Umfrageergebnisse deuten auf ein Missverständnis hin

Software Defined DataCenter? Na ja

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Haben die Anwender in Sachen SDDC einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht?
Haben die Anwender in Sachen SDDC einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht? (Foto: S. Hoifschlaeger, pixelio.de)

F5 Networks hatte auf der VMworld 2015 Besucher aus Anwenderunternehmen befragt, und auffallend viele gaben an, in Sachen Software Defined DataCenter (SDDC) sehr weit zu sein. Das könnte auch eine Frage der Definition gewesen sein.

IT-Verantwortliche von mehr als 500 europäischen Unternehmen hat F5 auf der diesjährigen VMworld befragt – und ist von den jetzt veröffentlichten Ergebnissen selbst überrascht. Denn 20 Prozent der Interviewten „glauben“, so F5 kritisch, bereits über ein vollständig softwarebasiertes Rechenzentrum zu haben. Außerdem gaben 46 Prozent der Befragten an, dies sei teilweise der Fall.

Dem Vernehmen nach sind Anwender ganz weit

Offenbar verleitete schon die Art der Fragestellung zu divergierenden Ergebnissen. Denn laut 33 Prozent der Befragten stellen ihre Unternehmen Anwendungen über ein SDDC zur Verfügung. Weitere 22 Prozent planen, einen Proof of Concept (PoC) zu erstellen und das System innerhalb von zwölf Monaten in Betrieb zu haben.

Vordergründig scheinen sich zahlreiche Firmen hinsichtlich einer softwarebasierenden Strategie in einem fortgeschrittenen Stadium zu befinden. Allerdings zeigte die Umfrage auch, dass signifikante 30 Prozent der Unternehmen sich nicht mit dem Thema Software Defined Data Centre (SDDC) beschäftigen. Darüber hinaus gaben 18 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen entweder kurz vor Abschluss des Proof of Concept stünde oder nicht plane, eine SDDC-Strategie aufzusetzen.

Sicherheitsfragen beschäftigen Anwender

In diesem Kontext ist IT-Sicherheit auf den Prioritätenlisten der IT-Experten nach wie vor weit oben angesiedelt. Bei den Befragten liegt IT-Sicherheit mit 56 Prozent auf Platz eins für die nächsten zwölf Monate. Mit deutlichem Abstand folgen die Themen Kostenreduktion (34 Prozent), erhöhte Agilität (30 Prozent) und Mobilität (25 Prozent).

Auf die Frage nach den größten Herausforderungen bei der Bereitstellung von SDDC nannten 34 Prozent Sicherheit als große Hürde. Das Vertrauen der Endnutzer (30 Prozent), Fokussierung auf andere Technologien (28 Prozent) sowie Kosten (25 Prozent) wurden als weitere hemmende Faktoren erwähnt.

Eine Frage der Definition von SDDC

Von der hohen Zahl an Befragten, die angeben ein vollständig softwarebasierendes Rechenzentrum zu haben, zeigt sich F5 selbst überrascht. „Das deutet darauf hin, dass eventuell unterschiedliche Definitionen existieren“, erklärt Paul Pindell, Senior Solution Architect bei F5 Networks. „So könnte sich hinter einer 'vollständig softwarebasierten Umgebung' lediglich eine stark virtualisierte Umgebung verbergen.“ Gleichwohl mache das Umfrageergebnis deutlich, dass sich Organisationen tatsächlich auf den Weg gemacht haben, ein softwarebasierendes Rechenzentrum aufzusetzen. Pindell: „Möglicherweise sind sie dabei schon weiter, als man gemeinhin glaubt.“

„Weiterhin signifikante Hürden für Unternehmen, die ihre Rechenzentrumsumgebung vollständig virtualisieren wollen“ sieht F5-Manager Pindell „vor allem in den Bereichen Sicherheit, Kosten und Vertrauen“. Diese Themen seien eine Herausforderung für die IT-Industrie. „Es müssen SDDC-Lösungen entwickelt werden, die allen geschäftlichen Anforderungen entsprechen, um Applikationen schnell und sicher für alle Anwender zur Verfügung stellen zu können“, so Pindell.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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