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Transformation im Rechenzentrum Software Defined Infrastructure: Das nächste große Ding

| Autor: Katrin Hofmann

Einen Steinwurf entfernt erblüht ein Thema, das die Trends Cloud, Virtualisierung und Digitalisierung konsolidiert. Als Überbau oder Katalysator soll Software Defined Infrastructure (SDI) die Enterprise-IT effektiviren.

Firmen zum Thema

SDI könnte DIE Idee sein, um die Digitalisierung voranzutreiben und Firmen entscheidende Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
SDI könnte DIE Idee sein, um die Digitalisierung voranzutreiben und Firmen entscheidende Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
(Bild: © ra2 studio - Fotolia)

Ein relatives junges Thema, das laut dem IDC-Senior-Consultant Matthias Zacher ab etwa 2014 Erwähnung fand, könnte das Zeug haben, die Firmen-IT eine Stufe nach oben zu heben. Die Rede ist von Software Defined Infrastructures (SDI; Definition siehe Kasten unten „Ergänzendes zum Thema“), die dem Trend zunehmend agiler, flexibler Infrastrukturen in Verbindung mit klassischem Backend entgegenkommen könnten.

Auch weil sich laut IDC „mit starren IT-Ressourcen die digitale Transformation der Unternehmen und Geschäftsfelder nur ungenügend umsetzen lässt“ und „SDI künftig ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Unterstützung digitaler Geschäftsmodelle sein wird“, gebe es für Betriebe gute Gründe, sich mit SDI zu beschäftigen. So profitiere beispielsweise die wichtigste Herausforderung für Rechenzentren – die Cloud – von flexiblen Strukturen.

Ergänzendes zum Thema
Einsatzgrad und Definition

> Lars Göbel, Leiter Vertrieb und IT-Services beim Full-IT-Service-Provider Darz, schätzt, dass rund 30 Prozent der für Software Defined Infrastructures (SDI) in Frage kommenden Unternehmen – Kleinstbetriebe tendenziell eher nicht – diese schon einsetzen. Die anderen, ist er sich sicher, werden sich in nächster Zukunft damit befassen.

Denn erst SDI ermögliche die Integration verschiedener Infrastrukturen – der klassischen auf Sicherheit und Stabilität ausgerichteten internen IT, virtualisierten, mobilen, auf Social Media und Collaboration setzenden Elementen verbunden mit Private- und Public-Cloud-Anwendungen. SDI stellt somit eine übergreifende IT-Ebene dar. Laut IDC ermöglicht die Technik „den Aufbau und automatisierten Betrieb von offenen und elastischen IT-Infrastrukturumgebungen.

Virtualisierte Workloads können mittels Software-Steuerung automatisiert und unabhängig von der darunter liegenden Infrastruktur (Server, Storage, Netzwerk) konfiguriert, bezogen, migriert, skaliert und repliziert werden.“ Oft wird in diesem Zusammenhang zudem auf die „IT der zwei Geschwindigkeiten“ verwiesen beziehungsweise „bimodale IT“, wie sie Gartner nennt. Das ist die Verbindung aus dem IT-Kernsystem, das stabil, vorhersehbar und dauerhaft ist und agilen, sich wandelnden IT-Strukturen. SDI soll diese beiden Welten, die sich in Firmen zunehmend bilden, verbinden.

Hoher Anspruch

Laut einer IDC-Umfrage unter 252 IT-Entscheidern aus Firmen in Deutschland mit über 250 Mitarbeitern, die sich bereits fundiert mit dem Thema beschäftigt haben, sind die Erwartungen jedenfalls hoch. Preiswerter, einfacher zu verwalten und gleichzeitig effektiver sowie stärker am Business orientiert soll die IT werden. Dabei geht es stets sowohl um IT- als auch um Business-Nutzen.

So erwarten je 35 Prozent weniger Probleme bei Upgrades und Wartung und geringere operative Kosten. Ebenfalls jeweils über 30 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich) erhoffen sich unter anderem eine produktivere, breiter ausgelastete IT-Abteilung, höhere Anwendungsverfügbarkeit, bessere Ressourcenauslastung, beispielsweise beim Energieverbrauch, aber auch ein besseres Security-Management.

Eine höhere Business-Agilität folgt gleich danach mit 27 Prozent der Nennungen. Auch andere Businessaspekte, wie die Beschleunigung von Prozessen oder mehr Zeit für Innovationen, spielen eine Rolle.

Hürden und Potenzial

Wesentliche Hürden für SDI aus Sicht der Befragten sind in erster Linie fehlende Budgets (38 Prozent). Aber auch die hohe Komplexität ist derzeit noch ein Hindernis, sagen 34 Prozent. 29 Prozent fürchten zudem um die IT-Sicherheit und haben Compliance-Bedenken. Hinzu kommen fehlendes internes Knowhow, allgemeine Bedenken oder die Annahme, dass die Technologie unausgereift ist.

Und dennoch: 25 Prozent der 252 Befragten nutzen SDI für ihre Produktivsysteme seit mehr als zwölf Monaten. 35 Prozent haben ebenfalls entsprechende Projekte umgesetzt – wenn auch noch nicht so lange. Luft nach oben ist zudem vorhanden: 33 Prozent evaluieren im Moment den Einsatz.

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Über den Autor

 Katrin Hofmann

Katrin Hofmann

Editor, IT-BUSINESS