Die Neuerungen des Microsoft Operations Manager 2007 im Überblick Server-Monitoring, Netzwerküberwachung und Prozesskontrolle in einem

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Operations Manager 2007 ist Microsofts Beitrag zur Überwachung von Servern, Netzwerkkomponenten und Client Desktops. Was die seit dem Frühjahr verfügbare Neuauflage an Besonderheiten mitbringt, hat sich IP-Insider genauer angesehen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

In puncto Architektur ist der Microsoft Operations Manager 2007, der in die Familie des System Centers integriert ist, mit anderen Produkten in diesem Segment durchaus vergleichbar. Er basiert auf einem oder mehreren zentralen Management Servern, verwendet zur Überwachung der Zielsysteme Agenten und hinterlegt deren gesammelte Messdaten in einer Datenbank.

Die Konfiguration des Servers, aber auch der verteilten Agenten, passiert durch zentrale Verwaltungskonsolen. Hier verwendet Microsoft die Version 3.0 seiner MMC (Microsoft Management Console). Welche Systeme überwacht werden sollen und was an Daten zu sammeln ist, wird bei Microsoft durch die Management Packs bestimmt. Sie legen die Regeln der Arbeitsweise fest und existieren für alle gängigen Microsoft-Produkte.

Redmond liefert circa 40 Management Packs für die Windows Server Systeme wie etwa den Betriebssystemen, dem Exchange- oder SQL-Server, aber auch für Dienste wie IIS den Terminal Services. Drittanbieter steuern außerdem die Management Packs für weitere, nicht von Microsoft unterstützte Softwaresysteme, bei.

Integrierte Geschäftsprozess-Überwachung

Änderungen hat Microsoft allerdings am Umfang der überwachten Komponenten vorgenommen. Während die Vorgängerversion vor allem auf die Überwachung von singulären Servern ausgerichtet war, werden nunmehr auch die Geschäftsprozesse als Ganzes in die Verwaltung des Operations Manager einbezogen. Microsoft spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Service-orientierten End-to-End-Monitoring.

Notwendig wird dieser Blick auf die Systeme deswegen, weil die bloße Existenz eines Serverdienstes nur wenig über die erfolgreiche und termingerechte Abwicklung verteilter IT-Prozesse aussagt. Deine eine verteilte Applikation neuerer Bauart wird sich beispielsweise meist über mehrere Serversystem, wie etwa der Datenbank im Backend, den Applikationsserver und den Internetserver erstrecken.

Damit die verteilte Anwendung korrekt ausgeführt wird, müssen ferner ein Reihe von Basisdiensten wie etwa das Active Directory, die Namensauflösung per DNS und natürlich die benötigten Netzwerkprotokolle korrekt arbeiten. Dies alles kann nun in einem Prozessdiagramm des Operations Manager graphisch abgebildet werden.

Das an Objekten orientierte Modell erlaubt auch eine hierarchische Definition von Abhängigkeiten untereinander. Zusätzlich kann der Administrator Schwellwerte definieren und bei deren Überschreitung Alarme auslösen.

Installation und Inbetriebnahme

Die Installation und Inbetriebnahme des Tools ist an die Microsoft-Gepflogenheiten angelehnt und wird durch Assistenten vereinfacht. In einem Prerequest Check werden alle notwendigen Voraussetzungen aufgeschlüsselt und fehlende Module können bei Bedarf von der Microsoft Website geladen werden.

Zu den Voraussetzungen gehören ein Windows Server 2003 mit installiertem SP1, das ASP.NET, der IIS, MSXML 6, MDAC 2.80, das .NET Framework 2.0, die .NET Framework 3.0 Components und die Windows Power Shell. Außerdem muss der Management Server in eine Windows Domäne mit Active Directory und DNS integriert werden. Für die Speicherung der Messwerte und Konfiguration verlangt Microsoft den SQL Server 2005 mit dem SP1. Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, ist der Operations Manager 2007 selbst in weniger als einer Stunde eingerichtet.

Verwaltung mit Konsolen

Zur Verwaltung hat Microsoft dem Operations Manager 2007 mehrere Konsolen mitgegeben: eine Operations Console zur Administration und eine Web Console mit reduziertem Umfang für das tägliche Monitoring und Operating. Die dritte optionale Reportingkonsole ermöglicht weitergehende Auswertungen jenseits der Analysen, die bereits durch die Management Packs geboten werden.

Die Operating Console zerfällt in die Bereiche „Monitoring“, „Administration“, „Authoring“ und „My Workspace“. Der Zweig der „Administration“ steht zur allgemeinen Verwaltung des Tools bereit, unter „Monitoring“ erfolgt die Präsentation der Messwerte und Ergebnisse und via „Authoring” werden die Regeln und Schwellwerte definiert. Im Bereich „My Workspace“ lassen sich rollenspezifische Verwaltungskonsolen aufbauen.

Konfiguration und Bedienung

Die Konfiguration und weitere Bedienung des Werkzeugs ist intuitiv und wird von vielen Hilfefunktionen und Assistenten begleitet. Aufgabenlisten zeigen außerdem die wichtigsten Aktivitäten, die der Administrator durchführen muss. Dazu zählen die Definition der Überwachungsmonitore und -regeln, die ihrerseits Alarme und Aktionen auslösen können, sowie die Verteilung der Agenten.

Die Zustände der Monitore spiegeln sich auch in einem Health State des Gesamtsystems wider. Dieser kann einen der drei Zustände „In Ordnung“, „Warnung“ und „Alarm“ annehmen. Ferner lassen sich die Monitore aggregieren und Abhängigkeiten definieren. Diese Aggregationen sind bereits standardmäßig für vier Systemzustände eingerichtet: die Verfügbarkeit, die Konfiguration, die Leistung und die Sicherheit des Zielsystems. Aus der Aggregation einzelner Monitore erfolgt dann auch die Abbildung der Geschäftprozesse.

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