Ready-Label anbieten. Mit weiteren Herstellern liefen derzeit die Design-Reviews.

Das Programm soll auch IT-Anwenderunternehmen Vorteile bringen. Validierte Produkte würden das Risiko von Projekten reduzieren. Die bestätigte Erfüllung der TIER-Ready-Anforderungen durch Hersteller und Uptime Institute dürfte weniger umfangreiche weitere Zertifierungsprozessen erfordern. Das müsste Zeit und Geld sparen – womit wir wieder bei Eingangsthema wären.

Umfrage zu Colocation-Services

Das Uptime Institute hat gerade eine Online-Umfrage über Colocation-Anbieter gestartet. Die Organisation möchte vor allem in Erfahrung bringen, welche Informationen die Colocation-Anbieter den Interessenten und Nutzern zur Verfügung stellen beziehungsweise stellen sollten. Zur Umfrage hier.

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Die Aussage Bisher sind weltweit nach Angaben der Organisation weit mehr als 1000 Rechenzentren...  lesen
posted am 14.11.2017 um 17:02 von Unregistriert

Werden denn auch physische Baumuster inspiziert oder ist es eine reine Konzeptprüfung, wo keiner...  lesen
posted am 14.11.2017 um 16:55 von Unregistriert


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