CeBIT 2017: OCP, Lefdal, Edge und Innovo

Rittal macht auf Cloud - mit DCaaS und OpenStack-Container

| Redakteur: Ulrike Ostler

Als Highlight auf der CeBIT 2017 zeigt Rittal einen 40-Fuß großen Container, genannt „Rimatrix Balanced Cloud Center“ (BCC).
Als Highlight auf der CeBIT 2017 zeigt Rittal einen 40-Fuß großen Container, genannt „Rimatrix Balanced Cloud Center“ (BCC). (Bild: Rittal)

Für Rittal ist es ein Novum: Der Hersteller von Rechenzentrumsinfrastruktur präsentiert sich das erste Mal in Halle 4. Unter dem Motto „Discover it.“ tritt das Unternehmen als Enabler für innovative IT-Lösungen an– von Edge bis Hyperscale Computing.

Auf der weltgrößten IT-Fachmesse sollen Besucher erfahren können, wie sich möglichst schnell und einfach Energie-effiziente und sichere Rechenzentren realisieren lassen. Das Spektrum reicht vom Rechenzentrums-Standort, der IT-Infrastruktur über das private Cloud-Rechenzentrum bis hin zu Service-Modellen. Darunter versteht Rittal: ITaaS (IT as a Service) und DCaaS (Datacenter as a Service). Sie zielen insbesondere darauf, Unternehmen aller Größen beim Aufbau neuer IT-Systeme, beispielsweise für Industrie 4.0-Projekte, zu unterstützen.

Unternehmen stehen angesichts der digitalen Transformation vor der Herausforderung, immer komplexere Aufgaben zuverlässig zu bewältigen. IT-Verantwortliche sehen sich unter anderem mit der Frage konfrontiert, ob sie ein eigenes Rechenzentrum selbst betreiben oder als Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen.

Schnell und schlüsselfertig: Edge Data Center

Durch Treiber wie Industrie 4.0 und Internet der Dinge (IoT) steigt nicht nur die Datenmenge, sondern auch die Nachfrage nach schnell verfügbarer Rechenkapazität nahe dem Entstehungsort der Daten. Stichwort hier ist Edge-Computing. Rittal bietet dafür schlüsselfertige Lösungen mit vorkonfigurierter, standardisierter und skalierbarer Infrastruktur zum schnellen Aufbau von Edge Rechenzentren.

Die Lösungen sind auch mit Hochverfügbarkeitsraum einsetzbar und bieten somit den notwendigen Schutz vor Hitze, Staub und Schmutz in industriellen Produktionsumgebungen. Fertigungsunternehmen realisieren so schnell und einfach neue IT-Umgebungen für digitalisierte Prozesse, um die IT an die neuen Herausforderungen anzupassen.

Andreas Keiger, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb Europa bei Rittal: „Die Digitalisierung aller Bereiche in Wirtschaft, Industrie und Handel erfordert heute eine schnelle und angemessene Bereitstellung von IT-Lösungen durch Rechenzentren, die sich einfach und wirtschaftlich beschaffen sowie effizient und sicher betreiben lassen.“
Andreas Keiger, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb Europa bei Rittal: „Die Digitalisierung aller Bereiche in Wirtschaft, Industrie und Handel erfordert heute eine schnelle und angemessene Bereitstellung von IT-Lösungen durch Rechenzentren, die sich einfach und wirtschaftlich beschaffen sowie effizient und sicher betreiben lassen.“ (Bild: Rittal)

Andreas Keiger, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb Europa bei Rittal, formuliert: „Unsere Antwort darauf ist ein einzigartiges Lösungspaket für alle Szenarien, das wir gemeinsam mit unseren Partnern Innovo Cloud und Lefdal entwickelt haben und erstmalig in Halle 4 mit einem neuen Messeauftritt auf der CeBIT 2017 vorstellen.“

Rittal und Innovo Cloud

Rittal ist seit Herbst vergangenen Jahres zu 31 Prozent an der Innovo Cloud GmbH beteiligt. Die Partner hatten auch in der Vergangenheit gemeinsame CeBIT-Auftritte, etwa mit der Cloud auf einem Quadratmeter oder im vergangenen Jahr mit einem voll bestückten OpenStack-Container auf UCS-Hardware von Cisco. Mit der Beteiligung am Partnerunternehmen will sich Rittal noch stärker als Lösungsanbieter schlüsselfertiger IT- und Cloud-Infrastrukturen positionieren, heißt es von Unternehmenssprechern.

Denn im Rahmen der strategischen Partnerschaft vermarkten Rittal und Innovo Infrastruktur- und Cloud-Lösungen. Diese werden flexibel im „IT as a Service“-Modell (ITaaS) angeboten. Die Basis dieser Leistungen bildet die gemeinsam entwickelte „Rimatrix BCC“, Balanced Cloud Computing-Plattform, die auf den „Rimatrix S“-Containern von Rittal oder Inhouse-Lösungen basiert.

Kunden erhalten laut Anbieter ein schlüsselfertiges Cloud-Rechenzentrum, bei dem die Komponenten wie Racks, Klimatisierung und Stromversorgung als vordefinierte Module verfügbar sind. Im Lieferumfang sind optional aber auch Server, Netzwerk und Storage enthalten. Hinzu kommt das etablierte Open-Source-Framework OpenStack als Cloud-Management-Software zum Einsatz.

RZ-Infrastruktur und Cloud-IT

Das Ergebnis ist ein standardisiertes und „virtual private“ Cloud-Rechenzentrum, das sich für Standard-Anwendungen ebenso im ITaaS Modus eignet wie für anspruchsvolle Einsatzszenarien wie High-Performance-Computing (HPC), SAP-HANA- und Big-Data-Anwendungen. Kunden haben die Wahl ein solches modulares Cloud-Rechenzentrum komplett zu kaufen oder zu mieten (Datacenter as a Service).

Einsatzgebiete sind insbesondere im Bereich Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) zu finden, die eine geringe Latenz der Rechensysteme zu der Produktion erfordern, so genannte „Edge Datacenter“. Container basierte Rechenzentren kommen auch zum Einsatz für Rechenzentren mit hohem Skalierungsbedarf oder mit hoher Stromleistungsdichte und -effizienz.

BCC in der Praxis

Das BCC-Konzept wird beispielsweise bei dem Rechenzentrumsprojekt „Lefdal Mine Datacenter“ zum Einsatz kommen. An der Küste Norwegens entsteht derzeit in einer ehemaligen Mine ein hochskalierbares und effizientes Cloud-Rechenzentrum. Hier werden die neuen Rittal BCC-Lösungen gemeinsam mit der Innovo BCC-Plattform verwendet. Kunden können ihre IT-Systeme dort in einem sicheren und extrem effizienten Rechenzentrum betreiben und/oder die benötigten IT-Ressourcen als Managed Services beziehen.

Weiterhin arbeiten die beiden Partner am Aufbau eines Cloud-Parks in Frankfurt. Dort werden Rittal BCC-Container mit einer Leistung von bis zu 200 Kilowatt installiert, die mit branded und non-branded Hardware ausgestattet sind. Das Angebot ist für Unternehmen relevant, die leistungsfähige IT-Systeme benötigen und gleichzeitig aus bestimmten Gründen ihre Cloud-Leistung aus einem Rechenzentrum mit Standort in Deutschland beziehen müssen.

Als Highlight auf der CeBIT zeigt Rittal in diesem Jahr erneut einen 40-Fuß großen BCC-Container. Das BCC ist ein sofort einsetzbares und schlüsselfertiges Cloud-Rechenzentrum: IT-Racks, Container, Klimatechnik und Stromversorgung von Rittal und die Cloud-Infrastruktur von Innovo Cloud sowie die dazugehörige Cloud-Management-Software OpenStack.

Hinweis: In Halle 4 findet sich auch die Telekom und einer der Stände des diesjährigen CeBIT-Partnerlandes Japan.

Bis zu sieben Stockwerken unter der Erde, soll die Lefdal-Mine als Rechenzentrum genutzt werden.
Bis zu sieben Stockwerken unter der Erde, soll die Lefdal-Mine als Rechenzentrum genutzt werden. (Bild: Rittal)

Das Lefdal Mine Datacenter

Mit dem Lefdal Mine Datacenter (LMD) – eines der effizientesten, umweltfreundlichsten und sichersten Rechenzentren in Europa – bietet Rittal einen einzigartigen Standort. Besucher erfahren auf der CeBIT neue Details über das Rechenzentrum, das ausschließlich über regenerative Energien betrieben wird und derzeit auf 120.000 Quadratmeter Fläche an der Westküste Norwegens entsteht. Die dort implementierten modularen Rechenzentrumslösungen erlauben eine sehr flexible Nutzung von IT-Systemen mit verschiedenen Modellen wie Co-Location, Private Cloud, ITaaS (IT Infrastructure as a Service) oder DCaaS (Datacenter as a Service).

Innovativ und effizient: OCP-Technologie

Seit Kurzem ist Rittal Gild-Mitglief beim Open Compute Project (OCP). Warum OCP zu einer neuen Generation von Rechenzentren führen könnte, erfahren Besucher im Bereich „Innovative Datacenter-Architekturen und Dienstleistungen“. Der Ausstellungsbereich widmet sich zukunftsweisenden Architekturen mit dem Ziel, Rechenzentren kostengünstiger und effizienter zu gestalten.

Die OCP-Datacenter arbeiten etwa mit einer durchgängigen Gleichstromversorgung (12 Volt DC, 48 Volt DC) und bis zu 21 Zoll großen IT-Racks (OCP 21'') in einem 600 Millimeter breiten Schrank. Auch die hierfür notwendige Management-Software wird vor Ort mit Partnern präsentiert.

Rittal ist dem Open Compute Project beigetreten

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01.02.17 - Rittal, der vermutlich größte Rack-Produzent der Welt, ist dem Open Compute Project (OPC) beigetreten – mit Gold-Status. lesen

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Liebe Frau Ostler, liebes Rittal-Team, spannende Geschichte. Aber doch leider nichts Neues. ;) Der...  lesen
posted am 16.02.2017 um 16:00 von Franziska Büttner


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