Tipps von Red Hat SAP-Automatisierung in vier Schritten

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Ulrike Ostler

Die hochintegrierte Automatisierung von SAP ist im Unternehmensumfeld kein triviales Thema. Peter Körner, Business Development Manager Open Hybrid Cloud SAP Solutions von Red Hat, zeigt vier Schritte in die richtige Richtung auf.

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Über die Red Hat Ansible Automation Platform lassen sich SAP-Systeme weitgehend automatisieren.
Über die Red Hat Ansible Automation Platform lassen sich SAP-Systeme weitgehend automatisieren.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Automatisierung ist einer der wesentlichen aktuellen IT-Trends und zur Bewältigung von Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation nahezu unverzichtbar. Dementsprechend ist dieses Thema auch für SAP-Anwender wichtig.

Peter Körner von Red Hat sieht das hauseigene Open-Source-Projekt „Ansible“ hierbei als Grundpfeiler. Es ermöglicht die Prozessautomatisierung über Server, Storage, Netzwerkgeräte, Services, Container und Clouds hinweg. Dazu führt Ansible unterschiedliche Playbooks und Rollen in einem Workflow zusammen. Jeder IT-Bereich kann seine Kompetenzen in entsprechende Playbooks einbringen, die anschließend in komplexe Prozesse integriert werden.

Der Red-Hat-Experte rät zu einer stufenweisen Einführung derartiger Automatisierungsprojekte. In den folgenden vier Schritten gibt er hierzu eine erste Hilfestellung.

1. Automatisierung individueller Systeme

Zunächst geht es um die Automatisierung individueller Systeme und einzelner Abläufe, zum Beispiel im Bereich Basis-Provisionierung und -Konfiguration. Mit der „Red Hat Ansible Automation Platform“ lässt sich der komplexe Standard-Installationsprozess etwa bei „HANA“ exakt nach „SAP-Notes“-Vorgaben deutlich optimieren. Die Plattform automatisiert die folgenden Schritte vollständig: Konfiguration des Betriebssystems, Installation und Konfiguration von HANA auf beliebigen Plattformen, Validierung sowie kundenspezifische Anpassungen.

Auch so genannte Day-2-Aufgaben wie Patch Management oder Smart Management machen in dieser Stufe Sinn. Eine Migration vorhandener Skripte und Tools auf Ansible ist sehr zu empfehlen, weil Ansible unabhängig von der eigentlichen Infrastruktur eingesetzt werden kann. Das spart viel Zeit und führt zu sicheren, reproduzierbaren Deployments, verkürzten Wartungsfenstern und einer stabilen Grundlage für weitere Stufen – egal in welchen Zielumgebungen.

2. Zentralisierung der Automatisierungsprozesse

Im zweiten Schritt erfolgt das zentrale Management aller Systeme, Playbooks und Automatisierungen über die Red Hat Ansible Automation Platform. Die zentrale Ablage und Verwaltung von Inventory, Playbooks und allen nötigen Security-Credentials bietet hohe Sicherheit und rollenbasierte Zugriffskontrolle für die Ansible-Automation. Zudem sind eine Katalogfunktion sowie zertifizierte und gewartete Kollektionen von Red Hat und Hard- und Software-Partnern weltweit („Ansible Content Collections“) vorhanden.

Damit können Anwender dann die Automatisierung schnell über Teams und IT-Architekturen hinweg erweitern und skalieren – etwa durch das Nutzen von Ansible-Playbooks in Buchungskreisen, Länderorganisationen oder Produktionsstätten. Die IT definiert und folgt dabei automatisch den Governance- und Security-Vorgaben. Sie erhöht so Betriebssicherheit und Verfügbarkeit.

3. Self-Service-Unterstützung

Ansible-Playbooks sind mit Hilfe der Red Hat Ansible Automation Platform und Red Hat Ansible Tower auch über APIs aufrufbar, sodass sie von allen Systemen für alle Anwender nutzbar sind. Das heißt, eine umfassende Automatisierungsstrategie unterstützt auch Self-Services für den gesamten IT-Stack. Neben der SAP-Basis zählen dazu zum Beispiel auch Entwicklungsumgebungen, Datenquellen und Kostenstellenzuordnungen.

Im dritten Schritt wird also die Red Hat Ansible Automation Platform mittels APIs und Self-Service-Portalen einfach in vorhandene Tools und Prozesse integriert, etwa in Intranet-Anwendungen oder Ticket-Systeme. Zudem können Abteilungen, Partner oder Dienstleister die Self-Service-Portale für innovative Entwicklungen nutzen. Das entlastet die IT immens und erlaubt eine Fokussierung auf den nächsten Schritt.

4. End-to-End-Automatisierung

Im letzten Schritt geht es um die durchgängige Automatisierung über Silogrenzen hinweg, also die zuverlässige Automatisierung komplexer Workflow-Szenarien mit Einbindung und Berücksichtigung unterschiedlicher Abteilungen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Mit der Red Hat Ansible Automation Platform kann jeder Bereich seinen Anteil unabhängig zuarbeiten und wie einen Baustein im Service-Katalog anbieten. Hier wird die Brücke von SAP-Systemen zu Nicht-SAP-Anwendungen geschlagen.

Schließlich umfasst eine Gesamtstrategie für die Automatisierung der Prozesslandschaft die gesamte IT-Umgebung. Dabei muss auch beachtet werden, dass es bei jeder End-to-End-Automatisierung nicht nur um klassische Themen wie Deployment, Installation oder Provisioning gehen kann. Ebenso wichtig sind zum Beispiel Network, Storage oder Security Automation.

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