Neue Vorgaben für das IT-Outsourcing - ein Interview Standardisierung von IT-Services macht die IT zukunftsfähig

Autor / Redakteur: Wim Tennagel / Ulrike Ostler

Die IT wird für Unternehmen zunehmend zum Business Enabler. Outsourcing von IT wird dabei für CIOs und IT-Entscheider bleibt, trotz Cloud, Option. IT-Service-Provider tragen diesem mit zunehmender Standardisierung ihrer Dienstleistungen Rechnung.

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Max H.-H. Schaber, Gründer und Vorstand, Datagroup AG, stellt sich dem Interview über die Standardisierung im Outsourcing.
Max H.-H. Schaber, Gründer und Vorstand, Datagroup AG, stellt sich dem Interview über die Standardisierung im Outsourcing.
(Bild: Mellenthin/Datagroup AG)

IT-Verantwortliche in Unternehmen richten ihr Augenmerk darauf, den IT-Betrieb zu optimieren, an die Digitalisierung der Business-Prozesse anzupassen und die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Dabei stellen sie häufig fest, dass eine Auslagerung der IT, ob in Teilen oder als Full-Outsourcing, Ressourcen spart und interne Kräfte freisetzt, die sich für die Optimierung der für das wertschöpfende Kerngeschäft wichtigen strategischen und operativen IT-Themen nutzen lassen.

Deshalb ist IT-Outsourcing aktueller denn je. Einer Studie des Beratungshauses Lündendonk und des IT-Dienstleisters Datagroup zufolge hält der Trend zur Auslagerung von Services an.

40 Prozent der befragten IT-Sourcing-Experten bestätigen darüber hinaus die These „IT-Dienstleistungen werden künftig deutlich standardisierter sein als heute“. Weitere 56 Prozent stimmten leicht abgeschwächt zu. Ein wichtiger Grund für den Bedarf an standardisierten IT-Services ist die zunehmende Komplexität der Unternehmens-IT.

Komplexität von IT treibt Standardisierung voran

Die Anforderungen an die IT haben sich in Unternehmen in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Dynamik der Märkte verlangt heute, besonders im produzierenden Gewerbe, Produktinnovationen mit sehr kurzen Time-To-Market-Zyklen. Das stellt Anforderungen sowohl an die Bereitstellung neuer IT-Services als auch den Betrieb bestehender Services. Standardisierte IT-Services ermöglichen eine kurze Bereitstellungszeit und eine verlässliche Betriebsqualität.

Das haben IT-Dienstleister erkannt: Sie standardisieren und modularisieren ihre IT-Services und ebnen damit einer Erbringung ihrer Leistungen nach industriellem Vorbild den Weg.

Das Angebot der Datagroup AG

So hat der Pliezhauser IT-Dienstleister Datagroup AG jüngst sein modulares Angebot „Corbox“ präsentiert, mit dem alle Bereiche der Unternehmens-IT auf sichere Art und Weise abgedeckt sein sollen. Unternehmen können sich auf diese Weise auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, verspricht das Unternehmen. IT-Entscheider haben die Wahl aus zwölf kombinierbaren und kompatiblen Service-Familien und können einzelne Service-Module wählen sowie gleichzeitig die Anzahl unterschiedlicher IT-Dienstleister reduzieren.

Definierte Service-Level-Agreements sollen Kunden Leistungs- und Kostentransparenz garantieren. Bedenken bezüglich der Sicherheit entgegnen die IT-Experten mit einer Erbringung aller Services aus Rechenzentren auf deutschem Boden, die nach ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz zertifiziert sind.

In der Folge sprach Datacenter-Insider mit Max H.-H. Schaber, dem Vorstandsvorsitzenden der Datagroup AG:

Wie profitieren Unternehmen von standardisierten IT-Services?

Max H.-H. Schaber: Standardisiert erbrachte IT-Services erlauben es Unternehmen, volles Augenmerk auf das wertschöpfende Kerngeschäft zu legen. IT ist ein Produktionsfaktor, der unterbrechungsfrei zum Unternehmenserfolg beitragen muss. Sicherheit, Qualität und ein transparenter Preis sind Attribute eines jeden verlässlichen Produktionsmittels. So auch der IT!

Die Definition von Leistungskennzahlen, Key Performance Indikatoren, sind die Voraussetzung für jede Art der Standardisierung und bilden auch die Grundlage für eine transparente Abrechnung. Die Qualität der IT wird somit messbar und der Return-on-Investment für den mittelständischen Unternehmer sichtbar. Gleichzeitig gewährleisten zertifizierte IT-Services, in unserem Fall nach ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz, einen sicheren Betrieb.

Wieso haben Sie sich dazu entschieden Ihre Services zu standardisieren?

Max H.-H. Schaber: Wir haben sehr früh den Bedarf nach standardisierten IT-Services im Markt erkannt. In unserer mehr als 30jährigen Unternehmensgeschichte, in der wir als mittelständisches Unternehmen immer sehr eng und vor allem auf Augenhöhe mit unseren Kunden agiert haben, haben wir sehr früh festgestellt, dass die Anforderungen an die Unternehmens-IT enorm steigen.

Das überfordert viele Unternehmen. Sie müssen fast all ihre Ressourcen alleine auf den Betrieb ihrer IT verwenden. Das führt dazu, dass wichtige, strategische Entscheidungen hinten anstehen müssen. Entscheiden sich diese Unternehmen dann für ein Outsourcing, ob teilweise oder als Full-Outsourcing, dann treffen sie auf einen sehr heterogenen Markt, der unübersichtlich ist. Mit einer Standardisierung und Modularisierung schaffen wir eine Transparenz und Wahlfreiheit, die den Bedürfnissen von Unternehmern Rechnung trägt. Gleichzeitig basieren alle in Corbox erbrachten Leistungen auf ISO 20000-zertifizierten Prozessen. Dadurch gewährleisten wir eine gleichbleibend hohe Prozessqualität, Servicequalität und Sicherheit.

Sie bezeichnen Datagroup häufig als Service-Fabrik – wie funktioniert die Erbringung von IT-Services nach industriellem Vorbild?

Max H.-H. Schaber: In der IT-Service-Fabrik werden Leistungen standardisiert erbracht und folgen den Gütekriterien industrieller Produktion. Unsere Dienstleistungen sind detailliert für jeden Service im Servicekatalog von Datagroup konkretisiert und verbindlich definiert.

IT-Entscheider haben die Wahl zwischen aus zwölf kombinierbaren und kompatiblen Service-Familien und einzelnen Service-Modulen.
IT-Entscheider haben die Wahl zwischen aus zwölf kombinierbaren und kompatiblen Service-Familien und einzelnen Service-Modulen.
(Bild: Datagroup AG)

Die Kombination aus ISO-zertifizierter Leistungserbringung und modular aufgebautem Servicekatalog bietet Kunden hohe Transparenz und Flexibilität bei der bedarfsgerechten Auswahl von IT-Services. Der Kunde weiß, was er bekommt, eine individuell angepasste und dennoch in industrieller Güte erbrachte Leistung – in immer der gleichen Geschwindigkeit bei gleichbleibend hoher Qualität auf Basis beherrschter Prozesse, die ständig verbessert werden und auf diese Weise mit der rasanten Entwicklung der IT Schritt halten.

Worin unterscheiden sich Ihre Services von den standardisierten Angeboten Ihrer Wettbewerber?

Max H.-H. Schaber: Es wäre vermessen zu behaupten, wir seien das einzige Unternehmen, das die Standardisierung von IT-Services als Zukunftsmodell erkannt und umgesetzt hat. Was ich aber guten Gewissens behaupten kann, ist, dass wir uns hinsichtlich Zertifizierung, Modularisierung und Kundennähe von unserem Wettbewerb unterscheiden.

Wir sind für unsere Kunden jederzeit ansprechbar und können auch durch den modularen Aufbau von Corbox flexible, sichere und verlässliche IT-Services bieten. Dabei ist es gleich, ob der Kunde ein teilweises oder ein Full-Outsoucing wünscht. Unsere IT-Services bieten ein Höchstmaß an Gestaltungsspielraum, ausgerichtet auf die individuellen Bedürfnissen unserer mittelständisch geprägten Kundenklientel.

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