Red Hat feiert Geburtstag Red Hat Enterprise Linux ist 10 Jahre alt

Redakteur: Ulrike Ostler

Mit der Einführung des Betriebssystems Red Hat Enterprise Linux (RHEL) im Mai 2002 hat Red Hat nach eigenen Aussagen eine erhebliche Veränderung in der Software-Industrie mit dem ersten Subskriptionsmodell im Bereich Open-Source-Software eingeleitet. Dies habe zur flächendeckenden Integration von Linux in Unternehmen geführt.

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Derzeit aktuell ist die kommerzielle Version 6.2 von Red Hat Enterprise Linux (RHEL).
Derzeit aktuell ist die kommerzielle Version 6.2 von Red Hat Enterprise Linux (RHEL).

Nach Aussagen von Al Gillen, Program VP System Software bei IDC, stimmt diese Einschätzung: „Red Hat hat nicht nur zum eigenen Vorteil neue Wege beschritten, sondern für eine Vielzahl anderer Unternehmen, die einen kommerziellen Support für Open-Source-basierte Produkte bieten. Versuchen Sie sich nur eine Welt vorzustellen, in der Red Hat nicht das Konzept eines Subskriptions-basierten Supports für ein Open-Source-Produkt der Enterprise-Klasse erfolgreich eingeführt hätte.“

Insgesamt machen Linux-Server rund 18,4 Prozent aller Auslieferungen aus. Die Zahl stammt aus dem vierteljährlichen „Worldwide Quarterly Server Tracker“ von dem Marktforschungs- und Beratungsuntenehmen IDC. Hier fließt die ab Werk aufgespielte Server-Software ein.

Nach dem März-Update kommt Windows auf 45,8 Prozent und Unix auf 24,2 Prozent. Der Anstieg von Linux wird von IDC „High-Performance Computing (HPC) und Cloud-Infrastruktur-Erweiterungen" zugeschrieben.

Red Hat - eine sichere Investition

Red Hat ist der unangefochtene Marktführer unter den Linux-Distributoren. In diesem Jahrknackt das Unternehmen, das über 90 Prozent seines Umsatzes mit der Middleware „Jboss“ und RHEL verdient, als erste Open-Source-Firma überhaupt die Umsatzmilliarde (siehe auch: „Seeking Alpha“).

Insgesamt befasst sich Red Hat mit vier verwandten Software-Segmenten:

  • das Server-Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux (RHEL) – die Version 6.2 ist das aktuelle Release der kommerziellen Version
  • die Middleware / der Application Server JBoss – Die aktuelle Version ist AS 7; im April 2006 gab Red Hat die Akquisition von Jboss bekannt
  • die Virtualisierung: Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) – das aktuelle Release lautet 3.0
  • das Speichern: "Red Hat Storage", früher Gluster geht auf ein Unternehmen zurück, das Red Hat im Oktober 2011 erworben hat.

Zentrale Meilensteine von Red Hat Enterprise Linux:

  • Unternehmensgründung 1995
  • Launch des Programms „Red Hat Certified Engineer“ (RHCE) im Jahr 1997. Das Linux-Trainingsangebot für IT-Mitarbeiter hat zur größeren Nutzung von Open Source in Unternehmen beigetragen, da sie auf zunehmend mehr Linux-Know-how zurückgreifen konnten
  • Stärkerer Fokus auf das Unternehmensumfeld mit der Bereitstellung des Enterprise-Betriebssystems Red Hat Enterprise Linux im Mai 2002
  • Einführung des ersten erfolgreichen Software-Subskriptionsmodells im Bereich Open Source mit dem Ziel, führende Hardware- und Software-Anbieter als Implementierungspartner für Red Hat Enterprise Linux zu gewinnen
  • Zusammenführung der Projekte Red Hat Linux und Fedora Linux im Fedora-Projekt. Durch die Zusammenarbeit von Mitarbeitern von Red Hat und Volunteers wurde ein leistungsstarker Inkubator von Open-Source-Technologien für Red Hat Enterprise Linux geschaffen
  • Realisierung einer bis zu 20-fachen Verbesserung des Preis-Performance-Verhältnisses für Enterprise-Kunden, die von signifikanten Kosteneinsparungen, Performance-Benchmark-Rekorden und der Integration von Sicherheits- und Virtualisierungstechnologien profitieren
  • Etablierung von Red Hat Enterprise Linux als zentralem Betriebssystem bei Software- und Hardware-Zertifizierungen mit Unterstützung von mehr als 9.000 Applikationen, durch 1.400 ISVs und von über 3.000 Hardware-Plattformen: Server und Workstations sind ebenso wie Storage-Systeme oder Mainframes für Red Hat Enterprise Linux zertifiziert.

Gratulation!

Doug Fisher, Vice President der Systems Software Division bei Intel, sagt dazu: „Größere Wahlfreiheiten und Innovationen sind in Rechenzentren aufgrund des Wachstums des Cloud Computing zu einer Notwendigkeit geworden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, haben Intel und Red Hat seit Jahren in den Bereichen Linux und offene Virtualisierung zusammengearbeitet und innovative Rechenzentrumstechnologien auf den Markt gebracht.“

Intel gratuliere Red Hat zum zehnten Jahrestag von Red Hat Enterprise Linux. „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und Innovationen in wichtigen Bereichen wie offenen, sicheren Federated Clouds oder geschäftskritischen Plattformen, die auf Open-Source-Software und Intel-Architektur basieren“, so Fischer.

Für die In-Memory-Appliance „Hana“ indes, die verschiede Hardware-Hersteller auf der Basis von Xeon-E5-Prozessoren entwickeln, schreibt SAP die Verwendung von Suse-Linux vor. Trotzdem schließt sich Helge Deller, Leiter der SAP Linux Labs bei der SAP AG, der langen Reihe von Gratulanten an. Schleißlich laufen die hauseigenen ERP-Anwendungen auf dieser Linux-Distribution. „Red Hats Betriebssystem-Flaggschiff hat zur Veränderung der Marktdynamiken beigetragen und die Nutzungsmöglichkeit von Open-Source-Plattformen für Enterprise-Applikationen unter Beweis gestellt“, sagt er.

SAP auf RHEL

„SAP war schon immer ein Technologieführer und der erste Software-Anbieter von ERP-Applikationen auf Linux. In der Partnerschaft mit Red Hat helfen wir Anwendern bei der Identifizierung von Möglichkeiten, Open-Source-Plattformen zu nutzen, um Kosten zu senken und die betriebliche Effizienz zu erhöhen.“

Doch auch viele der weltweit größten Public und Private Clouds basieren bereits heute auf Red Hat Enterprise Linux, und auch zahlreiche neue Cloud- und Software-as-a-Service-Applikationen werden auf dieser Plattform entwickelt und betrieben.

Neue Ziele von Red Hat

Offene Standards sind ein Schlüssel für das Cloud-Computing; laut Red Hat gilt das insbesondere für Open Source. Die komplette Infografik gibt es als Download (siehe: unten)
Offene Standards sind ein Schlüssel für das Cloud-Computing; laut Red Hat gilt das insbesondere für Open Source. Die komplette Infografik gibt es als Download (siehe: unten)
(Bild: Rad Hat)

Zu den strategischen Zielen führt Red Hat im Bereich Red Hat Enterprise Linux alle wichtigen Schlagworte:

  • Bereitstellung einer Betriebssystem-Infrastruktur, die hinsichtlich Zuverlässigkeit, Leistungsmerkmalen und Kosteneffizienz industrieweit führend ist
  • Schaffung der Basis für offene Hybrid-Clouds mit der Bereitstellung einer konsistenten Entwicklungs- und Management-Plattform, die die nahtlose Migration von Applikationen zwischen On-premise- und Public-Cloud-Umgebungen ermöglicht und dabei branchenweit führende Funktionalitäten in den Bereichen Mandantenfähigkeit, Ressourcenmanagement und Quality-of-Service bietet
  • Einsatz von Linux für alle möglichen Workloads – für Legacy-Applikationen und Anwendungen der nächsten Generation, sei es innerhalb oder außerhalb des Unternehmens, on-premise oder hybrid. Damit wird den steigenden Workload-Anforderungen Rechnung getragen, die zum Beispiel auf Big-Data- oder mobile Applikationen zurückzuführen sind.

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