Rackable Systems will Supercomputer-Pionier für 25 Millionen Dollar übernehmen SGI zum zweiten Mal vor dem Konkurs

Redakteur: Harry Jacob

Im Mai 2006 glaubte SGI seine Schwierigkeiten überwunden, doch nun geht dem Hersteller von Supercomputern erneut das Geld aus. Die Assets will Rackable Systems übernehmen, doch im anstehenden Konkursverfahren könnten auch noch andere Bieter zum Zuge kommen.

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Diese ausgediente Origin 2000 von SGI ist im Eingangsbereich der Vogel-IT Medien zu finden.
Diese ausgediente Origin 2000 von SGI ist im Eingangsbereich der Vogel-IT Medien zu finden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im 27. Jahr der Firmengeschichte von Silicon Graphics Inc. (SGI) scheint nun das Ende gekommen. Erneut muss der US-amerikanische Hersteller Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen, was dem deutschen Insolvenzverfahren entspricht. Trotz Restrukturierungen und Entlassungen in den vergangenen Monaten schrieb SGI jedes Quartal Verluste und kann sein Geschäft nun nicht mehr aus eigener Kraft fortführen.

Doch ein „Retter“ ist schon gefunden: Rackable Systems, ein Server- und Storage-Anbieter, will für 25 Millionen US-Dollar die wichtigsten Marken- und Patentrechte sowie weitere Unternehmensbestandteile kaufen. Der Hersteller rundet mit dem SGI-Zukauf sein Portfolio ab und kann seine Service-Organisation weltweit erweitern. Rackable und SGI sind sich zwar einig, der Deal könnte allerdings noch platzen, wenn im Insolvenzverfahren ein anderer Interessent mit einem höheren Gebot auftritt.

Zum Portfolio von SGI gehören Blade-Server ebenso wie Cluster-Systeme fürs High-Performance-Computing, daneben auch Storage-Lösungen, die grafische Virtualisierungslösung »Visual User Experience« (VUE) sowie Dienstleistungen rund um Server und Software. Für Rackable besonders interessant ist die Ausweitung der Produktpalette in Richtung High-Performance-Computing, das breite Angebot an vertikalen Branchenlösungen, das SGI bietet, sowie die weltweit vertretene Service-Organisation des einstigen Superstars unter den Computerbauern.

Der Name Silicon Graphics weist auf das Haupteinsatzgebiet der ersten Rechner von SGI: dreidimensionale Bilder. So fanden sich die Rechner von SGI beispielsweise bei Hollywood-Studios, die unter anderem Animationen für Kinohits wie „Jurrassic Park“ oder „Terminator 2“ auf SGI-Maschinen erstellten. Aber auch Regierungsbehörden und die amerikanische Weltraumbehörde NASA gehörten zu den Kunden von SGI.

Nostalgiker finden im Eingangsbereich der Vogel IT-Medien eine ausgediente SGI Origin 2000 aus dem Jahr 1996, die ursprünglich in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ihren Dienst verrichtete.

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