Microsoft SQL Server 2012: Weniger Editionen und Kernlizenzierung verstehen SQL Server 2012 mit neuen Editionen und neuer Lizenzierung

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

SQL Server 2012 gibt es weiterhin in verschiedenen Editionen. Die umfangreichste Version ist SQL Server 2012 Enterprise Edition. Für Business Intelligence-Funktionen gibt es noch die neue Business Intelligence Edition. Für kleine Unternehmen stellt Microsoft noch die Standard-Edition zur Verfügung. Weiterhin gibt es kostenlose Editionen.

SQL Server 2012 steht nicht nur in neuen Editionen zur Verfügung, auch bei der Lizenzierung gibt es einige Änderungen, die allerdings nur bei genauerem Hinsehen zu finden sind.
SQL Server 2012 steht nicht nur in neuen Editionen zur Verfügung, auch bei der Lizenzierung gibt es einige Änderungen, die allerdings nur bei genauerem Hinsehen zu finden sind.

Unternehmen, die SQL Server 2012 einsetzen wollen, müssen genau beachten welche Edition im Einsatz sein soll. Es gibt große Unterschiede in der Lizenzierung im Vergleich zur Vorgängerversion SQL Server 2008 R2, sowie Unterschiede in den verschiedenen Lizenzierungsmöglichkeiten.

Setzen Unternehmen mehrere Editionen ein, sind die Lizenzbedingungen genau zu beachten. So unterstützt die Enterprise-Edition zum Beispiel nur die Lizenzierung pro Prozessor-Kern, aber keine Server/CALs (Client Access Licenses / Zugriffslizenzen). Das heißt die CALs für andere Editionen sind in diesem Zusammenhang wertlos. Umgekehrt erlauben die kleineren Editionen Business Intelligence und Standard eine Server/CAL-Lizenzierung, parallel zur Prozessor-Kern-Lizenzierung.

Bei allen kostenpflichtigen Editionen, also Enterprise, Business Intelligence, Standard und Web dürfen die Datenbanken eine maximale Größe von 524 PB (Petabyte) erreichen. Hier gibt es keine Unterschiede mehr. Die kostenlose Express Edition ist hier auf 10 GB begrenzt, hier gilt also die gleiche Grenze wie für SQL Server 2008 R2.

Neu ist die Unterstützung von Core-Servern mit Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012. Hier lassen sich alle Editionen von SQL Server 2012 installieren, auch die kostenlose Express Edition. Allerdings fehlt hier die grafische Oberfläche. Dadurch sind die Server schneller und sicherer. Verwalten lassen sich die Server dann von anderen Servern oder Arbeitsstationen aus.

Im MSDN finden Sie ausführliche Tabellen zu den Funktionsunterschieden der einzelnen Editionen. In der folgenden Tabelle sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen den verfügbaren Editionen Enterprise, Business Intelligence, Standard, Web und Express.

Editionen und Funktionen von SQL Server 2012 im Vergleich

Tabelle 1 in der Bildergalerie informiert über die jeweiligen Funktionen der verscheidenen Editionen von SQL Server 2012.

Die verschiedenen Serverrollen sind ebenfalls nicht mit allen Funktionen in allen Editionen enthalten. In Tabelle 2 zeigen wir Ihnen, welche Funktionen der Integration Services, Analysis, Master Data Services und die anderen Rollen enthalten sind.

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Neben diesen Funktionen unterscheiden sich die Editionen auch im Bereich der Hochverfügbarkeit. Hier bietet SQL Server 2012 zahlreiche Neuerungen, die aber in allen Editionen etwas unterschiedlich genutzt werden können. Eine Übersicht finden Sie in Tabelle 3.

Lizenzierung verstehen

Microsoft unterscheidet zwischen der Lizenzierung pro Prozessorkern und einer Server/CAL-Lizenzierung. Beim Einsatz von virtuellen Servern können Unternehmen die Prozessorkerne der Hosts oder der einzelnen virtuellen Server lizenzieren. Auch eine CAL-Lizenzierung der physischen und virtuellen Server ist möglich.

Die Enterprise-Edition erlaubt nur eine Prozesor-Kern-Lizenzierung. Alle CPU-Kerne des Servers müssen lizenziert werden. Die Business-Intelligence-Edition erlaubt eine Lizenzierung pro Prozessorkern oder ebenfalls eine Server/CAL-Lizenzierung. Es sind allerdings immer nur aktuelle CALs erlaubt. Anwender dürfen mit CALs älterer Versionen von SQL-Server, einschließlich SQL Server 208 R2 nicht auf SQL Server 2012 zugreifen. Die gleiche Lizenzierung bietet auch die Standard-Edition. Es müssen bei der Prozessor-Kern-Lizenzierung immer mindestens 4 Kerne lizenziert werden, auch wenn der Prozessor weniger Kerne hat. Unternehmen die Server/CAL lizenzieren, dürfen SQL Server 2012 nur auf Servern mit maximal 16 Prozessorkernen installieren.

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Bei der Lizenzierung von SQL Server 2012 in einem Cluster müssen Unternehmen immer nur die aktiven Knoten lizenzieren. Die passiven Backup-Knoten benötigen keine Lizenzierung. Anwender dürfen mit ihren CALs auch auf mehrere Server mit SQL Server 2012 zugreifen. CALs erlauben immer den Zugriff auf alle Editionen von SQL Server 2012, auch in heterogenen Umgebungen.

Beim Einsatz von mehreren Editionen und unterschiedlicher Lizenzierungsoptionen (Prozessorkern oder Server/CAL) sind daher gründliche Planungen wichtig, da ansonsten deutlich Mehrkosten entstehen. Unternehmen die einen Software Assurance-Vertrag mit Microsoft abgeschlossen haben, dürfen teilweise ohne Kosten aktualisieren, aber auch hier empfiehlt sich eine gründliche Planung. Die Lizenzierung ist auch in der neuen Version nicht gerade einfach und erfordert eine Beratung, da noch andere Grenzen bestehen, vor allem beim Einsatz auf virtuellen Servern.

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