Best Practice: Aktualisierung der Mainframe- und Storage-Architektur Sichere Mainframes mit großer Zukunft

Autor / Redakteur: Gerald Fiebig / Susanne Ehneß

Die AKDB, IT-Dienstleister für Kommunen in Bayern, setzt auf Mainframes von IBM. Mithilfe des Beratungs- und Systemhauses Xerabit wurden im April 2013 zwei neue „z114“-Systeme implementiert. Deren Effizienz und Stabilität haben den Dienstleister überzeugt.

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Hauptverwaltung der AKDB in der Münchener Hansastraße
Hauptverwaltung der AKDB in der Münchener Hansastraße
(Bild: AKDB)

Für Groß- und Sonderkunden aus Ministerien und Justiz betreibt die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) eigene IBM-Mainframes auf dem Betriebssystem „z/OS“. Zu diesen Kunden zählt beispielsweise das ZBFS (Zentrum Bayern Familie und Soziales) des bayerischen Sozialministeriums sowie das in Coburg ansässige Zentrale Mahngericht des Freistaats.

Großvolumig

„Dort werden alle Mahnverfahren Bayerns gebündelt, das sind mehrere Millionen Fälle im Jahr“, erläutert Hans Peter Grote, stellvertretender OE-Leiter Technik und Produktion bei der AKDB. „Wir übernehmen dabei nicht nur die IT-technische Produktion, also die Datenverarbeitung, sondern auch die gesamte nachgelagerte Logistik des Druckens und Versendens. Es handelt sich um ein Volumen von rund 20 Millionen Seiten pro Jahr, die just-in-time gedruckt und verschickt werden müssen, um die bei Mahnverfahren wichtigen Fristen einzuhalten.“ Ein weiterer wichtiger Kunde ist das Bayerische Landeskriminalamt.

Solche großvolumigen Anwendungen erfordern schon aus juristischen Gründen ein sehr hohes Maß an Ordentlichkeit der Prozesse, sollen aber mit überschaubarem Personaleinsatz realisiert werden. Aus Sicht der AKDB eignet sich eine Mainframe-Architektur hierfür besser als andere IT-Strukturen.

„Mainframes sind effizient, auch im Hinblick auf den Personaleinsatz, und – ganz wichtig – stabil und ausfallsicher auch in der Produktion selbst. Hat man Prozesse und Systemumgebungen einmal etabliert, laufen diese sehr zuverlässig und transparent“, so Grote. Ein weiterer Vorteil sei die Sicherheit des Betriebssystems z/OS gegen Angriffe von außen.

Langfristige Sicherheit

Die Anwendungen des ZBFS sowie des Zentralen Mahngerichts und des Landeskriminalamts waren bislang auf einem gespiegelten „z9“-Mainframe betrieben worden. Als sich der Produktlebenszyklus seinem Ende zu nähern begann, nahm die AKDB dies zum Anlass für ein Upgrade auf die übernächste Modellgeneration „z114“, „da wir aus den genannten Gründen die Kunden langfristig auf IBM-Basis versorgen wollen“, so Grote.

Die Kunden, deren Anwendungen teilweise seit mehr als zehn Jahren auf Mainframes betrieben werden, schätzten die Sicherheit der Plattform sehr und seien darauf angewiesen, diese langfristig erhalten zu können. Gegenüber dem Vorgängermodell erreicht z114 eine um 18 Prozent höhere Performance bei traditionellen z/OS-Workloads. Bei mikroprozessorintensiven Workloads liegt die Rechenleistung sogar um 25 Prozent höher.

Zudem bietet die z114 die Möglichkeit kleinerer und flexiblerer Konfigurationen. So können auf dem Mainframe viele virtuelle Server – nicht nur unter z/OS, sondern auch unter „zLinux“ – mit sehr geringen Kosten betrieben werden.

Im Zuge des Upgrades auf das neue Großrechner-Modell wurden zugleich die beiden „IBM Virtual Tape Server“ (VTS) zu einem Grid-System ausgebaut. Das „Grid“-Feature ermöglicht die Replizierung der Daten zwischen den beiden Standorten.

Aber nicht nur die in der Tape Library archivierten Daten, sondern auch der neue Mainframe wird gespiegelt auf ein identisches System am AKDB-Standort München, um Redundanz zu schaffen. „All diese Maßnahmen erhöhen die Sicherheit der Daten und Anwendungen und ermöglichen eine schnellere Recovery im Katastrophenfall“, bringt Hans Peter Grote die Vorteile der neuen z114-Architektur auf den Punkt.

Ein aktueller z-Mainframe von IBM, wie er auch bei der AKDB eingesetzt wird
Ein aktueller z-Mainframe von IBM, wie er auch bei der AKDB eingesetzt wird
(Bild: AKDB)
Die Strategie der AKDB sieht vor, mindestens bis Ende 2018 die Unterstützung von z/OS-basierten Anwendungen zu garantieren. „Gerade aufgrund der Langfristigkeit des Projekts wollten wir in der Beschaffung mit einem Partner zusammenarbeiten, den wir gut kennen und einschätzen können“, erklärt Grote. „Mit dem Systemhaus Xerabit haben wir bereits bei früheren Rechenzentrums-Projekten zusammengearbeitet. Das daraus resultierende Vertrauensverhältnis zu Geschäftsführer Bernhard Hopp und seinem Team bildete die Grundlage für unsere Kontaktaufnahme. Gemeinsam mit IBM konnte die Xerabit ein Preis-Leistungs-Paket anbieten, das die Anforderungen des Hauses AKDB erfüllte.“

Live-Umbau

Nach einer intensiven Vorbereitungsphase fand an drei Wochenenden im März und April 2013 der Live-Umbau der Mainframe- und Storage-Architektur statt. Beim ersten Termin wurden die VTS-Systeme auf den Grid-Systemaufbau hochgerüstet. Anschließend wurde an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden das Upgrade der Mainframes auf die neue z114-Plattform vorgenommen.

Nachdem das Backup-System in München aufgesetzt worden war, wurde eine Woche später die neue z114 in Betrieb genommen. „Wir haben die Upgrades der beiden Maschinen nacheinander vorgenommen, sodass auch im Fall von Problemen der Kunde zu jeder Zeit hätte bedient werden können. Für die Arbeiten haben wir die standardmäßigen Wartungsfenster genutzt. Innerhalb von je vier Stunden pro Standort war das komplette Upgrade abgeschlossen“, so Xerabit-Geschäftsführer Bernhard Hopp.

Zwei Consultants

Xerabit setzte in dem Projekt zwei Consultants mit unterschiedlichen Spezialisierungen ein. Nachdem Rüdiger Gauweiler das neue VTS-System eingerichtet hatte, verantwortete Rudi Schiele gemeinsam mit dem Kunden die Terminkoordinierung, Inbetriebnahme und Einrichtung der beiden IBM z114. „Der reibungslose Ablauf des Projekts hat ganz wesentlich damit zu tun, dass das Team der AKDB mit unseren Consultants im Einklang war“, betont Hopp. „Wir sehen uns als Copilot des Kunden und binden dessen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in das gesamte Projektgeschehen mit ein. Schließlich muss die Produktion nahtlos sichergestellt werden.“

Dass die gesamten Lösungselemente, bestehend aus Hardware, Software sowie Wartung und Services im Zuge eines 7x24-Service-Level-Agreements beim Kunden auf positive Resonanz gestoßen sind, kann Grote bestätigen. Betreuung und Resultat seien „zu unserer vollsten Zufriedenheit“ ausgefallen. Der bis 31.12.2018 gültige Wartungsvertrag stelle zudem sicher, dass die Betreuung durch Xerabit langfristig erhalten bleibe.

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