Colocation-Anbieter Switch Datacenters baut in Amsterdam aus

RZ nach Normen des Open Compute Project

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Rechenzentrum von Switch Datacenters in Amsterdam
Rechenzentrum von Switch Datacenters in Amsterdam (Bild: Switch Datercenters)

Eine der ersten Rechenzentrumsflächen nach den Vorgaben des Open Computer Project bietet das niederländische Unternehmen Switch Datacenters in Amsterdam an.

Das neue Rechenzentrumsgebäude AMS1 von Switch DC befindet sich in unmittelbarer Nähe des Internetknotens Amsterdam Zuidoost. Es bietet eine Fläche von 1000 Quadratmetern und bietet eine redundant ausgelegte Energieversorgung mit zwei Megawatt. Mit adiabatischer Kühlung kommt es auf einen PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von 1,04. Seine Besonderheit ist, dass die gesamte Anlage den Normen (Version 2) des Open Compute Project entspricht.

Das Open Compute Project setzt Maßstäbe

Das Open Compute Project (OCP) ist eine Initiative, das neue Normen setzt für eine effizientere, flexiblere und stromsparende Nutzung von Racks und generell Bauelementen in Rechenzentren. Die Gesamtziele lassen sich in modularere und energieeffientere Nutzung von Rechnerräumen zusammenfassen. Facebook hat die Initiative gegründet, der sich sehr bald Intel, Rackspace und Microsoft angeschlossen haben. Inzwischen sind unter anderem auch AT&T, Cisco, Google, IBM, Lenovo und eben Switch Datacenters dabei.

Switch Datacenters betreibt im Raum Amsterdam mehrere Rechenzentren mit einer Gesamtfläche von fast 25.000 Quadratmetern plus mehr als 8000 Quadratmetern Büro- und Büroräumen. Diese RZ bieten insgesamt 460 Glasfaser-Verbindungen und Verbindungen zu 40 Carriern. Im Durchschnitt haben diese Rechenzentren einen PUE-Wert von 1,1.

Die Highlights von AMS1

Die neue Einrichtung AMS1 setzt hier weitere Highlights: Sie verfügt über Open Racks nach dem V2-Standard des OCP, und das erlaubt eine sehr flexible Füllung, Nutzung und Aufstellung der 21 Zoll hohen Racks. Heißluftzonen sind vollisoliert. Zu jedem Rack gehören Lithium-Batterien, was gegenüber einer dauernd mitlaufenden USV-Anlage vier bis fünf Prozent Strom spart. Darüber hinaus gibt es eine große unterbrechungsfreie Stromversorgung, die sich zuschalten lässt.

Die Verkabelung der Bauelemente erfolgt über die Rack-Vorderseite und wird von dort nach oben geführt. Es gibt verschiedene Optionen, bis zu 50 Racks räumlich separat zu platzieren. Die gesamte RZ-Umgebung erfüllt die Tier-4-Spezifikation.

Facebook betreibt bereits seine sämtlichen Rechenzentren nach OCP-V2-Standards. Die neue Umgebung von Switch Datacenters ist eine der ersten dieser Art in Europa. „Mit dieser innovativen Herangehensweise erwarten wir, den künftigen, agilen Anforderungen unserer gegenwärtigen Kunden wie IBM, 3W Infra, PWC und PCextreme und künftigen Nutzern zu entsprechen“, erklärt Gregor Snip, Gründer und CEO von Switch Datacenters. „Wir sind einer der ersten in Europa, aber bald werden andere Colocation-Anbieter folgen müssen.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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