Marktbeobachtung bei Flash-Speichern

SSD-Markt mit vielen Facetten

Seite: 3/3

Firma zum Thema

Neben der Software wirft EMC auch PCI-Express-SSDs der Reihe Xtrem XF mit Flash-Speichern von 350 Gigabyte bis 2,2 Terabyte auf den Markt, die das Produkt Vfcache ergänzen. Xtremsw und Xtrem SF wurden für den Server-Betrieb entwickelt, ebenso wie das Xtremio Flash Array, das aus der Entwicklung der 2012 übernommenen Sparte Xtremio stammt.

Kapazität und I/O-Rate wachsen beständig

Mit Flash Accel bietet Netapp ebenfalls eine Server-Software für Flash-Caches an. Die Flash-Accel-Software zum Daten-Management vermeidet das Speichern „kalter“ Daten auf kostspieligen Server Flash-Medien und arbeitet mit Server-basierten SSD-Festplatten oder PCIe Flash-Karten von Drittanbietern wie dem Nytro Warpdrive von LSI. Laut Hersteller lässt sich damit SSD-Hardware ohne Unterbrechung der Server-Caching-Software einsetzen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Die SATA-SSDs der Reihe Cloudspeed von Smart Storage eignen sich für Anwendungen in Enterprise-Servern und im Cloud Computing. Der Cloudspeed 1000 und 1000E verfügen über eine 6Gb-SATA-Schnittstelle und erreichen Lese/Schreibraten bis 500 MByte/s. Zu den Features gehören eine AES-Verschlüsselung mit 256 Bit und das Monitoring der Betriebstemperatur. Die Speicherkapazität des Cloudspeed 1000 liegt zwischen 120 und 960 Gigabyte, während der Cloudspeed 1000E SSD mit 100 Gigabyte bis 800 Gigabyte angeboten wird.

"Nur" für das Consumer-Segment ist die Vector Series von OCZ aus San Jose ausgelegt. Die SSD-Reihe beruht auf dem selbst entwickelten Indilinx-Barefoot-3-Controller und ist mit Kapazitäten von 128, 256 oder 512 Gigabyte erhältlich. Bei Random-Lesezugriffen soll eine Leistung bis 100.000 IOPS erzielt werden. Der Hersteller verspricht eine Lebensdauer von mindestens fünf Jahren und untermauert dies durch eine entsprechend lange Garantiezeit.

Wer auf hohe Lebensdauer Wert legt, sollte jedoch die Enterprise-Lösung Deneva 2 von OCZ wählen. Die Daten lassen sich gegen einen plötzlichen Stromverlust absichern und zusätzlich durch ein Fehlerkorrekturverfahren gegen Speicherfehler schützen.

Wie betriebssicher, wie langlebig?

All diesen neuen Produkten ist gemeinsam, dass die Hersteller besonders mit der steigenden Zuverlässigkeit ihrer SSD-Lösungen hausieren gehen. Und hier liegt vielleicht der Knackpunkt: SSD-Speicher arbeiten zwar superschnell, äußerst leise und sehr robust, da ohne bewegliche Bauteile. Daran zweifelt keiner. Aber: Belastbare Aussagen über ihr Langzeitverhalten sind noch rar oder mit Vorsicht zu genießen, zumal marktreife Speicher erst seit 2006 oder 2007 in Stückzahlen verfügbar sind.

Wo kritische Datenbestände gespeichert werden, spielen aber Ausfallrisiko, Lebensdauer und Datenrekonstruierbarkeit eine entscheidende Rolle. Gerade das Wiederherstellen verlorener Daten wird bei SSD-Produkten mit mehreren Speicher-Chips deutlich aufwändiger als mit herkömmlichen Festplatten. Und unanfällig für Fehler sind die Algorithmen der SSD-Controller auch nicht uneingeschränkt. Für den IT-Entscheider ergibt sich damit die Frage, für welche Anwendungen und Daten ein Umstieg auf die schnellere SSD wirtschaftlich schon vertretbar ist.

(ID:38761530)