OpenStack für hybride und private Clouds

Speichern findet quelloffen zum Software Defined Storage

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Suse schmiedet durch Code-Hardening eigene OpenStack-Distributionen.
Suse schmiedet durch Code-Hardening eigene OpenStack-Distributionen. (Bild: lukasok/ Fotolia.com)

Storage ist das Segment im Cloud Computing, das in letzter Zeit besonders großes Interesse findet. Mark Smith, Product Marketing Manager für den Bereich Cloud/OpenStack, und Michael Stanscheck, zuständig für das Partnergeschäft bei der Nürnberger Suse Linux GmbH, erläutert, wie das Unternehmen offene Clouds und Storage angeht.

Suse engagiert sich in der OpenStack-Initiative. Welchen Umfang hat und welcher Art ist dieses Engagement?

Mark Smith: Suse ist Gründungsmitglied der OpenStack-Initiative und als Platin-Sponsor an maßgeblichen Entwicklungen beteiligt. Die OpenStack-Distribution ´Suse OpenStack Cloud´ ist heute in der fünften Version auf dem Markt. Seit über 20 Jahren liefert Suse hochwertige Open Source-Software für unternehmenskritische Umgebungen - entsprechend ist die OpenStack Private Cloud-Lösung von uns auf deren Anforderungen zugeschnitten. Dazu gehört unter anderem ein robustes, flexibles Installations-Framework, das eine einfache Einführung der OpenStack Private Cloud ermöglicht.
Suse unterstützt zudem die größte Anzahl an Hypervisoren wie Xen, KVM, Hyper-V sowie VMware und bietet Support für die komplette OpenStack-Lösung, inklusive Linux, OpenStack und Hypervisoren. OpenStack bietet heute hohe Sicherheit, die durch Code-Hardening erreicht wurde. Auch unsere vielen Industriepartnerschaften tragen dazu bei, dass unsere OpenStack-Distribution auf vielen Hardware-Lösungen zertifiziert ist, ein Höchstmaß an Interoperabilität bietet und eine umfassende Anwendungsunterstützung bietet.

Auf Außenstehende wirkt OpenStack komplex und so mächtig, als sei es nur für große Unternehmen mit reichlich spezialisiertem IT-Fachpersonal realisierbar. Können Sie das Bild korrigieren?

Michael Stanscheck: Ein Auto ist auch sehr komplex und nur wenige würden sich trauen, ein Auto komplett selbst zu bauen, trotzdem ist es unser Fortbewegungsmittel Nummer 1. Genauso verhält es sich mit OpenStack. Eine komplizierte Technologie kann durch die Wahl des richtigen Software-Anbieters genauso einfach werden, wie der Kauf eines Autos im Autohaus.
Und OpenStack ist unbestritten der Marktführer im Bereich Open Source Private Clouds. OpenStack ist in nur wenigen Jahren - gegründet wurde die Initiative im Juli 2010 - zur führenden Lösung für Open Source Private Clouds geworden. Die modulare Architektur von OpenStack ermöglicht es Kunden, die Komponenten auszuwählen, die ihre Anforderungen am besten unterstützen.

Michael Stanscheck nimmt bei Suse Linux GmbH die Position Partner Executive ein.
Michael Stanscheck nimmt bei Suse Linux GmbH die Position Partner Executive ein. (Bild:)

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Ihr Unternehmen verbindet OpenStack mit Software Defined Storage. Um was geht es dabei, und was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Michael Stanscheck: Kunden stellen vermehrt fest, dass sie sich beim Thema Speicher in einem deutlichen Umbruch befinden. Datenmengen, die bisher unfassbar groß erschienen, sind mittlerweile Standard und für den deutschen Mittelstand ist Petabytes schon lange kein Fremdwort mehr. In diesem Zusammenhang und mit dem wachsenden Interesse an Lösungen für Software Defined Storage wie SUSE OpenStack Cloud, erkennen Unternehmen, dass ein Festhalten an bestehenden proprietären Speichersystemen mit ihren disruptiven Upgrade-Zyklen ihren dynamischen Anforderungen nicht mehr genügt.

Abteilungen benötigen schnell mal ein Petabyte und mehr für die Einführung eines Big-Data-Systems. Die IT-Abteilung muss dies ebenso schnell bereitstellen können wie zusätzliche Speicheranforderungen. Das bedeutet: Storage wird ebenso zu einem Service wie alle anderen Dienste im Unternehmen. Storage muss der gleichen Logik folgen, die zur Einführung einer OpenStack-Umgebung führt: der schnellen Bereitstellung und dem einfachen Management hochkomplexer Umgebungen.

Was bringt die Kombination für die Anwender?

Mark Smith: Die OpenStack-Cloud fasst neben der Virtualisierung alle anderen Services im Rechenzentrum in einem Ressourcenpool zusammen und bietet sie über eine standardisierte Schnittstelle an. Dies ist die Grundlage, um mit Automatisierung und Standardisierung die Effizienz, Geschwindigkeit und Qualität bei der Bereitstellung von Diensten im Rechenzentrum weiter zu optimieren. Ressourcen können so agil und on-demand genutzt werden – sie werden von der Hardware getrennt.
Dabei werden in einer Private Cloud weiterhin lokale Komponenten genutzt. Dies macht OpenStack zu einem der entscheidenden Elemente für das Modell des Software Defined Data Center der Zukunft. Die Software Defined Storage Technologie von Ceph ist dabei de facto das Storage-Backend für OpenStack.
Suse Enterprise Storage ist sowohl als Einzellösung wie auch als Bestandteil von SUSE OpenStack Cloud verfügbar. Diese hochskalierbare Lösung für Software Defined Storage läuft auf Standard-Servern und Laufwerken und liefert die gleichen Funktionalitäten wie andere proprietäre Storage-Produkte mit einer Vielzahl an weiteren Vorteilen.

Gibt es Nutzenanalysen, die insbesondere dem Mittelstand aufzeigen können, was sich mit vertretbarem Aufwand und in überschaubarer Zeit realisieren lässt?

Mark Smith ist Global Product und Solutions Manager bei Suse.
Mark Smith ist Global Product und Solutions Manager bei Suse. (Bild: Mark Smith)

Mark Smith: Viele mittelständische Unternehmen haben ihre Rechenzentren von einer Hardware-zentrierten Architektur in eine virtualisierte Umgebung umgewandelt, um dadurch von besserer Auslastung und erhöhter Automation bei verringerten Kosten zu profitieren. Die gleichen Unternehmen sind jetzt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur weiteren Steigerung ihrer operativen Leistungsfähigkeit sowie einer weiteren Senkung der Kosten.
Für die Umsetzung neuer innovativer Geschäftsmodelle wird von der IT mehr Agilität, Schnelligkeit und Flexibilität verlangt, um Wachstum und Wettbewerbsvorteile zu ermöglichen. Diese Anforderungen macht OpenStack zu einem attraktiven Kandidaten für Unternehmen jeder Größe. Analysten ermitteln für OpenStack eine Wachstumsrate von mehr als 30 Prozent.
Eine ganze Reihe von erfolgreichen Proof of Concept-Projekten bei unseren Kunden in Zentraleuropa zeigt, dass Suse OpenStack Cloud die Technologien und Automation liefert, die zum Aufbau und Betrieb einer Private-Cloud-Infrastruktur in einem bestehenden Rechenzentrum wesentlich sind. Besonders die Unterstützung unterschiedlicher Virtualisierungsplattformen ermöglicht es den Unternehmen, einfach und kostengünstig, hochverfügbare Private-Cloud-Infrastrukturen auf der Basis gemischter Hypervisor bereitzustellen.

* Das Interview führte Ludger Schmitz, freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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