Nvidia-Technologie für professionelle Anwendungen

Schein oder Wirklichkeit?

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Simulation der Lichtverhältnisse für ein Studio, das in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Barcelona eingerichtet werden soll.
Simulation der Lichtverhältnisse für ein Studio, das in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Barcelona eingerichtet werden soll. (Bild: Nvidia)

Nvidia, der Spezialist für Grafikbeschleuniger und Bildbearbeitungs-Software, geht immer deutlicher über das PC-Spiele-Umfeld hinaus. Supercomputing, Filmanimation und virtuelle Realitäten im Produktdesign gewinnen an Gewicht.

„Toy Story“, der erste Kinderfilm von Pixar, hat eine andere Fangemeinde: Für Millionen Erwachsene ist der Streifen Kult, weil die Grafik damals so begeistert hat. Heute wäre die Animation nichts mehr, unteres PC-Spiele-Niveau. Inzwischen stellt sich die Frage: Ist das nun Wirklichkeit oder Rendering? Die Frage dürfte demnächst noch schwerer zu beantworten sein.

Pixar setzt auf Nvidia-Rendering

Denn in den nächsten Jahren werden Nvidia-Technologien bei Pixar Animation Studios zum Einsatz kommen, um die Grafikberechnungen bei Comic-Filmen zu beschleunigen. Die Tochtergesellschaft der Walt Disney Company hat auf mehrere Jahre Nvidias Rendering-Technik „quasi-Monte Carlo“ (QMC) lizensiert. QMC soll die zeitaufwendigen Rendering-Berechnungen beschleunigen, wobei Grafik-Prozessoren zum Einsatz kommen. Auf die Herstellung dieser GPUs ist Nvidia seit der Firmengründung 1993 spezialisiert.

Teil des Vertrags ist auch, dass Nvidia seine Ray-Tracing-Technologie für die Pixar-Initiative „OpenSubdiv Projekt“ zur Verfügung stellt. Dies ist ein Open-Source-Projekt, das per „Catmull-Clark Subdivision“ die Berechnung animierter Oberflächen verbessert. Dazu sind massiv-parallele CPU- und GPU-Architekturen notwendig.

Supercomputing mit Grafikprozessoren

Genau das ist eine Spezialität von Nvidia. Das Unternehmen hatte mit seiner Technik „Volta“ zur Verbindung von Grafik- und Hauptprozessoren vor wenigen Monaten einen prestigeträchtigen Großauftrag gelandet. Volta wird Nvidia-GPUs und IBM-“Power“-CPUs beim künftigen Supercomputer „Summit“ verbinden. Mit diesem System möchte das Oak Ridge National Laboratory eine Rechenleistung von 150 bis 300 Petaflops (Billiarden Gleitkomma-Berechnungen pro Sekunde) erreichen. Das wäre etwa fünf bis zehn Mal schneller als das aktuell leistungsfähigste System der Welt am National Super Computer Center im chinesischen Guangzhou.

Wenn auch auf wesentlich bescheidenerer Hardware, ist für Pixar ein höherer Datendurchsatz von Bedeutung. Denn er ist notwendig, um bei den animierten Filmen die Produktionskosten im Griff zu behalten und kurze Veröffentlichungszyklen zu ermöglichen. Mit ähnlichen ökonomischen Argumenten versucht Nvidia, neue Kunden im professionellen Umfeld zu gewinnen.

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