Die Offenheit wird durch OpenStack erzwungen

Sernet öffnet Open Source für Windows und Mac

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Betreuung durch Red Hat

Sind Sie mit der Betreuung durch Red Hat durchweg zufrieden oder gibt es das eine oder andere Wehwehchen?

Johannes Loxen: Red Hat ist ein schnell wachsender Konzern. Wie es bei solchen aufstrebenden Unternehmen üblich, ist die Volatilität der Mitarbeiter recht hoch, so dass öfters die Ansprechpartner wechseln. Aufgrund des Wachstums kommt es zudem immer wieder zu internen Umstrukturierungen. Auch werden die Entscheidungswege nicht gerade kürzer, zumal ein Teil der Partnerbetreuung sowieso in Irland angesiedelt ist.

Sie sind ebenfalls Suse-Partner. Wo liegt der größte Unterschied zwischen den beiden Linux-Distributoren?

Johannes Loxen: In der Firmenphilosophie. Suse setzt schon immer auf Interoperabilität, wohingegen Red Hat ‚You have the Choice‘ propagiert, nämlich die Wahl zwischen Open Source und ‚Private Source‘, beispielsweise von Microsoft oder Sun. Samba steht aus meiner Sicht klar für Interoperabilität. In dieser Hinsicht hat SerNet manchmal eine andere Meinung als Red Hat. Ich finde, der Kunde sollte seine Microsoft-Software nicht wegwerfen müssen.

Welche Rolle wird Open Source in Zukunft spielen?

Johannes Loxen: Eine wachsende Rolle. Open-Source-Software wird auf mehr als 90 Prozent der kleineren Geräte eingesetzt, da sich die Hersteller so keine Gedanken über Lizenzierung machen müssen. Als Beispiel nenne ich hier die Fritzbox von AVM. Außerdem laufen immer mehr Smartphones und Tablets auf Android, was dazu führt, dass Microsoft auch hier Marktanteile verliert.

Einen großen, aber mittlerweile ebenfalls schrumpfenden Anteil an Microsoft-Software findet man bei Geräten die für hundert bis 5.000 Nutzer ausgelegt sind. Fast alles, was wiederum für eine Anzahl ab 5.000 Usern zu finden ist, basiert auf Linux. Aus diesem Grund drängt Microsoft mittlerweile in die Cloud. Den Redmondern ist bewusst, dass im Hintergrund der Cloud meist Linux-Systeme laufen, und sie stellen sich darauf ein. Die Schnittstelle zwischen beiden Welten muss ‚rund laufen‘.

Dieses Rundlaufen setzt Standards voraus – etwas, was gerade für Cloud-Services immer wichtiger wird. Wie werden solche Standards sichergestellt, wenn eigentlich jeder an der Software programmieren kann?

Johannes Loxen: Aus diesem Grund ist Sernet Mitglied bei OpenStack. OpenStack ist ein Software-Projekt, welches eine freie Architektur für Cloud-Computing zur Verfügung stellt. Initiiert wurde es ursprünglich von Rackspace und der NASA. Heute unterstützen unter anderem Hersteller wie Suse, Dell, Citrix, Hewlett-Packard, AMD und Intel diese Idee.

Für sich genommen hätte jede dieser Firmen das Interesse, eine möglichst nicht nachzubauende Software zu entwickeln. Doch durch diese Gesamtheit wird die Offenheit erzwungen. Zudem ist OpenStack quasi die Konkurrenz zu Amazon, die man als Microsoft der Cloud-Welt sehen kann.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS