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Kommentar von René Stolte, Computacenter, zur SAP-R/3-Ablösung S/4 HANA – mehr Nutzen als Aufwand

| Autor / Redakteur: René Stolte / Nico Litzel

Mit „S/4 HANA“ will SAP nicht weniger als „das Ende der IT-Architektur des 20. Jahrhunderts einläuten“, erklärte SAP-CEO Bill McDermot. Tatsächlich stellt die neue Version eine revolutionäre Lösung dar. Doch bringt sie auch den versprochenen konkreten Business-Nutzen?

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Der Autor: René Stolte ist Solution Manager bei Computacenter
Der Autor: René Stolte ist Solution Manager bei Computacenter
(Bild: Computacenter)

Das Besondere an S/4HANA ist, dass erstmals Datenbank und Anwendungen eng miteinander verknüpft sind. So eng, dass sich S/4 und HANA praktisch nur noch gemeinsam nutzen lassen.

Die gute Nachricht: Unternehmen können dabei schrittweise auf S/4 migrieren. Dabei ist zuerst das SAP Business Suite System auf HANA umzustellen, anschließend erfolgt die Einführung der funktionalen Neuerungen von S/4. Die schlechte: Der Einsatz von HANA erfordert oft eine neue Infrastruktur mit entsprechend zertifizierter Hardware. Und das muss bis spätestens 2025 erfolgen, da ab diesem Zeitpunkt SAP die aktuelle Business Suite „R/3“ nicht mehr unterstützt.

Gerade die enge Integration von S/4 und HANA hat nach der Vorstellung des Konzeptes spontane Kritik ausgelöst. Zum Beispiel meint Gerhard Göttert, Vorstand Anwendungsportfolio bei der DSAG: „Konkret fordern wir, dass SAP eine „echte“ Wahlfreiheit für die Kunden im Bereich der Datenbanken beibehält. Alternativen zur SAP-HANA-Datenbank müssen ohne Funktions- und Leistungseinschränkungen möglich bleiben.“

Jedoch dürfte dieser Punkt viele SAP-Kunden nur kurz zum Nachdenken bringen. Erstens setzen sie ohnehin SAP strategisch ein und fürchten den hohen Migrationsaufwand auf andere Systeme. Zweitens profitieren sie gerade durch das enge Zusammenspiel der neuen Software-Generation von der kompletten Bandbreite an Performance und Funktionen. Damit werden Prozesse möglich, die bisher nicht umzusetzen waren.

Konkreter Nutzen

Das gilt vor allem im Bereich Big Data, beispielsweise bei Anwendungen für Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge. Hier eröffnen sich zahlreiche neue Möglichkeiten, die einen direkten Nutzen für das tägliche Geschäft bringen. So lassen sich die anfallenden Sensordaten in Echtzeit sammeln und auswerten, um damit flexible, auf individuelle Anforderungen angepasste Prozesse zu realisieren. Das reicht von der Produktion von Einzelstücken nach Kundenbestellung über die Navigation per Echtzeit-Verkehrsdaten bis hin zu persönlichen Versicherungstarifen.

Der Haken: Unternehmen können nur davon profitieren, wenn sie sich auf das Gesamtpaket aus Anwendungen und HANA-Plattform einlassen. Bei der Integration von Fremdsoftware oder Datenbanken anderer Hersteller muss nämlich der kleinste gemeinsame Nenner gefunden werden und damit lässt sich niemals das vollständige Potenzial von S/4 und HANA ausschöpfen.

Durch die optimale Abstimmung der SAP-Lösungen lassen sich dagegen die Antwortzeiten praktisch auf null reduzieren und selbst in Big-Data-Umgebungen wird ein schneller Zugriff auf die Informationen gewährleistet. Dies erleichtert auch die neue Oberfläche „Fiori“, die nun für alle Endgeräte einheitlich ist und an unterschiedliche Anwenderprofile angepasst werden kann. Zudem sind die Konfigurationsmöglichkeiten für S/4HANA deutlich intuitiver, neue Geschäftsprozesse lassen sich in Echtzeit konzipieren und ein gesteuerter Prozess vereinfacht deutlich die Implementierung.

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