Strom sparen im Datacenter

So wird ein Rechenzentrum Schritt für Schritt Energie-effizient

| Autor / Redakteur: Lex Coors / Ulrike Ostler

Co-Location-Fläche bei Interxion.
Co-Location-Fläche bei Interxion. (Bild: Interxion)

Die Statistiken sind eindeutig: Rechenzentren stoßen mehr Treibhausgase aus als die Luftfahrtindustrie und werden ihren Ausstoß bis 2020 vervierfachen; Rechenzentren brauchen bis zu 40-mal so viel Energie wie gewöhnliche Bürogebäude… Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.

So überlegen die meisten Unternehmen, die Rechenzentrumsprojekte umsetzen, wie sie die Balance finden zwischen Kosteneinsparungen auf der einen und dem Nutzen für die Umwelt auf der anderen Seite. Aber vielleicht sollten sie umdenken.

Das amerikanische Umweltbundesamt EPA schätzt, dass eine um zehn Prozent verbesserte Energie-Effizienz der Rechenzentren in den USA mehr als sechs Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr einsparen würde, was jährlich mehr als 350 Millionen Euro entspricht.

Da immer mehr Organisationen erkennen, dass sie ihre Effizienz verbessern und Geld sparen können, indem sie ihre IT-Infrastruktur auslagern, steigt der Energiebedarf der dafür nötigen zentralisierten Rechenzentren exponentiell.

Das Dilemma mit der Klimatisierung

Rechenzentren benötigen leistungsfähige Klima-Anlagen, die in der Lage sind, die entstehende Wärme abzuführen. Das Problem aber ist, dass diese mindestens 30 Prozent des Gesamtenergiebedarfs eines Rechenzentrums benötigen, um die nötige Kühlung zu gewährleisten.

Damit brauchen sie mehr Energie als die eigentliche IT. Zudem kommt es oft zu einem Energieverlust durch USV-Systeme, Transformatoren und die Lüftung in CRAC-Systemen. Durch sie kann der Verbrauch der Kühlanlage um weitere zehn Prozent steigen.

Rechenzentren wie „chicken coop“ von Yahoo und „chiller-less“ von Google zählen zu den bahnbrechenden Entwicklungen beim Design effizienter Rechenzentren mit spezieller Ausrichtung der jüngeren Vergangenheit. Aber ein solches design ist nicht für alle Rechenzentren praktikabel, und die meisten Unternehmen haben nicht die nötigen Ressourcen für Forschung und Entwicklung, die sie bräuchten, um ihre Rechenzentren ökologischer werden zu lassen, ohne ganz von vorn anfangen zu müssen.

Innovation von Interxion

Doch auch Interxion hat europaweit Konzepte entwickelt und umgesetzt, um den Energiebedarf bei der Kühlung seiner Rechenzentren zu senken, etwa die Meerwasserkühlungsanlage im Stockholmer Rechenzentrum. Bei ihrer Inbetriebnahme im Januar 2009 war diese Anlage die weltweit erste zur Kühlung eines Rechenzentrums mithilfe von Meerwasser.

Im Oktober 2011 erweiterte Interxion die Anlage, um zwei Rechenzentren gleichzeitig kühlen zu können. Sie verwendet kaltes Wasser aus tiefen Meeresschichten, um das Rechenzentrum zu kühlen und überschüssige Wärme abzuführen. Das ist nur eine von mehreren Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit.

weiter mit: PUE verstehen – der erste Schritt Richtung Grün

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