Referenzen und integrierte Systeme für die Hardwarebeschaffung

Server-Experte Uwe Neumeier: Fujitsu-Server, In-Memory und mehr ...

| Redakteur: Ulrike Ostler

Primequet System Board 1800E2 von Fujitsu
Primequet System Board 1800E2 von Fujitsu (Bild: Fujitsu)

Auf dem diesjährigenFujitsu-Forum stellte Fujitsu für „Primequest“ ein Evaluierungs-Programm für x86 Server vor, die in der Lage sind, Datenbanken von bis zu zwölf Terabyte im Arbeitsspeicher zu betreiben. Doch Speicherkapazität ist nur ein Thema, das ein Server-Hersteller angehen muss, sagt Uwe Neumeier, Vice President Global Server Sales, Fujitsu Technology Solutions.

Auf dem „Fujitsu-Forum“, das in dieser Woche in München stattfand, stellte Fujitsu ein Technologie-Evaluierungs-Programm für „Primequest“-High-End-Server vor, der in der Lage ist, die Kapazitäten von In-Memory Computing auf bis zu zwölf Terabyte und mehr als 100 Prozessor-Kerne auszudehnen. Solche In-Memory-Fähigkeiten stellen sicher, dass umfangreiche ERP-Datenbanken (ERP = Enterprise Resource Planning) für Echtzeit-Entscheidungen zur Verfügung stehen.

Für Fujitsu sind in erster Linie SAP-Anwendungen interessant. Im Gegensatz zu den bisherigen HANA-Kooperationen geht es nun darum, dass In-Memory Computing zur Grundlage von SAP-Anwendungen werden soll, um die Analyse aus diversen Warehouses zu optimieren. Nach Angaben von Uwe Neumeier ist Fujitsu der der erste Anbieter, der Echtzeit-Entscheidungen für solch große SAP ERP-Anwendungsdatenbanken ermöglicht, die „In-Memory“ auf der SAP HANA-Plattform betrieben werden.

Die Evaluierungs-Systeme ermöglichen das bis zu Vierfache der bisherigen Kapazitätsgrenzen. Unternehmen, die ein solches System in Betracht ziehen, können die Dynamik erhöhen, indem sie unternehmenskritische ERP-Systeme im Arbeitsspeicher betreiben. Dadurch, dass Datenbanken In-Memory und nicht auf Plattenspeichern laufen, lassen sich Daten schneller analysieren, Entscheidungen in Echtzeit treffen und alternative Szenarien simulieren.

Virtualisierung ist längst nicht ausgereizt

Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit geben die Entwicklungsrichtung im Geschäft, aber auch in der IT vor. Doch für Uwe Neumeier, der die Verantwortung für die Fujitsu Server inne hat, greifen entsprechende Klassifizierungen häufig zu kurz. Neben den anhaltenden Trends zur Vervierfachung des Datenvolumens spielt in Zukunft auch die Virtualisierung eine große Rolle, die dann bei 70 Prozent liegen wird.

Effizienzfragen, insbesondere im Hinblick auf den zur Verfügung stehenden Raum, Fragen zur Kühlung, aber auch Budget-Engpässe spielten für die Anschaffung von neuer Hardware und Services eine Rolle. Uwe Neumeier nennt hier das Stichwort „IT-Stuffing“. Und last but not least: Welches System passt für den jeweiligen Kunden an dieser Stelle?

Das Thema „Virtualisierung“ war in diesem Zusammenhang bislang eine eher technische Frage, doch nun wird sie zu einer strategischen, weil sich jedes Unternehmen fragen muss, an welcher Stelle der IT als Service sie heute stehe und wohin zukünftig die Richtung gehen soll. Hier ist der Hardware-Beschaffungs-Zyklus ebenso ein Thema wie das Ein-und Auslagern in diverse Clouds.

IT-Sourcing statt Adaption

Uwe Neumeier, Vice President Server Sales bei Fujitsu: „Integrierte Systeme und Hochverfügbarkeit spielen vor allem im Mittelstand künftig eine stärkere Rolle.“
Uwe Neumeier, Vice President Server Sales bei Fujitsu: „Integrierte Systeme und Hochverfügbarkeit spielen vor allem im Mittelstand künftig eine stärkere Rolle.“ (Bild: Fujitsu)

Aus der Mode gekommen seien auch Denkweisen, infolge deren die IT-Anbieter ein fertiges Konzept vermarkten und die Anwenderunternehmen dieses Konzept lediglich adaptieren. Heute gehe es meist um Sourcing-Modelle. Für Fujitsu-Berater, aber auch Berater aus Partnerfirmen des Herstellers sei es die vordringlichste Aufgabe, zunächst herausfinden, wie hoch der Level der IT-Service-Organisation des Kunden ist. In der Regel, so verrät Uwe Neumeier, stuften sich die Kunden selbst immer auf einem höheren Level ein, als es tatsächlich der Fall ist.

Ob also ein Primquest-Server in Frage kommt, sei auch abhängig von der Leistungsfähigkeit der Kunden-IT und des Unternehmens. Für eine Fujitsu-Ausstattung spräche hier insbesondere der hohe Grad an getesteter Integration und eingebauter Automatisierung.

Statt „Datacenter in a box“ - „Cluster in a Box“

Datacenter in a Box“ – ein Begriff, den Dell derzeit für sein konvergentes „VRTX-System“ geprägt hat, sei vor wenigen Jahren bereits von Fujitsu verwendet worden. Dahinter steckt ein „Fujitsu Primergy BX400 Blade“, das nach wie vor im Einsatz sei, so Uwe Neumeier. Doch stellte er andererseits auch klar, dass die Entwicklung längst wieder fortgeschritten sei: Eine Ablösungen sei quasi „Cluster in a box“, eine Hardware-Software-Plattform, die auf auf „Microsoft Windows Server 2012“ basiert.

Der Hintergrund dabei ist: Hochverfügbarkeit spiele für fast jedes Unternehmen eine große Rolle, sei aber schwierig zu implementieren. „Der Bau von Clustern ist für viele Kunden zu aufwändig“, sagt Uwe Neumeier und fügt hinzu: „Das Einrichten eines ´Cluster in a box` ist in 30 Minuten zu bewerkstelligen.“

Die Grundlage für das Cluster bilden hier jeweils zwei „Primergy-BX-400“- oder „CX-420-Systeme“ sowie integriertes System-Management, Storage und Netzwerkkomponenten. Falls einer der beiden Knoten ausfällt, werden die Services und Anwendungen sofort automatisch auf dem anderen gestartet und sind somit schnellstmöglich wieder verfügbar.

Referenz statt Integration

Für diejenigen, denen ein integriertes System nicht nützt, stellt Fujitsu Referenz-Architekturen bereit. „Diese testen wir so, als ob es integrierte Systeme seien“, so der Server-Experte.

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