Blick über den Tellerrand

SAPs Manufacturing-Strategie in China

| Autor / Redakteur: Matthias Zacher / Katrin Hofmann

Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC in Frankfurt
Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC in Frankfurt (Bild: IDC)

Außereuropäische Produktionsstandorte und Märkte gewinnen immer stärker an Gewicht. China nimmt hierbei neben anderen BRIC-Staaten (BRIC=Brasilien, Russland, Indien, China) einen zentralen Platz ein. Das wissen deutsche Unternehmen selbstverständlich schon lange. Aus IT-Sicht ist es interessant zu wissen, wie sich SAP in China positioniert.

SAP positioniert sich in China zum einen als IT-Hersteller für den chinesischen Markt und zum anderen als Unternehmen, das die Ressourcen des Landes nutzt. Im Mittelpunkt dieses Beitrags soll die Fertigungsindustrie stehen.

Positionierung von SAP in China

Vorab ein paar Fakten: SAP ist seit 1995 in China vertreten. Das Standortverzeichnis der Walldorfer listet hier derzeit neun Standorte auf, darunter auch das Entwicklungszentrum (SAP Labs und Co-Innovation Labs) in Shanghai, das auf lokale und globale Märkte ausgerichtet ist sowie ein Standort des SAP Active Global Support (AGS, ebenfalls Shanghai). Hinzu kommen chinesische Niederlassungen der Akquisitionen Sybase, SuccessFactors und Ariba. Zwischen 2011 und 2015 will SAP im Rahmen eines mehrjährig angelegten Programms zwei Milliarden USD in China investieren. Derzeit beschäftigt SAP mehr als 3.500 Mitarbeiter in China. Hier darf noch mit einem ordentlichen Zuwachs über die nächsten Jahre gerechnet werden. Bei konkreten Umsatzzahlen für China hält sich der ERP-Anbieter bedeckt. Die Umsätze sind um 30 Prozent gewachsen, soviel ist bekannt und sollen nach SAP-Verlautbarungen mittelfristig 1,2 Milliarden USD erreichen. Das ist durchaus realistisch. Zum Vergleich: Der aktuelle Geschäftsbericht weist für den Raum AJP (Asien, Pazifik, Japan) ein Wachstum von 23 Prozent für das Jahr 2012 auf. Von dem im vergangenen Jahr erzielten Umsatz von 2,64 Milliarden Euro in dieser Region entfallen 789 Millionen Euro auf Japan. Der chinesische Markt bleibt für alle globalen Unternehmen wichtig, ungeachtet der Wachstumsdelle des Jahres 2012.

Die IT-Ausgaben der chinesischen Fertigungsindustrie beliefen sich im vergangenen Jahr auf 11,2 Milliarden USD. Sie wachsen zwischen 2012 und 2016 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 10,5 Prozent. IT-Investitionen und Innovationen werden in den besonders scharf im Wettbewerb stehenden Branchen Automotive, Hochtechnologie und Konsumgüterindustrie stärker vorangetrieben als in anderen Branchen, die nicht so stark herausgefordert sind, operative Vorgänge zu optimieren und Kosten zu senken.

SAP startete sein Geschäft in China in der zweite Hälfte der neunziger Jahre in der Automotive Industrie. Heute ist SAP in weiteren Branchen präsent. Hierzu zählen neben der Automobilindustrie Hochtechnologie, Konsumgüterindustrie sowie zahlreiche Subbranchen des produzierenden Gewerbes. Hinsichtlich der Kundenzahlen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Jim Hagemann Snabe sprach Anfang des Jahres von einer Million potenzieller Kunden für SAP. Fakt ist aber, dass zahlreiche Großunternehmen als auch viele kleine und mittelständische Firmen in China mit SAP-Lösungen arbeiten. Im klassischen ERP-Segment (ohne CRM, BI, PLM, MES und SCM) kann sich SAP nach Marktanteilen zwischen den beiden lokalen Playern UFIDA und Kingdee auf dem zweiten Platz behaupten. Bei BI und CRM verfügen die Walldorfer sogar über die jeweils größten Marktanteile.

Mehr über SAP in China vor dem Hintergrund der Trendthemen Cloud, Big Data, Mobility und Social Business erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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