Quest Studie zur Sicherheit in Industrie 4.0

So denkt der Maschinenbauer über Safety-Ethernet

| Redakteur: Sariana Kunze

Safety-Ethernet bis 2015: Quest Studie nennt Perspektiven und Hindernisse.
Safety-Ethernet bis 2015: Quest Studie nennt Perspektiven und Hindernisse. (Quest/2013)

Aktuell setzen 33 Prozent der Maschinenbauer Safety-Ethernet ein, aber nur an sechs Prozent der Maschinen.Das hat seine guten Gründe wie die Quest-Studie über den Einsatz von Safety-Ethernet bis 2015 im deutschen Maschinenbau zeigt.

Die Maschinenbauer überlegen sorgfältig und planen realistisch den Einsatz von Safety-Ethernet. Eine Marktuntersuchung von Quest TechnoMarketing ergab im Jahr 2010, dass 15 Prozent der Maschinenbauer Safety-Ethernet nutzten und weitere 14 Prozent planten, Safety-Ethernet bis 2012 einzusetzen. Eine weitere Marktuntersuchung Ende 2012 stellte fest, dass der Anteil der Maschinenbauer mit Safety-Ethernet tatsächlich auf 33 Prozent angestiegen war.

Allerdings: Safety-Ethernet kommt nicht an 33 Prozent, sondern nur an sechs Prozent der Maschinen aktuell zum Einsatz. Die Maschinenbauer setzen Safety-Ethernet aktuell nicht auf breiter Front ein, sondern sie testen erst, wägen ab und sammeln Erfahrungen mit Einsätzen an ausgewählten Maschinen.

Für und Wider dreht sich um drei Schwerpunkte

Maschinenbauer kritisieren zu hohe Preise. Stellvertretend fasst es ein Werkzeugmaschinenbauer zusammen: „Der Preis ist zu hoch, deshalb wird Safety-Ethernet nicht flächendeckend, sondern nur dort eingesetzt, wo es vorgeschrieben wird seitens des Kunden“. Ein Verpackungsmaschinenhersteller ergänzt: „Es müsste günstiger sein als die herkömmlichen Safety-Feldbusse und einfacher. Es ist dagegen aber komplexer.“

Für Maschinenbauer ist es noch eine offene Frage, wie Safety-Ethernet technologisch zweckmäßig zu nutzen ist. Ein Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen führt dazu aus: „Man beurteilt den Einsatz von Safety-Ethernet noch zurückhaltend. Bei Safety-Ethernet fehlt noch die Erfahrung und Übung, so wirkt es als komplex und schwierig. Das wirkt sich besonders bei sehr knappen Inbetriebnahme-Zeiten aus. Setzte man bisher zwei Fachleute bei der Inbetriebnahme ein, einen für Sicherheitstechnik und einen für Steuerungstechnik, so sind bei Safety-Ethernet eigentlich zwei Fachleute erforderlich.“

Es muss alles über ein Protokoll laufen können

Schließlich steht die Vielzahl der Protokolle für Safety-Ethernet einer durchgängigen Lösung entgegen. Ein Hersteller von Gummi/Kunststoffmaschinen fordert dazu stellvertretend: „Wenn wir Safety-Ethernet einsetzen würden, dann müsste auch eine durchgängige Lösung da sein, unabhängig von den Zulieferern, die wir einsetzen, ob es Siemens, Rockwell, ifm oder Festo ist, es müsste alles über ein Protokoll laufen können.“ Bei einer Lösung dieser kritischen Punkte kann der Anteil von Maschinenbauer mit Safety-Ethernet bis 2015 auf 71 Prozent steigen.

Ergänzendes zum Thema
 
Quest TechnoMarketing

Die Quest Studie„Ethernet und Safety-Ethernet bis 2015, Trends und Innovationen aus Sicht vom Maschinenbau“ basiert auf Interviews mit über 200 Maschinenbauern, das sind 31 Prozent der Maschinenbauer mit 100 und mehr Beschäftigten in zehn Branchen.

Die Studie, die im Januar 2013 abgeschlossen wurde, erfasst die Marktanteile aller Protokolle für Echtzeit-Ethernet und Safety-Ethernet von 2012 bis 2015 einschließlich der damit verbundenen Maschinenstückzahlen. Knapp 100 Statements der Maschinenbauer zeigen konkret und treffend auf, wo der Schuh drückt und welche Verbesserungen und Innovationen zu Ethernet und Safety-Ethernet erwartet werden.

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