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Cloud-basierte SaaS-Lösung für automatisierte SAP-Updates SAP-Tests: Mit Crowdsourcing das Wissen der Vielen anzapfen

| Autor / Redakteur: Mati Cohen, Chief Technology Officer bei Panaya / Florian Karlstetter

Aktualisierungen des SAP-Systems, beispielsweise mit Support Pack Stacks (SPS), stellen viele Unternehmen vor Probleme: Damit das Produktivsystem nach einem Update fehlerfrei läuft, sind im Vorfeld ausgiebige Tests nötig, die die IT-Abteilung oft wochenlang binden. Mit einer geeigneten Test-Automatisierungslösung und durch den Rückgriff auf Crowdsourcing-Methoden lassen sich Kosten und Aufwand um bis zu 70 Prozent senken.

Mit Crowdsourcing-Methoden und einer cloud-basierten Testautomatisierungslösung lassen sich Kosten und Aufwand bei SAP-Updates deutlich reduzieren.
Mit Crowdsourcing-Methoden und einer cloud-basierten Testautomatisierungslösung lassen sich Kosten und Aufwand bei SAP-Updates deutlich reduzieren.
(Bild: Junede - Fotolia.com)

Ein Szenario, das vielen IT-Fachleuten bekannt vorkommen dürfte: Das SAP-System wurde über einen längeren Zeitraum nicht auf den neusten Stand gebracht. Bietet SAP dann neue, wichtige Funktionalitäten, wird ein Update unumgänglich. Der vorgegebene Zeitkorridor: eng … sehr eng. Und das für eine notwendige, aber durchaus lästige, nicht innovative und zeitintensive Aufgabe.

In solch einem Fall bleibt meist nur eine Lösung – Abstriche bei der Qualität der Tests machen. Das aber kann verheerende Folgen haben: Ärger bei den Anwendern, weil Standardabläufe wie ein simpler Bestellvorgang nicht mehr funktionieren, oder sogar Downtime und Verstöße gegen Compliance-Vorgaben.

SAP-Testabläufe in der Praxis

Um solche Probleme zu vermeiden, sind hochwertige zuverlässige Tests nötig. Das dafür geeignete Personal – Fachmänner und -frauen, die sich auf ERP-Systeme, Quality Assurance und die Geschäftsabläufe beziehungsweise die Nutzungsweise von SAP-Anwendern im Unternehmen verstehen – ist jedoch bekanntermaßen nicht einfach zu finden. In der Praxis arbeiten deswegen Experten aus verschiedenen Abteilungen zusammen, etwa IT-Manager, Testingenieure und Business-Spezialisten.

Ein typisches Test-Best-Practice-Beispiel verläuft folgendermaßen: Zuerst muss eine Lösung wie der SAP Solution Manager oder HP Quality Center installiert werden. Nach der Implementierung des SAP-ERP-Systems gilt es, eine Test-Library zu erstellen. Dazu identifizieren Business-Experten und IT-Manager die zu testenden Businessprozesse – das können pro Unternehmen Hunderte Fälle sein.

Gemeinsam dokumentieren die Beteiligten diese Geschäftsabläufe von Hand in einem Spreadsheet. Festgehalten wird die genaue Abfolge der Schritte, die ein Anwender vornimmt – am Beispiel eines Bestellungsvorgangs:

  • 1. Eingabe Vorgangsnummer;
  • 2. Eingabe Lieferant;
  • 3. Eingabe Produktnummer;
  • 4. Eingabe Mengenangabe;
  • 5. sicherstellen, dass korrekte Währung verfügbar ist

… und so weiter.

Anschließend identifizieren die Testingenieure die Komponenten, die für die Durchführung eines Prozesses nötig sind, und überprüfen sie auf Kompatibilität mit anderen Komponenten. Nun fehlen noch das Error-Handling und die Testreports. Die IT-Manager kontrollieren die erstellten Skripte mit funktionalen Tests. Anschließend führen die Business-Experten Akzeptanztests hinsichtlich der Testszenarios durch – testet das Szenario auch genau das, was es testen soll? Falls nicht, muss es überarbeitet werden. Es folgt die Analyse der Log-Files nach unerwünschten Nebeneffekten, Bugs im ERP-System und Fehlern im Testszenario. Müssen die Szenarien daraufhin erneut angepasst werden, beginnt der Prozess von vorne …

Das „komplette“ Testing eines Systems dauert in der Regel mehrere Monate.

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