Die Offenheit wird durch OpenStack erzwungen

Sernet öffnet Open Source für Windows und Mac

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Wie kommt es, dass Sernet weltweit der einzige Anbieter ist?

Johannes Loxen: Samba wird von weltweit 20 Leuten programmiert. Fünf davon sind bei SerNet angestellt. Die anderen 15 arbeiten direkt bei Herstellern wie HP, IBM oder auch Google. Keiner dieser anderen Arbeitgeber bietet Entwicklungs- oder Integrations-Services für Endkunden im Bereich Samba an.

Das ist zugleich Segen und Fluch, denn wir sind auf einer sehr schmalen Schiene recht schnell unterwegs. Rund zehn Prozent unseres Samba-Umsatzes machen wir aufgrund unserer globalen Aktivitäten in Dollar. Aber auch der inländische Umsatz wird großteils mit amerikanischen Firmen gemacht. Wir betreuen die Linux-Infrastruktur solcher Kunden, die von Samba mehr wollen, als eine Standard-Installation.

Wir betreuen eigentlich jeden, der große Storage-Installationen hat – egal ob Private oder Public Cloud. Immer wenn solch ein System mit einem Windows-Arbeitsplatz kommunizieren muss, beispielsweise bei einer Videoschnittstellen-Software von Sony oder bei einer CAD-Software auf einem HP-Rechner, immer dann, wenn Daten auf einen Windows-Rechner müssen, sind wir dabei. Auch das Cloud-Storage von Amazon ist solch ein Beispiel, denn es basiert mehrheitlich auf Unix- oder Linux-Systemen.

lso verkaufen Sie gar keine RHEL-Systeme. Wie kommt es, dass Sie dennoch Red-Hat-Partner sind?

Johannes Loxen: Wir machen tatsächlich nur einen kleinen Teil unseres Umsatzes mit RHEL. SerNet ist ein Independent Software Vendor (ISV) für Samba. Wenn wir beim Kunden sind, müssen wir erst einmal feststellen, ob das Problem wirklich bei Samba besteht oder sonst wo im Linux ist. Bei letzterem bittet uns der Kunde meistens, das direkt mit Red Hat zu klären. In solch einem Fall arbeiten wir mit dem Hersteller eng zusammen.

Die auf Ihrer Web-Seite veröffentliche Kundenliste ist sehr lang und weist einige bedeutende Namen wie die der Hersteller IBM, EMC und HP auf. Zudem finden sich aber auch große IT-Dienstleister wie Materna oder Computacenter. Gleichzeitig gibt es Kunden wie die Landeshauptstadt München. Wie kommt das?

Johannes Loxen: Wir haben drei Arten von Kunden. Zum einen die Hersteller, die eine tolle Hardware anbieten möchten. Wenn auf dieser RHEL aufgespielt ist, das automatisch Samba beinhaltet, kann es sein, dass die Hersteller hierfür eine Optimierung wünschen. Bei diesen verbessern wir unter anderem die Software, beispielsweise indem wir das Server-Verhalten anpassen.

Dann gibt es die Klasse der Systemintegratoren, wie Materna, Computacenter oder auch T-Systems. Also alle diejenigen, die Outsourcing anbieten und ein Samba-Problem haben. Die dritte Gruppe sind die Endkunden, wie die Salzgitter AG oder eben die Landeshauptstadt München.

Da sind Sie mit 60 Mitarbeitern sicherlich gut ausgebucht?

Johannes Loxen: Eigentlich sind es ja nur fünf Samba-Entwickler und drei darauf spezialisierte Consulter. Hinzu kommen natürlich noch viele Mitarbeiter, die tiefes Linux-Know-how haben und First-Level-Support bieten können.

Es braucht mindesten zwei Jahre, um einen erfahrenen Software-Entwickler zu einem Samba-Entwickler auszubilden. So jemand muss zudem gewillt sein, den Graben zwischen Microsoft und Linux zu überspringen.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS