RHEV 3.5 treibt Integration traditioneller Datacenter-Virtualisierung mit OpenStack voran

Red Hat aktualisiert Red Hat Enterprise Virtualization

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Red Hat Enterprise Virtualization auf Version 3.5 aktualisiert
Red Hat Enterprise Virtualization auf Version 3.5 aktualisiert (Bild: Red Hat)

Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) 3.5 arbeitet laut Red Hat nun besser mit Red Hats Administrationssoftware Red Hat Satellite zusammen, was Konfiguration, Verwaltung und Bereitstellung virtualisierter Umgebungen deutlich vereinfachen soll. Konkret ermöglicht die Integration von RHEV 3.5 mit Red Hat Satellite das Bereitstellen von KVM-basierten Bare-Metal Hosts und ein Lifecycle-Management.

Red Hat Enterprise Virtualization eignet sich gleichermaßen zum Aufbau einer Datacenter-Virtualisierungsumgebung, kommt aber auch zunehmend als Basis einer OpenStack-IaaS-Cloud-Infrastruktur oder als zentrales Element einer VDI zum Einsatz. Red Hat selbst preist Red Hat Enterprise Virtualization 3.5 als führende Lösung zur Bereitstellung virtualisierter Anwendungsszenarien. RHEV 3.5 unterstützt bis zu vier Terabyte RAM je Host, vier Terabyte vRAM und bis zu 160 virtuelle CPUs pro virtueller Maschine.

Schnellstarter

Red Hat Enterprise Virtualization basiert ausschließlich auf Open Source Software sowie auf offenen Standards und wird im Subskriptionsmodell vertrieben.

Red Hat hatte das 2008 vom israelischen Virtualisierungsspezialisten Qumranet übernommene Produkt nach dessen Befreiung von sämtlichen proprietären Code-Bestandteilen unter eine Open-Source-Lizenz gestellt und 2009 erstmalig auf dem Markt gebracht. Auch der Code des inzwischen standardmäßig im Linux-Kernel enthaltenen KVM-Hypervisores stammt aus der Qumranet-Aquisition, nachdem Red Hat auch diesen unter eine Open-Source-Lizenz gestellt und der Community übergeben hatte. Da sich KVM-basierte Hypervisors deutlich schneller und einfacher bereitstellen lassen als solche mit Xen-Typ1-Hypervisor (siehe Kasten KVM-Hypervisor) konnte KVM Xen dem Urvater der Open-Source-Hypervisors zeitweise den Rang ablaufen, insbesondere im Zusammenhang mit Produkten wie Red Hat Enterprise Virtualization.

2010 hat Red Hat dann auch seine VDI-Variante Red Hat Enterprise Virtualization for Desktops auf dem Markt gebracht, die allerdings in puncto Verbreitung noch nicht an Citrix-basierten VDI-Lösungen mit Citrix` überragenden Zugriffsprotokollen heran kommt.

Die Architektur einer Datacenter-Virttualisierungsumgebung mit RHEV 3.5
Die Architektur einer Datacenter-Virttualisierungsumgebung mit RHEV 3.5 (Bild: Red Hat)

Ergänzendes zum Thema
 
Der KVM-Hypervisor

Weitere Neuerungen

Neu in RHEV 3.5 ist auch der verbesserte NUMA-Support (Non-Uniform Memory Access) für Multiprozessor-Systeme, Host NUMA, Guest Pinning und Virtual NUMA. VMs und hochskalierbare Applikationen profitieren damit auf Multiprozessorsystemen dank eines geringeren Resource Overload in Bezug auf die Memory-Zugriffszeiten von einer höheren Performance. Darüber hinaus bietet RHEV 3.5 erweitertes Disaster Recovery. So erlaubt das verbesserte Storage Domain Handling Unternehmen eine Migration von Storage Domains zwischen verschiedenen Rechenzentren und ermöglicht Technologiepartnern das Bereitstellen von Site-Recovery-Funktionalitäten.

RHEV und OpenStack

Ebenfalls neu in RHEV 3.5, allerdings noch als Technologievorschau eingestuft, ist die bessere Integration mit den OpenStack-Komponenten Glance und Neutron. Damit ist RHEV künftig vor allem für Unternehmen interessant, die eine klassische virtuelle Umgebung bereitstellen und VMs verwalten wollen und eine IaaS-Cloud als Grundlage hochflexibler OpenStack-Cloud-Anwendungsszenarien betreiben.

So resultiert etwa die Optimierung der Compute-Ressourcen auf einer Integration erweiterter Echtzeit-Analysefunktionen des oVirt Optimizer. oVirt ist die von Red Hat initiierte Open-Source-Variante eines RHEV-basierten Virtualisierungsmanagements und liegt aktuell bereits in der Version 3.5.1 vor. Ferner ermöglichen Instanz-Typen eine einheitliche Provisionierung virtueller Maschinen, sowohl für virtuelle, als auch für Cloud-Anwendungsszenarien. Admins können damit Ressourcen einmal unter RHEV implementieren und dann infrastrukturweit in Ihrer OpenStack-Cloud verwenden.

RHEV 3.5 treibt die Integration mit OpenStack weiter voran
RHEV 3.5 treibt die Integration mit OpenStack weiter voran (Bild: Red Hat)

Viele weitere Neuerungen finden sich in der Ankündigung zur neuen RHEV-Version, in den Release Notes sowie im News- und Blog-Bereich von Red Hat.

Verfügbarkeit von Red Hat Enterprise Virtualization 3.5

Red Hat Enterprise Virtualization 3.5 steht für Abonnenten ab sofort zum kostenlosen Download bereit; Interessierte können aber wie üblich auf eine 30 Tage laufenden Testversion zurückgreifen. Die Standalone-Variante besteht aus dem Red Hat Enterprise Virtualization-3.5-Hypervisor und dem Manager für virtualisierte Applikationen (RHEV.M).

Ferner gibt es noch die integrierte Variante Red Hat Enterprise Virtualization with Smart Virtualization. Die kombiniert eine Subskription von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) mit den erweiterten Virtualisierungs-Managementfunktionen von Red Hat Enterprise Virtualization.

Darüber hinaus ist Red Hat Enterprise Virtualization seit längerem auch Bestandteil der Red Hat Cloud Infrastructure. Hierbei handelt es sich im eine Komplettlösung von Red Hat, die in erster Linie die Migration einer bestehenden traditionellen Rechenzentrums-Virtualisierungsumgebung zu OpenStack-Clouds unterstützt und begleitet. So kommt der Kunde mit einer einzigen Subskription in den Genuss von Red Hat Cloud Infrastructure, Red Hat CloudForms, Red Hat Satellite, Red Hat Enterprise Linux OpenStack Platform und Red Hat Enterprise Virtualization.

Meinungen

Laut Jim Totton, Vice President und General Manager, Platforms Business Unit bei Red Hat, wollen immer mehr Unternehmen die Vorteile einer bimodalen IT in ihren virtualisierten und cloudbasierten Umgebungen nutzen, wobei Red Hat Enterprise Virtualization als Schlüsselkomponente einer Infrastruktur fungiere, die sich sowohl für eine traditionelle Virtualisierung als auch für cloudfähige Anwendungsszenarien eigne.

Und Doug Matthews, Vice President, Information Availability bei Symantec, ergänzt: „Die langjährige Zusammenarbeit von Symantec mit Red Hat ermöglicht Unternehmen eine reibungslose weltweite Verfügbarkeit ihrer bimodalen IT-Umgebungen – egal, ob es um Quality of Service für kritische Applikationen auf physischen Plattformen mit Red Hat Enterprise Linux oder um zukunftsweisende OpenStack-Umgebungen mit Red Hat Enterprise Virtualization geht.“

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