Sensible Daten in virtualisierten Speichern Speichervirtualisierung in Rechenzentren gewinnt an Bedeutung

Autor / Redakteur: Detlev Klage / Jürgen Sprenzinger

Im Gegensatz zu Server- oder Desktop-Virtualisierung hat die Speichervirtualisierung in Rechenzentren erst seit Kurzem verstärkt an Bedeutung gewonnen. Der Grund: Finanzdienstleister sehen sich mit steigendem Speichervolumen konfrontiert. Gleichzeitig streben sie danach, Kosten zu senken.

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Als IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe deckt die FI das gesamte IT-Spektrum für rund 420 Sparkassen in Deutschland ab
Als IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe deckt die FI das gesamte IT-Spektrum für rund 420 Sparkassen in Deutschland ab
(Bild: FI)

Laut der aktuellen IDC-Umfrage „Storage in Deutschland 2013“ setzen bereits 56 Prozent der befragten Unternehmen Virtualisierungslösungen für Speicher ein, weitere 27 Prozent wollen eine virtuelle Storage-Lösung innerhalb eines Jahres realisieren. Die Befragten erhoffen sich davon eine höhere Auslastung der Speicherkapazität, eine bessere Performance und sinkende Stückkosten.

Geschlossene Netzwerkinfrastruktur sorgt für Sicherheit

Bereits frühzeitig hat sich die Finanz Informatik (FI) mit den Herausforderungen einer optimierten Speichernutzung auseinandergesetzt. Als IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe deckt das Unternehmen das gesamte IT-Spektrum für rund 420 Sparkassen in Deutschland ab – von der Entwicklung und Bereitstellung von IT-Anwendungen, Netzwerken und technischer Infrastruktur über den Rechenzentrumsbetrieb bis hin zu Beratung, Schulung und Support.

Die rund 200.000 bankspezifisch beschäftigten Mitarbeiter der deutschen Sparkassen nutzen Software-Funktionalitäten, aber auch Server-Kapazitäten, Workloads und Rechenleistung flexibel und bedarfsgerecht. Abgerechnet werden die Software-as-a-Service- und Infrastructure-as-a-Service-Dienstleistungen dabei nach dem Pay-per-Use-Modell. Eine in sich geschlossene Rechenzentrums- und Netzwerkinfrastruktur sorgt im Sinne einer Private Cloud dabei für ein Höchstmaß an Sicherheit.

Der IT-Dienstleister bietet den Instituten schon seit Längerem mit virtualisierten Servern die notwendige Flexibilität zur bedarfsgerechten Anforderung von Workloads. Dank einer frühzeitigen Ausrichtung von Betrieb und Software auf die Anforderungen im Cloud Computing sind hohe Verfügbarkeiten und geringe Fehlerquoten gewährleistet. Die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe können so ihre Kosten senken.

Permanentes Datenwachstum

In den Rechenzentren des IT-Dienstleisters steigt nutzerbedingt das Datenvolumen zwischen zehn und 30 Prozent pro Jahr. Die strukturierten Inhalte in Datenbanken und unstrukturierte Daten wie Word-Dokumente, Excel-Tabellen sowie Sprach- und Videoaufzeichnungen wachsen dabei gleichermaßen. Einmal erzeugte Daten werden in den seltensten Fällen wieder gelöscht, so dass etwa die Suche in konstant wachsenden Datenbeständen steigende I/O-Kapazitäten erfordert. Die Verwaltung und Speicherung der stetig wachsenden Datenmenge sorgt wiederum für steigende Kosten. Angesichts dieser Entwicklungen und einem verwalteten Datenvolumen von rund 4.500 Terabyte im Client/Server-Umfeld suchte die FI eine zukunftsweisende und nachhaltige Lösung für die Speicherverwaltung, um diese auch weiterhin wirtschaftlich betreiben zu können.

Aufgrund der guten und langjährigen Erfahrungen insbesondere hinsichtlich der Verfügbarkeit von Rechnerressourcen in einer virtualisierten Produktionsumgebung entschied sich der IT-Dienstleister dafür, in den vorhandenen Speichernetzwerken (SAN) Virtualisierungs-Technologien einzusetzen. Gegenüber klassischen Verfahren verspricht die Virtualisierung, die Auslastung der Speichersysteme nachhaltig zu optimieren, die Flexibilität zu erhöhen, die Performance zu steigern sowie die Speicherkosten insgesamt zu reduzieren.

Für den nachhaltigen Erfolg durften auch die Risiken einer Cloud-Infrastruktur nicht außer Acht gelassen werden. Das Architekturkonzept zielt darauf ab, eine potenziell steigende Fehler- und Ausfallquote durch eine neue Software in der Virtualisierungsschicht als „Single Point of Failure“ zu vermeiden.

Die Entkoppelung von Server- und Speichersystem-Hardware über die zentrale Virtualisierungsschicht reduziert den Aufwand für die Verwaltung
Die Entkoppelung von Server- und Speichersystem-Hardware über die zentrale Virtualisierungsschicht reduziert den Aufwand für die Verwaltung
(Bild: FI-FB)
Das Konzept ist darauf ausgelegt, dass neben der verbesserten Auslastung, Performance sowie sinkender Kosten auch die Abhängigkeit von den Speichersystemen einzelner Hersteller verringert wird. Mit der Entkoppelung von Server- und Speichersystem-Hardware über die zentrale Virtualisierungsschicht reduziert die FI den Aufwand für die Verwaltung der unterschiedlichen Speichersysteme auf ein Minimum und erhält dabei ein Maximum an Flexibilität. Auf diese Weise hat der IT-Dienstleister rund 2.000 Server der Plattformen Windows, Linux, AIX und Solaris an 21 produktive Client/Server-Speichernetzwerke angebunden.

Flexible Speicher-Pools

Um die virtualisierten Speichernetzwerke flexibel zu steuern und zu verwalten, wurden zunächst die bestehenden Einzelsysteme zu logischen Systemen und darauf aufbauend in Speicher-Pools gebündelt. Aufkommende Lasten werden heute dank dieser

Eine flexible Speicherverwaltung sorgt für ein effizientes Speicher-Management
Eine flexible Speicherverwaltung sorgt für ein effizientes Speicher-Management
(Bild: FI-FB)
Speicher-Pools gleichmäßig verteilt. Die Technologie des Thin Provisioning nutzt Datenblöcke flexibel und ordnet sie erst beim Beschreiben zu. Diese flexible Speicherverwaltung sorgt für ein effizientes Speicher-Management und effektive Skaleneffekte. Sparkassen profitieren davon, dass Lastspitzen des einen Instituts sich durch Minderlasten anderer Institute ausgleichen. Obwohl der Dienstleister jedem Institut eine feste Speicherplatzmenge zusichert und dies mit ehrgeizigen Service-Leveln hinterlegt, muss er nicht die Summe aus allen eingegangenen vertraglichen Pflichten vorhalten. Ein mit Augenmaß gesteuertes und nur gezielt eingesetztes Over-Provisioning, bei dem ausschließlich Reserven überbucht werden, lässt aufgrund der großen Anzahl von Mandanten die Kosten für Speicherplatz weiter sinken.

Speicherkosten können drastisch gesenkt werden

Die Erfahrungen mit den virtualisierten Strukturen im SAN zeigen, dass auch in komplexen IT-Landschaften die Auslastung der Speichersysteme nachhaltig optimiert, die Performance gesteigert sowie die Kosten reduziert werden können. Insbesondere die Stückkosten der speicherbezogenen IT-Dienstleistungen wurden nachhaltig gesenkt: Obwohl innerhalb von vier Jahren die Datenmenge um 77 Prozent angestiegen ist, konnten die Speicherkosten im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Weiterhin zeigte sich, dass Thin Provisioning mit seinem sehr flexiblen Kapazitäts-Management alle Erwartungen erfüllt. Over-Provisioning sollte im sensiblen Umfeld der Finanzwirtschaft nur in Ausnahmefällen und nur begrenzt eingesetzt werden, um kurzfristige Anforderungen abzudecken. Eine durchweg stabile, performante und skalierbare Virtualisierungs-Technologie bildet die Grundlage, um auch kommendes Datenwachstum auf wirtschaftliche Weise zu beherrschen.

Über den Autor:

Der Autor Detlev Klage
Der Autor Detlev Klage
(Bild: privat)
Detlev Klage ist Leiter des Geschäftsbereichs Client/Server und Generalbevollmächtigter der Finanz Informatik und trägt mit seinem Team die End-to-End-Verantwortung für die Plattformentwicklung, Bereitstellung und Produktion der Windows- und Unix-Produktionsinfrastruktur für die Gesamtbanklösung OSPlus (One System Plus)

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